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Seminar und Vortrag im Rahmen des Quedlinburger Bücherfrühlings
6.4.2012 von Tolo.
Im Rahmen des Quedlinburger Bücherfrühlings findet am Donnerstag dem 12.04.2012 eine Veranstaltung zum Thema Gewalt und deren Ursachen statt.
Die Veranstaltung, welche um 20:00Uhr beginnt und Ratsitzungszimmer des Rathauses stattfindet, hat den Titel:
Über die Gewalt, wie sie aus der Mitte der Gesellschaft kommt.
Es ist ein Vortrag mit Dr. Werner Seppmann zu seinem Buch, „Dialektik der Entzivilisierung“.
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Wahrheit:
6.4.2012 von Tolo.
Wahrheit: philosophische Kategorie, welche die Adäquatheit der Erkenntnis, ihre Übereinstimmung mit dem Erkenntnisobjekt widerspiegelt. Um das Problem der Wahrheit wurde in der ganzen Geschichte der Philosophie ein heftiger Kampf zwischen Materialismus und Idealismus geführt. Der Idealismus betrachtet die Wahrheit entweder als ein selbstständiges ideelles Wesen (objektiver Idealismus), oder er verlegt sie ausschließlich in die Sphäre des Subjekts (subjektiver Idealismus) und erklärt sie für die Übereinstimmung zwischen Bewusstseinsinhalten. Der Materialismus hat dagegen die Wahrheit auf der Basis der Widerspiegelungstheorie stets als Übereinstimmung der Erkenntnis mit dem Erkenntnisobjekt betrachtet. Wesentlich Grundlagen einer materialistischen Wahrheitsauffassung wurden bereits durch Aristoteles geschaffen, doch konnte das Wahrheitsproblem erst auf dem Fundament des dialektischen und historischen Materialismus umfassend erkenntnistheoretisch geklärt werden. Wahrheit ist die Adäquatheit der Erkenntnis, die Übereinstimmung der Erkenntnis mit dem Erkenntnisobjekt. Sie liegt also weder in den Erkenntnisobjekten (es gibt keine wahren Gegenstände, Prozesse usw.) noch im Bewusstsein, sondern in der Beziehung zwischen unserer Erkenntnis, unseren kognitiven (auf Erkenntnis beruhenden) Abbildern und der erkannten objektiven Realität. Die allgemeine Bestimmung, dass Wahrheit die Übereinstimmung der Erkenntnis mit dem Erkenntnisobjekt ist. bedarf der Präzisierung, wenn wir die Erkenntnis im Hinblick auf ihre verschiedenen Formen, auf die unterschiedlichen kognitiven Abbilder und deren Rolle im Erkenntnisprozess betrachten.
Das Problem der Adäquatheit stellt sich für die verschiedenen Abbildformen in unterschiedlicher Weise: Die sinnlichen Abbildformen (Empfindung, Wahrnehmung) sind infolge ihres unmittelbaren Charakters, durch die Gesetzmäßigkeit ihrer Entstehung bedingt und ihrer Natur gemäß immer adäquat. Sie sind immer eine relativ adäquate Widerspiegelung der objektiven Realität und können folglich nicht falsch sein. Anders auf der Ebene der rationalen Abbildungen: Hier können sich die Begriffe von der unmittelbaren Verbindung mit der objektiven Realität lösen und in unterschiedlicher Weise zu Aussagen verknüpft werden. Daher können die als Aussagen, Aussagenverbindungen und Theorien formulierten Erkenntnisse adäquat sein oder auch nicht, d. H. wahr oder falsch.
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Auch ich hatte aus Solidarität eine Rose gemalt, vor 40 Jahren!
27.3.2012 von Tolo.
Ich war jung, ging noch zur Schule, aber noch nicht all zu lange, als auch ich eine Karte verschickte, auf der ich eine rote Rose gemalt hatte. Viele taten dieses und so ist es durch die Macht praktischer Solidarität gelungen Angela Davis zu retten. Vor einigen Jahren wurde ein Buch geschrieben, vom ehemaligen Redakteur des Neuen Deutschlands, welcher 1972 den Prozess gegen Angela Davis in den USA, in welchen es um Leben oder Tod für die junge Frau ging, als Korrespondent begleitete. Auf dieses Buch wird auf der Seite Kritische Massen aufmerksam gemacht, wie auch auf eine interessant zu lesende Rezension zum Buch.
Zu diesem Akt der Solidarität und dem Leben in der DDR wurden einige Kommentare verfasst, wobei ich mit folgendem Kommentar auf zwei Kommentare reagierte:
Geschrieben in Historisches, Links-bewegt., Gefunden im Netz, International | Drucken | 1 Kommentar »
Volkssouveränität: staatliche Macht, …
21.3.2012 von Tolo.
Volkssouveränität: staatliche Macht, deren Träger das Volk ist und die die Beherrschung der Gesellschaft und ihrer Entwicklung durch das Volk und im Interesse des Volkes organisiert. Spätestens seit der Entwicklung des Kapitalismus zum Imperialismus ist reale und konsequente Volkssouveränität nur unter Führung der Arbeiterklasse … möglich. Die Forderung nach Volkssouveränität wurde in der Vorbereitungsperiode und im Verlauf der bürgerlich-demokratische Revolution erstmals von revolutionär-demokratischen Kräften des Bürgertums erhoben (so vor allem von Rousseau: Gesellschaftsvertrag. II, 1; Robespierre: Verfassungsrede vom Mai 1793; Fichte: Beiträge zur Berichtigung der Urteile des Publikums über die Französische Revolution, I, 1). Sie erklärten, gegen die Herrschaft der Feudalherren gerichtet, das Volk zum Souverän, dessen Macht unübertragbar, unteilbar, unbeschränkt und unverjährbar sei.
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Gewaltenteilung:
21.3.2012 von Tolo.
Gewaltenteilung: die von Montesquieu in seinem Werk „Der Geist der Gesetze“ (1748) entwickelte Lehre von der Teilung der Staatsgewalt in drei unabhängig voneinander wirkende Gewalten, die sich wechselseitig kontrollieren sollten: in Legislative (Gesetzgebung), Exekutive (Regierung und Verwaltung) und Jurisdiktion (Gerichtsbarkeit, Rechtssprechung). Eine Gewalltenteilung in diesem Sinne hat es in der Geschichte nie gegeben, sie ist eine Fiktion. Montesquieus Lehre bezweckte die Einschränkung der Macht der absoluten Monarchie in Frankreich; sie war gleichsam ein Kompromissvorschlag an den absoluten Monarchen, der aufstrebenden Bourgeoisie die Gesetzgebung zu überlassen, während König und Feudaladel die anderen beiden „Gewallten“ behalten sollten. Damit sollte die Bourgeoisie ökonomische und politische Entwicklungsmöglichkeiten erhalten. Als Organisationsprinzip des bürgerlichen Staates soll die Gewalltenteilung die Illusion erwecken, dass der bürgerliche Staat die Rechte aller Bürger sichere und klassenindifferent sei. Die Gewalltenteilung hebt indes die kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung der Werktätigen nicht auf. Durch sie wird die Klassenherrschaft der Bourgeoisie und die fortschreitende Unterordnung des Parlaments und der Rechtssprechung unter die Exekutive, die sich unter den Bedingungen des staatsmonopolistischen Kapitalismus rasch vollzieht, lediglich verschleiert. Der sozialistische Staat kennt keine Gewalltenteilung; die Volkssouveränität schließt die Exekutive und Jurisdiktion ein.
Aus: Kleines politisches Wörterbuch, sechste Auflage, Dietz Verlag Berlin 1986 Seite: 339/40
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Geld: besondere Ware, …
15.3.2012 von Tolo.
Geld: besondere Ware, deren spezifischer Gebrauchswert darin besteht, allgemeines Äquivalent aller anderen Waren zu sein. Als von den Waren losgelöster und selbst als eine Ware neben ihnen existierender Ware ist Geld notwendiges Resultat der Entwicklung von Warenproduktion und Warenzirkulation. Im Reproduktionsprozess dient es dazu, die in den Waren enthaltene gesellschaftliche Arbeit, d. h. den Wert, zu messen und im Preis zum Ausdruck zu bringen. Hierbei tritt es nur ideell in Erscheinung. Zugleich vollzieht es in Form des Geldumlaufs eine eigene reale Bewegung mit dem Ziel, sowohl den Warenaustausch zu vermitteln als auch Distributionsprozesse zu vollziehen. Im Verlauf der historischen Entwicklung der Warenproduktion ging die Funktion des allgemeinen Äquivalents auf die Edelmetalle und letztlich auf das Gold über. Heute üben Kredit-Geld und Staatspapier-Geld die Funktionen des Geldes aus. Als eine historisch entstandene Wertform stellt das Geld wie der Wert überhaupt eine besonders gegenständliche Form der Produktionsverhältnisse dar. Geld ist daher keine Sache, sondern drückt gesellschaftliche Verhältnisse aus.
…
Funktionen des Geldes sind:
a.) Maß der Werte und Maßstab der Preise zu sein, d. h., der Wert aller Waren wird mit Hilfe des Geldes gemessen und zum Ausdruck gebracht. Geldausdruck des Warenwertes ist der Preis. Dieser kann nur mit Hilfe einer Geldeinheit als Maßstab festgelegt werden;
b.) als Zirkulationsmittel zu fungieren, d. h. den Warenaustausch zu vermitteln. Diese Funktion umschließt den unmittelbaren Händewechsel von Ware und Geld;
c.) als Zahlungsmittel bei der Vergütung von Verbindlichkeiten zu dienen, wenn Kauf und Verkauf zeitlich getrennt sind, sowie von anderen Verpflichtungen, wie Steuern, Miete usw. In dieser Funktion wird das Geld Grundlage des Kredits;
d.) Akkumulationsmittel oder Mittel zur Schatzbildung zu sein. Als solches fällt es aus dem Zirkulationsprozess heraus und dient insbesondere als Voraussetzung für die Erweiterung der gesellschaftlichen Reproduktion. Geld ist auch notwendig als Reserve für die zirkulierende Geldmenge;
e.) als Weltgeld in den internationalen Ware-Geld-Beziehungen zu fungieren. …
In der kapitalistischen Warenproduktion vermittelt das Geld die grundlegenden gesellschaftlichen Beziehungen. Es verwandelt sich in Kapital und wird zum Ausdruck des kapitalistischen Reichtums.
Angelehnt an: Kleines politisches Wörterbuch, sechste Auflage, Dietz Verlag Berlin 1986 Seite: 291/92
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Thesen über Feuerbach
4.3.2012 von Tolo.
1.) Der Hauptmangel alles bisherigen Materialismus - den Feuerbachschen mit eingerechnet - ist, daß der Gegenstand, die Wirklichkeit, Sinnlichkeit, nur unter der Form des Objekts oder der Anschauung gefaßt wird; nicht aber als menschliche sinnliche Tätigkeit, Praxis, nicht subjektiv. Daher geschah es, daß die tätige Seite, im Gegensatz zum Materialismus, vom Idealismus entwickelt wurde - aber nur abstrakt, da der Idealismus natürlich die wirkliche, sinnliche Tätigkeit als solche nicht kennt. Feuerbach will sinnliche, von den Gedankenobjekten wirklich unterschiedene Objekte; aber er faßt die menschliche Tätigkeit selbst nicht als gegenständliche Tätigkeit. Er betrachtet daher im “Wesen des Christenthums” nur das theoretische Verhalten als das echt menschliche, während die Praxis nur in ihrer schmutzig-jüdischen Erscheinungsform gefaßt und fixiert wird. Er begreift daher nicht die Bedeutung der “revolutionären”, der praktisch-kritischen Tätigkeit.
2.) Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenständliche Wahrheit zukomme, ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit, d. h. die Wirklichkeit und Macht, die Diesseitigkeit seines Denkens beweisen. Der Streit über die Wirklichkeit oder Nichtwirklichkeit eines Denkens, das sich von der Praxis isoliert, ist eine rein scholastische Frage.
3.) Die materialistische Lehre, daß die Menschen Produkte der Umstände und der Erziehung, veränderte Menschen also Produkte anderer Umstände und geänderter Erziehung sind, vergißt, daß die Umstände eben von den Menschen verändert werden und daß der Erzieher selbst erzogen werden muß. Sie kommt daher mit Notwendigkeit dahin, die Gesellschaft in zwei Teile zu sondern, von denen der eine über der Gesellschaft erhaben ist. (Z. B. bei Robert Owen.)
Das Zusammenfallen des Änderns der Umstände und der menschlichen Tätigkeit kann nur als umwälzende Praxis gefaßt und rationell verstanden werden.
4.) Feuerbach geht aus von dem Faktum der religiösen Selbstentfremdung, der Verdopplung der Welt in eine religiöse, vorgestellte und eine wirkliche Welt. Seine Arbeit besteht darin, die religiöse Welt in ihre weltliche Grundlage aufzulösen. Er übersieht, daß nach Vollbringung dieser Arbeit die Hauptsache noch zu tun bleibt. Die Tatsache nämlich, daß die weltliche Grundlage sich von sich selbst abhebt und sich, ein selbständiges Reich, in den Wolken fixiert, ist eben nur aus der Selbstzerrissenheit und dem Sich-selbst-widersprechen dieser weltlichen Grundlage zu erklären. Diese selbst muß also erstens in ihrem Widerspruch verstanden und sodann durch Beseitigung des Widerspruchs praktisch revolutioniert werden. Also z. B., nachdem die irdische Familie als das Geheimnis der heiligen Familie entdeckt ist, muß nun erstere selbst theoretisch kritisiert und praktisch umgewälzt werden.
5.) Feuerbach, mit dem abstrakten Denken nicht zufrieden, appelliert an die sinnliche Anschauung; aber er faßt die Sinnlichkeit nicht als praktische menschlich-sinnliche Tätigkeit.
6.) Feuerbach löst das religiöse Wesen in das menschliche Wesen auf. Aber das menschliche Wesen ist kein dem einzelnen Individuum innewohnendes Abstraktum. In seiner Wirklichkeit ist es das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse.
Feuerbach, der auf die Kritik dieses wirklichen Wesens nicht eingeht, ist daher gezwungen:
1. von dem geschichtlichen Verlauf zu abstrahieren und das religiöse Gemüt für sich zu fixieren und ein abstrakt - isoliert - menschliches Individuum vorauszusetzen;
2. kann bei ihm daher das menschliche Wesen nur als “Gattung”, als innere, stumme, die vielen Individuen bloß natürlich verbindende Allgemeinheit gefaßt werden.
7.) Feuerbach sieht daher nicht, daß das “religiöse Gemüt” selbst ein gesellschaftliches Produkt ist und daß das abstrakte Individuum, das er analysiert, in Wirklichkeit einer bestimmten Gesellschaftsform angehört.
8.) Das gesellschaftliche Leben ist wesentlich praktisch. Alle Mysterien, welche die Theorie zum Mystizismus verleiten, finden ihre rationelle Lösung in der menschlichen Praxis und im Begreifen dieser Praxis.
9.) Das Höchste, wozu der anschauende Materialismus es bringt, d. h. der Materialismus, der die Sinnlichkeit nicht als praktische Tätigkeit begreift, ist die Anschauung der einzelnen Individuen in der “bürgerlichen Gesellschaft”.
10.) Der Standpunkt des alten Materialismus ist die “bürgerliche” Gesellschaft; der Standpunkt des neuen die menschliche Gesellschaft, oder die vergesellschaftete Menschheit.
11.) Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kommt aber darauf an, sie zu verändern.
Quell:
Marx-Engels Werke, Band 3, Seite 533 ff. Dietz Verlag Berlin, 1969 oder hier.
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Es gibt keinen Weg ohne Schaden zwischen Skylla und Charybdis hindurch!
21.12.2011 von Tolo.
Interessanter Beitrag zu antikapitalistischer Organisiertheit, welcher durchaus berechtigten Widerspruch erntet.
Im Beitrag wird historisch aufgearbeitet, ohne jedoch z. B. die konkrethistorischen Bedingungen in Russland nach der Oktoberrevolution entsprechend zu berücksichtigen, wird sich auf die Suche nach neuen antikapitalistischen Organisationsformen begeben. Die Einschätzungen zum demokratischen Zentralismus, von seinem ursprünglichen Anliegen, zur praktischen Umsetzung nach der russischen Revolution, sind meines Erachtens treffend. Allein die Ursachen einer solchen Entwicklung werden negiert. Nun möchte ich hier nicht Ereignisse während der russischen Revolution, sowie des folgenden Bürgerkrieges und der Interventionskriege gegen den jungen Sowjetstaat, beurteilen, aber ich kann sie auch nicht verurteilen, ohne die konkret historischen Bedingungen in betracht zu ziehen. Es ist immer einfach vom heutigen Standpunkt, auf Grund unserer heutigen Erkenntnisse, zu Urteil! Um aber einer Beurteilung der Situation vor fast 100 Jahren in Russland gerecht zu werden, gilt es damalige Umstände, insbesondere die Produktivkraftentwicklung in Russland zu berücksichtigen. Gerade die Beitrag beschriebenen Entwicklungen hatten konkrete Ursachen, sie kam nicht von irgendwoher, sondern war Menschenwerk und der Akteure waren viele. In Russland wurde eine sozialistische Revolution durchgeführt, obwohl entscheidende Vorraussetzungen eigentlich fehlten, oder maximal in Ansätzen vorhanden waren. Kapitalistische Produktionsverhältnisse gab es in Russland gerade einmal im Ansatz, der überwiegende Teil des Landes wurde damals noch von feudalen Verhältnissen geprägt. Somit war auch die Klasse, welche entschiedener Träger einer sozialistischen Revolution ist, nur im geringen Maß vorhanden. Und letztlich führten auch die Kriege dazu, dass die Arbeiterklasse weiter dezimiert wurde, erst im ersten Weltkrieg, anschließend in den Interventions- und Bürgerkriegen. Proletarisch, demokratische Institutionen waren mit den verbliebenen Proletariern kaum möglich und die Bauern, welche aus ihrer Leibeigenschaft befreit wurden, waren noch weit entfernt revolutionäres Subjekt im Sinne einer proletarischen Revolution zu sein.
Etwas anders verhält es sich mit der fortschreitenden Entwicklung, die geschaffenen Strukturen, welche in erster Linie dem Erhalt der Macht dienten, wurden beibehalten, obwohl mit fortschreitender Entwicklung Veränderungen möglich gewesen wäre, ohne das angestrebte System des Sozialismus in Frage zu stellen. Das es also zu Beginne der Revolution zu den beschriebenen Ereignissen gekommen ist, hatte konkret historische Ursachen und gerade auch die zahlenmäßig geringe Arbeiterklasse war nicht in der Lage eine Revolution allein zum Sieg zu führen, genauso wenig wie sie in der Lage war, späteren Entwicklungen Einhalt zu gebieten. So kam es auch im Falle der Oktoberrevolution dazu, das die Revolution ihre Kinder gefressen hat, nicht neu in der Geschichte, aber für eine sozialistische Revolution scheint dieses die Vorstellungswelt manchen Zeitgenossen zu überfordern. Wenn dann noch die Forderung aufgemacht wird, dass sich die Revolution nicht hätte verteidigen dürfen, ist das revolutionäre Traumtänzereiland erreicht, auf welchen es im Schmusekurs in eine neue, bessere Gesellschaftsordnung geht. Nur was wäre wenn, was wäre wenn die Revolution sich nicht verteidigt und alle in der Zeit durchaus üblichen Mittel der Auseinandersetzung eingesetzt hätte? Hätten die Feinde innegehalten, den Bürgerkrieg und die Intervention beendet? Oder wäre es den Revolutionären ergangen wie den Pariser Kommunarden 1871, welche im Blutrausch der Sieger tausendfach dahingeschlachtet wurden?
Wie schon geschrieben, es ist nicht unbedingt hilfreich, vergangene Zeit, vergangene Entwicklungen mit heutigem Wissen, auf Basis gegenwärtiger Erkenntnisse zu verurteilen. Wenn sich dann noch der Illusion hingegeben wird, dass revolutionäre Veränderungen ohne Widerstand zu haben wären, wird sich nicht nur auf den Holzweg begeben, sondern selbst noch an diesen gesägt.
Dem Beitrag wurde eine Überschrift gegeben, ein Gleichnis aus der Antike, jedoch ohne dieses verstanden zu haben. Aus diesem Grund habe ich zum Beitrag folgenden Kommentar hinterlassen:
Es gibt keinen Weg ohne Schaden zwischen Skylla und Charybdis hindurch!
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Existenzialismus, Existenzphilosophie:
20.11.2011 von Tolo.
Existenzialismus, Existenzphilosophie: subjektiv-idealistische, irrationalistische Strömung der bürgerlichen Gegenwartsphilosophie, die das Krisenerlebnis kleinbürgerlicher Intellektueller im Imperialismus reflektiert; Angst, Einsamkeit, Schuld und Scheitern seien Grundelemente der menschlichen Existenz; Vertreter: K. Jaspers, M Heidegger, J. P. Sartre, G. Marcel.
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Subjektivismus
20.11.2011 von Tolo.
Subjektivismus (lat.): theoretische Auffassung und praktische Haltung, die das Subjekt und seine Erkenntnistätigkeit oder soziale Aktivität verabsolutiert. Da Subjektivismus die objektive Realität und das System ihrer Gesetzmäßigkeiten nicht beachtet oder ignoriert, ist Subjektivismus oftmals mit Idealismus verbunden.
- Vom Standpunkt des erkenntnistheoretischen Subjektivismus ist menschliche Erkenntnis ausschließlich auf das menschliche Subjekt zurückzuführen. Die letzte Konsequenz daraus ist der Solipsismus, der jegliche Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten leugnet.
- Als Orientierung ethischer und anderer Werttheorien geht der Subjektivismus davon aus, dass das abstrakt aufgefasste menschliche Subjekt Ausgangspunkt und Ziel des sozialen Handelns und Kriterium aller Werte ist. Damit gibt er der Lage des Individuums in der bürgerlichen Gesellschaft Ausdruck.
- Als Bestandteil von Gesellschaftstheorien überhöht der Subjektivismus die Rolle des subjektiven Faktors voluntaristisch, indem er davon ausgeht, dass einzelne Menschen oder Gruppen gesellschaftliche Ereignisse und Geschichtsprozesse subjektiv-willkürlich gestallten können. Dieser Haltung entsprechen die meisten idealistischen Gesellschaftstheorien.
In den Naturwissenschaften und technischen Wissenschaften ist der Subjektivismus in seiner erkenntnistheoretischen Form kaum praktikabel, wohl aber wirkt er sich auf Betrachtungs- und Handlungsweisen bürgerlicher Wissenschaftler in Gestalt von Werttheorien und Soziallehren aus. Von daher beeinträchtigt er die gesellschaftliche Wirksamkeit wissenschaftlichen Forschens und Erkennens und hemmt die wissenschaftliche Erkenntnis selbst.
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