Moral: Normen, Werte, Ideale mit denen die Menschen ihr gesellschaftliches Verhalten regeln. Die Wirksamkeit der Moral beruht darauf, dass Menschen, ausgehend von ihren grundlegenden Interessen und Bedürfnissen, die für ihren materiellen und geistigen Lebensprozess notwendigen Zusammenhänge zwischen ihrer praktischen Tätigkeit und deren gesellschaftlichen Folgen bewerten. Sie beurteilen ihr Tun, ihre Motive und die Folgen ihres Handelnd als gut oder schlecht (böse), gerecht oder ungerecht, schädlich oder nützlich, menschlich oder unmenschlich usw. und bilden so ihren jeweiligen sozialökonomischen Existenzbedingungen entsprechende moralische Bewusstseinsformen (Wertvorstellungen, Normen, Prinzipien, Gebote usw.) heraus, die ihre Auffassung von Pflicht und Verantwortung, Schuld und Sühne, Ehre und Gewissen, Stolz und Würde widerspiegeln sowie bestimmte moralische Verhaltensweisen und Beziehungen zueinander anregen, durch deren Realisierung sie ihren praktischen Lebensprozess regeln.
Die Werte und Normen der Moral sind keine ewig geltenden, z. B. von Gott oder von irgendeinem obersten Sittengesetz abgeleiteten Handlungsmaximen, sondern sie wurzeln in den materiellen Verhältnissen der Menschen, widerspiegeln diese und verändern sich mit ihnen. Die Produktionsverhältnisse, die die Menschen in jeder Gesellschaftsformation notwendig eingehen, bedingen auch ein ihrem konkreten Charakter entsprechendes moralisches Bewusstsein der jeweiligen Klassen und Individuen, das seinerseits, weil es die Menschen zu einem bestimmten Verhalten verpflichtet, auf jene Verhältnisse zurückwirkt.