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Archive für 16.12.2009
Grundwiederspruch des Kapitalismus
16.12.2009 von Tolo.
Grundwiederspruch des Kapitalismus:
wesentlicher innerer, die Entwickelung des Kapitalismus bestimmender Widerspruch zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der privatkapitalistischen Aneignung ihrer Ergebnisse. Der Grundwiderspruch besagt, dass die kapitalistische Produktion auf der Arbeitsteilung und Zusammenarbeit einer Vielzahl von Arbeitern beruht, dass die Produkte, die das Ergebnis ihrer gemeinsamen, gesellschaftlichen Arbeit sind, durch den Kapitalisten, den Eigentümer der Produktionsmittel, angeeignet werden. Der Grundwiderspruch entfaltet sich im Widerspruch zwischen der Organisation der Produktion in den einzelnen Betrieben und Unternehmen und der Anarchie der gesellschaftlichen Produktion insgesamt, im Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit, zwischen Bourgeoisie und Proletariat als seinem klassenmäßigen Ausdruck, zwischen dem durch das Mehrwertgesetz bedingte Streben nach schrankenloser Ausdehnung der Produktion und der durch das Kapitalverhältnis begrenzten zahlungsfähigen Nachfrage (Kaufkraft) der Massen, der sich als Widerspruch zwischen Produktion und Markt äußert. Die durch das Profitstreben und den Konkurrenzkampf ständig vorwärtsgetriebene Entwicklung der Produktivkräfte und die Konzentration der Produktion und des Kapitals verstärken den gesellschaftlichen Charakter der Produktion und konzentrieren die privatkapitalistische Aneignung in immer weniger Händen. In diesem Sinne findet eine ständige Verschärfung des Grundwiderspruchs satt. Mit dem monopolistischen Kapitalismus tritt die Verschärfung des Grundwiderspruchs in eine neue Phase. Beim Übergang zum staatsmonopolistischen Kapitalismus erreicht die Vergesellschaftung der Produktion ihre höchste Stufe im Kapitalismus, während die Aneignung durch wenige parasitäre Finanzkapitalisten erfolgt. Der Grundwiderspruch entfaltet sich zum Widerspruch zwischen den Massen des Volkes und der Finanzoligarchie. Schon auf der Moskauer Beratung der kommunistischen und Arbeiterparteien 1969 wurde eine tiefe Analyse der neuen Erscheinungsformen des Grundwiderspruchs gegeben. Vor allem ist das der „Widerspruch zwischen den außerordentlichen Möglichkeiten, die die wissenschaftlich-technische Revolution eröffnet, und den Bemühungen des Kapitalismus, zu verhindern, dass diese Möglichkeiten im Interesse der ganzen Gesellschaft genutzt werden“. Die Vergesellschaftung der Produktion hat eine Stufe erreicht, auf der sie sich zur unmittelbaren materiellen Vorbereitung des Sozialismus entwickelt hat. Der Grundwiderspruch drängt zur Aufhebung der kapitalistischen Produktionsverhältnisse, um durch die Vergesellschaftung des Eigentums an den Produktionsmitteln den Grundwiderspruch aufzuheben und die Übereinstimmung zwischen dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion und der Aneignung in Form der gesellschaftlichen, sozialistischen Aneignung herzustellen. Der Grundwiderspruch ist demzufolge die entscheidende objektive Ursache für die Notwendigkeit zur Überwindung der kapitalistischen Ausbeutergesellschaft.
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