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Archive für Januar 2010
Die Ware.
29.1.2010 von Tolo.
Ware: Produkt menschlicher Arbeit, das gesellschaftliche Bedürfnisse befriedigt und für den Austausch produziert wird. Die Ware gelangt über den Austausch (Kauf und Verkauf) in die produktive oder die nichtproduktive Konsumtion. Der Warencharakter eines Arbeitsprodukts ist keine natürliche, sondern eine gesellschaftliche Eigenschaft, die es unter den Verhältnissen gesellschaftlicher Arbeitsteilung annimmt. Jede Ware stellt die dialektische Einheit zweier Grundeigenschaften dar, die ihr Wesen bilden: Gebrauchswert und Wert. Als Gebrauchswert befriedigt die Ware menschliche Bedürfnisse der verschiedensten Art. Als Wert verkörpert die Ware gesellschaftlich notwendige Arbeit der Warenproduzenten; der Wert liegt dem Austausch zugrunde und erscheint als Tauschwert. Dieser Doppelcharakter der Ware (Gebrauchswert und Wert) entspricht dem Doppelcharakter der Arbeit als konkrete und abstrakte Arbeit sowie aus dem Produktionsprozess in seiner Einheit als Arbeits- und Wertbildungsprozess. Als Gebrauchswerte, die das Ergebnis der konkreten Arbeit sind, können die qualitativ unterschiedlichen Waren quantitativ nicht verglichen werden. Ein quantitativer Vergleich verschiedener Waren ist nur über den Wert möglich.
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Elitetheorie
29.1.2010 von Tolo.
Elitetheorie: bürgerliche Theorie, nach der die Volksmassen, die Werktätigen, zu einer eigenständigen schöpferischen Leistung unfähig sind, als willenlose, leicht verführbare Masse keine eigenständige geschichtsbildende Kraft darstellen, sondern zu ihrer Führung eine Elite bedürfen. Das Ziel der Ideologen dieser Theorie besteht darin, die gesellschaftliche Entwicklung als das Werk einer Führungsschicht nachzuweisen, deren privilegierte Stellung und Herrschaft über die Massen aus angeblich besonderen sozialen, biologischen, geistigen oder sittlichen Qualitäten dieser Schicht herzuleiten seien. Das in der Elitetheorie benutzte Einteilungsprinzip Elite – Masse basiert auf subjektiven Kriterien. Die Vertreter der Elitetheorie leugnen die Existenz objektiver gesellschaftlicher Gesetze, das Primat des gesellschaftlichen Seins gegenüber dem gesellschaftlichen Bewusstsein. Sie ignorieren die Tatsache, dass die Produktionsweise materieller Güter den Charakter und die Entwicklung der Gesellschaft bestimmt und dass demzufolge die unmittelbaren Produzenten materieller Güter die entscheidenden Träger der gesellschaftlichen Entwicklung und aller wichtigen historischen Ereignisse sind.
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Bildungsprivileg
29.1.2010 von Tolo.
Bildungsprivileg: Wesenszug der gegen die Werktätigen gerichteten Bildungspolitik in antagonistischen Klassengesellschaften. Die zur Teilnahme an der Lenkung von Politik und Wirtschaft notwendige Bildung ist das Privileg der herrschenden Klasse (Bildungsmonopol). Die werktätigen Massen bleiben entweder vollkommen von der Bildung ausgeschlossen (Analphabetentum in den kolonialen und halb kolonialen Ländern sowie zum Teil auch in hoch entwickelten kapitalistischen Ländern), oder ihre Bildung wird auf das für die technische Entwicklung erforderliche Minimum beschränkt. Das Bildungsprivileg ist eine Absage an die wissenschaftliche Bildung für das werktätige Volk, um die Ausgebeuteten zum geeigneten Objekt für die geistige Manipulierung durch die herrschende Klasse zu degradieren. Auch wenn in Anbetracht der wissenschaftlich-technischen Entwicklung ein höheres Bildungsniveau für Teile der Werktätigen verwirklicht wird, ist es einseitig auf eine enge Spezialisierung im Interesse der Monopole gerichtet. Seine ideologische Begründung findet das Bildungsprivileg in der Elitetheorie. Mit der Errichtung der sozialistischen Gesellschaft wird das Bildungsprivileg gebrochen und werden die gesellschaftlichen Voraussetzungen geschaffen, allen Kindern des werktätigen Volkes eine hohe Allgemeinbildung zu vermitteln.
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Demokratie
25.1.2010 von Tolo.
Demokratie (griech. Volksherrschaft): Form der Machtausübung, deren Inhalt und Funktion stets durch die in der jeweiligen Gesellschaftsordnung herrschenden Produktionsverhältnisse und den diesen Verhältnissen entsprechenden Klassencharakter des Staates bestimmt wird. „Die Demokratie ist eine Staatsform, eine der Spielarten des Staates. Folglich ist sie, wie jeder Staat, eine organisierte, systematische Gewaltanwendung gegenüber Menschen. Das ist die eine Seite. Anderseits bedeutet Demokratie aber die formale Anerkennung der Gleichheit zwischen den Bürgern, des gleichen Rechtes aller, die Staatsverfassung zu bestimmen und den Staat zu verwalten.“ Lenin, Band 25, S. 486/487) In den Staaten der Antike galten nur die Sklavenhalter als Bürger; für die Sklaven gab es keinerlei Rechte. Ähnlich erging es den Leibeigenen und Hörigen in der Feudalordnung. Der insbesondere von den französischen Aufklärern, namentlich von J. J. Rousseau, in der Vorbereitungsperiode der bürgerlichen-demokratischen Revolution entwickelte Demokratiebegriff forderte gleiche Rechte für alle Menschen und schloss den Aufruf an das Volk ein, staatsschöpferisch zu wirken, wobei die Klassenstruktur des Volkes unberücksichtigt blieb. In der bürgerlichen Ideologie und Staatstheorie ist die Auffassung von der „reinen“, klassenindifferenten Demokratie, die der Diktatur gegenübergestellt wird, vorherrschend.
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Stagflation:
17.1.2010 von Tolo.
Stagflation: von bürgerlichen Ideologen stammender Begriff, mit dem die für die gegenwärtige Wirtschaftsentwicklung in den entwickelten kapitalistischen Ländern typische Verbindung von wirtschaftlicher Stagnation mit inflationistischer Preisentwicklung (Inflation) umschrieben wird. Während in früheren Perioden bei wirtschaftlicher Stagnation die Preise ebenfalls stagnierten oder gar sanken und, umgekehrt, inflationistische Preissteigerungen vor allem in der Periode des wirtschaftlichen Aufschwungs in Erscheinung traten, fallen heute Stagnation oder Rückgang der Produktion mehr und mehr mit zum Teil erheblichen Preissteigerungen zusammen.
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Ethik:
16.1.2010 von Tolo.
Ethik: Sittenlehre; philosophische Wissenschaft, die das Sittliche oder die Moral, d. h. die sittlichen Beziehungen, Verhaltensweisen, Werte, Normen und Anschauungen der Menschen, untersucht. Die Moral ist mit der Ethik als philosophischer Disziplin nicht identisch. Die Ethik ist die Wissenschaft von der Moral. Die ethischen Systeme tragen wie die Moral in der Klassengesellschaft Klassencharakter und sind historisch bedingt. In den vormarxschen ethischen Lehren wurden die moralischen Werte, Normen und Anschauungen gewöhnlich von Gott, von einer absoluten Idee, vom Selbstbewusstsein oder von der sich als ewig und unveränderlich betrachteten Natur des Menschen abgeleitet. Solche Auffassungen liegen den verschiedenen Moraltheorien idealistischer Philosophien zugrunde. Auch die materialistischen Philosophien, die in der Begründung ihrer ethischen Auffassungen von der Natur des Menschen ausgingen, blieben in ihren Lehren über die Moral letztlich ebenfalls im Idealismus befangen.
Ein grundsätzlicher Wandel konnte erst mit der marxistischen Ethik geschaffen werden, die auf dem Fundament des dialektischen und historischen Materialismus beruht. Hier werden die Werte, Normen, Prinzipien und Kategorien der Moral aus den objektiven Bedingungen des materiellen gesellschaftlichen Lebens abgeleitet und als ein spezifisch ideologischer Ausdruck objektiver Erfordernisse des Zusammenlebens der Menschen, als Widerspiegelung gemeinsamer Interessen der Gesellschaft oder bestimmter Klassen, Gruppen usw. betrachtet.
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Klassenkampf
9.1.2010 von Tolo.
Klassenkampf: entscheidende unmittelbare Treibkraft der gesellschaftlichen Entwicklung in allen antagonistischen Klassengesellschaften. Der Klassenkampf ist die notwendige Folge des Klassenantagonismus und der daraus entspringenden gegensätzlichen Klasseninteressen zwischen den Grundklassen einer ökonomischen Gesellschaftsformation der Ausbeutergesellschaft. Er ist hier eine objektive Gesetzmäßigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung. Die Lehre von den Klassen und vom Klassenkampf ist untrennbarer Bestandteil des Marxismus-Leninismus. Der Klassenkampf den das Proletariat in der kapitalistischen Gesellschaft um seine Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung führt, hat drei Grundformen, die einander ergänzen und eine Einheit bilden: den ökonomischen, den politischen und den ideologischen Kampf. Der ökonomische Kampf ist vor allem auf die Befriedigung der unmittelbaren Bedürfnisse der Arbeiterklasse gerichtet. Im Mittelpunkt steht dabei die Erhöhung des Arbeitslohnes. Im ökonomischen Kampf erhöht die Arbeiterklasse den Grad ihrer Organisiertheit, vertieft sich ihr Klassenbewusstsein und werden Erfahrungen für die Führung des Klassenkampfes in seiner Gesamtheit gewonnen.
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Lebensprozess
7.1.2010 von Tolo.
Die Menschen sind die Produzenten ihrer Vorstellungen, Ideen pp., aber die wirklichen, wirkenden Menschen, wie sie bedingt sind durch eine bestimmte Entwicklung ihrer Produktivkräfte und des denselben entsprechenden Verkehrs bis zu seien weitesten Formationen hinauf. Das Bewusstsein kann nie etwas Anderes sein als das bewusste Sein, und das Sein der Menschen ist ihr wirklicher Lebensprozess.
Karl Marx und Friedrich Engels „Deutsche Ideologie – 1. Feuerbach“ MEW Band 3, Seite 26
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Kaufkraft:
7.1.2010 von Tolo.
Kaufkraft: 1. Verhältnis der Währungseinheit zu den Preisen der Waren (Erzeugnisse und Dienstleistungen). Die Entwicklung der Kaufkraft wird durch Kaufkraftindizes ausgedrückt. Der Index der Kaufkraft für Waren des Bevölkerungsbedarfs und für Dienstleistungen ist der reziproke Wert des Index der Lebenshaltungskosten. Im imperialistischen Währungsbereich sinkt die Kaufkraft ständig infolge der inflationistischen Entwicklung der Preise.
2. Die Kaufkraft der Bevölkerung wird langfristig durch die Nettogeldeinnahmen bestimmt, die für die Bezahlung von Konsumgütern und Dienstleistungen aufgewandt werden können. Die innerhalb eines bestimmten Zeitraumes wirksam werdende Kaufkraft der Bevölkerung hängt neben den Nettogeldeinnahmen des betreffenden Zeitraumes auch von der Zu- oder Abnahme der Spareinlagen ab.
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Zum Kleinbürgertum
3.1.2010 von Tolo.
Kleinbürgertum: umfasst im Kapitalismus die Kleineigentümer an Produktionsmittel, die in der Sphäre der kleinen Warenproduktion tätig sind, d. h. Jene Bauern, Handwerker, Einzelhändler und Gewerbetreibende, die nicht von der Ausbeutung anderer leben. Im Imperialismus geraten sie in starke Abhängigkeit vom Monopolkapital, werden von ihm ausgeplündert und massenhaft in Proletarier verwandelt. Ihre ökonomische Lebensverhältnisse und ihr kleinbürgerliches Bewusstsein hindern sie, sich zu vereinigen und eine selbstständige revolutionäre Kraft im Kampf gegen das Monopolkapital zu werden. Nur im engen Bündnis mit der Arbeiterklasse vermögen sie sich zu befreien, wie umgekehrt die Arbeiterklasse ihre historische Mission nur im engen Bündnis mit den werktätigen Bauern und den anderen kleinbürgerlichen Schichten erfüllen kann.
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