Tradition

Tradition: relative stabile, modifikationsfähige, durch eine bestimmte Klasse, Schicht, Gruppe für relativ lange Zeit aus der Vergangenheit übernommene oder wieder belebte Ideen, Symbole und Institutionen, die mittel- oder unmittelbar der Durchsetzung bestimmter Klassen-, Schichten-, Gruppeninteressen dienen. Sie wirken im individuellen wie im Klassenbewusstsein, sind Bestandteil des gesellschaftlichen Bewusstseins überhaupt. Objektive Grundlage für die Schaffung bestimmter Traditionen ist letztlich die gesellschaftliche Praxis. Jede Tradition hat in der Klassengesellschaft im Gefüge der Beziehungen des gesellschaftlichen Bewusstseins einen objektiv bestimmten Platz, dient – bewusst oder unbewusst – der Durchsetzung und Festigung des jeweiligen Klassen-, Schichten-, Gruppenwillens. In diesem Prozess wirkt eine gnoseologische wie eine soziale Komponente.

Es gibt verschiedene Ebenen und Strukturen von Tradition: kulturelle, kulturgeschichtliche, volkskundliche, regionale, nationale und internationalistische Tradition usw. Nationale und Internationale Traditionen bilden eine untrennbare dialektische Einheit, wobei die internationalistischen das übergreifende Element darstellen. Traditionen können spontan entstehen oder bewusst geschaffen werden.

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… Theorie wird zur materiellen Gewalt …

Ein interessantes Werk, welches ich auf Grund einer Diskussion mal wieder gelesen habe. Eigentlich ging es um ein Zitat, welches einem anderem Autor zugeschrieben wurde, aber von Marx stammte. Auch ist verblüffend wie aktuelle diese Schrift ist, gerade auch darin, was über die Mentalität der Deutschen gesagt wird. Die folgende Zitate sind aber allgemeinere Aussagen, das Ausschlaggebende Zitat habe ich hervorgehoben:

Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, Einleitung“

Karl Marx/ Friedrich Engels – Werke. (Karl) Dietz Verlag, Berlin. Band 1. Berlin/DDR. 1976. S. 378-391. und - hier nachzulesen -

- Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen.

- Der Kampf gegen die Religion ist also mittelbar der Kampf gegen jene Welt, deren geistiges Aroma die Religion ist.

- Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.

- Die Religion ist nur die illusorische Sonne, die sich um den Menschen bewegt, solange er sich nicht um sich selbst bewegt.

- Mit ihnen im Kampf ist die Kritik keine Leidenschaft des Kopfs, sie ist der Kopf der Leidenschaft. Sie ist kein anatomisches Messer, sie ist eine Waffe. Ihr Gegenstand ist ihr Feind, den sie nicht widerlegen, sondern vernichten will. Denn der Geist jener Zustände ist widerlegt. An und für sich sind sie keine denkwürdigen Objekte, sondern ebenso verächtliche, als verachtete Existenzen. Die Kritik für sich bedarf nicht der Selbstverständigung mit diesem Gegenstand, denn sie ist mit ihm im reinen. Sie gibt sich nicht mehr als Selbstzweck, sondern nur noch als Mittel. Ihr wesentliches Pathos ist die Indignation, ihre wesentliche Arbeit die Denunziation.

- Man muß den wirklichen Druck noch drückender machen, indem man ihm das Bewußtsein des Drucks hinzufügt, die Schmach noch schmachvoller, indem man sie publiziert.

- Die Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen, die materielle Gewalt muß gestürzt werden durch materielle Gewalt, allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift. Die Theorie ist fähig, die Massen zu ergreifen, sobald sie ad hominem |am Menschen| demonstriert, und sie demonstriert ad hominem, sobald sie radikal wird. Radikal sein ist die Sache an der Wurzel fassen. Die Wurzel für den Menschen ist aber der Mensch selbst.

- Sogar das moralische Selbstgefühl der deutschen Mittelklasse beruht nur auf dem Bewußtsein, die allgemeine Repräsentantin von der philisterhaften Mittelmäßigkeit aller übrigen Klassen zu sein.

- Der König, indem er das Volk für sein Privateigentum erklärt, spricht es nur aus, das der Privateigentümer König ist.

- Wie die Philosophie im Proletariat ihre materiellen, so findet das Proletariat in der Philosophie seine geistigen Waffen, …

 

Instinkt:

Instinkt: in der früheren Verhaltenswissenschaft allgemein die Fähigkeit der Tiere und des Menschen (Humanethologie), bestimmte innere und äußere Reizkonstellationen aufgrund angeborener Handlungsbereitschaften und Handlungsprogrammen mit im Sinne der Systemerhaltung zweckmäßigem Verhalten zu beantworten. Derartige ererbte Verhaltensprogramme werden primär erfahrungslos und ohne Einsicht in den Zweck der Handlung vollzogen. Sie sind arttypisch und können wie anatomische und physiologische Merkmale zur Charakterisierung einer systematischen Einheit herangezogen werden. Nicht nur Bewegungsweisen, sondern auch Lagen und Stellungen bei Schlaf und Ruhe sowie mimische Äußerungen (speziell bei Säugetieren) können instinktive Verhaltenselemente sein.

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