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Archive für August 2010
Die Mauer, sie war und sie war notwendig! Zum 13. August.
15.8.2010 von Tolo.
Die Mauer, sie war und sie war notwendig!
Hier wurde ich auf einen Beitrag aufmerksam, welcher sich mit den Ereignissen des 13. August 1961 befasst und auch hier nachzulesen ist. Ergänzend zu dem Text habe ich folgende Gedanken als Kommentar hinterlassen:
Gefällt mir, der Beitrag, einen Anmerkung sei aber gestattet.
Meines Erachtens wurde eine entscheidende Ware in der Betrachtung vergessen, für deren Qualität die DDR erhebliche Aufwendungen betrieb und die gerade von westlicher Seite sehr begehrt war, die Ware Arbeitskraft!
Drei Jahre ist es jetzt her, da lernte ich einen Touristen aus Kanada kennen, welcher heute Rentner ist und seine „alte“ Heimat besuchte. Im Gespräch erfuhr ich, dass seine Eltern in den 1950 Jahren nach Kanada ausgewandert sind und er, welcher eine Lehre bei der HO zum Koch in Potsdam begonnen hatte, mit musste. Die Trennung fiel ihm nicht leicht, aber in seiner neunen Heimat lebte er sich schnell ein. Interessant war in diesem Zusammenhang eine Aussage, welche er zu seiner begonnenen Ausbildung gemacht hat und welche gerade auch für die Situation in den 1950iger Jahren, bis zum 13. August 1961 bezeichnend war. So hat die HO, aber auch der Konsum jedes Jahr eine Vielzahl von Köchen, Kellnern ausgebildet, von denen viele nach erfolgreicher Ausbildung nach Westberlin, oder auch in die Bundesrepublik gingen und es an diesen Kräften nicht nur in Ostberlin und Potsdam fehlte. Dieses trifft natürlich nicht nur auf diese Berufsgruppe zu, sondern eigentlich auf jede, für welche das Kapital Verwendung hatte. Unter diesem Gesichtspunkt waren die genannten und durchaus Hochsubventionierten Waren sicher das kleinere Übel. Dabei ließ sich das Kapital diese Abwerbungen durchaus etwas kosten, letztlich war es billiger, als eigene Arbeitskräfte auszubilden. Es war eine ökonomische Form der Klassenkämpfe dieser Zeit, welche von politischen Motivationen und ideologischer Auseinandersetzung begleitet wird, welche in erster Linie der Verschleierung der eigentlichen Hintergründe diente. Parallelen zur Gegenwart könnten durchaus gezogen werden.
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Marinaleda, ein sozialistisches Dorf in Andalusien
6.8.2010 von Tolo.
Ein interessanter Erlebnis- und Erfahrungsbericht von Sepp Aigner, über ein Dorf in Andalusien, findet sich hier. Er ist nicht nur interessant zu lesen, sondern zeigt auch, was selbst unter den Bedingungen des Kapitalismus möglich ist.
Marinaleda, ein sozialistisches Dorf in Andalusien
Voriges Jahr ungefähr um diese Zeit habe ich Marinaleda besucht und danach den folgenden Artikel geschrieben. Er handelt von einem erstaunlichen Dorf in Andalusien, einem Asterix-Obelix-Dorf sozusagen, in dem Menschen dem alles verschlingenden Geldwahn ein Leben entgegensetzen, in dem “Geld nicht alles” ist. Das ist dort tatsächlich ein geflügeltes Wort, ein Alltagsspruch, der nicht nur einen Traum auf den Punkt bringt, sondern das wirkliche Leben in Marinaleda. Der Unterschied zum gallischen Comic-Dorf ist: In Marinaleda wird nicht ein letzter Rest alter, untergehender Verhältnisse verteidigt, sondern da ist ein Keim für eine mögliche Zukunft gelegt. In Marinaleda lebt es sich besser als irgendwo sonst auf dem Land in Andalusien, weil dort “Geld nicht alles” ist.
Hier stehen meine Eindrücke vom vergangenen Sommer:
Marinaleda, ein erstaunliches Dorf in Andalusien
Zufällig zappte ich über TVE 2, als eine Dokumentation über Marinaleda lief. Ich blieb hängen, war fasziniert, las nach, was es im Internet darüber gibt. Das war im Juni 2009. Anfang August schaute ich mir das Dorf selber an. Hier ist der Bericht.
Was ist das Besondere an Marinaleda? - Seine Bewohner arbeiten in demokratisch organisierten Genossenschaften, und entsprechend soll es auch im Dorf selbst zugehen. Es soll sich dort anders, besser, freier, solidarischer leben. So behauptete die Doku und steht es im Internet. Ich war skeptisch. Kann denn so etwas gehen, mitten im Kapitalismus der neoliberalen Reformen?
Annäherung
Nach kleinen zwei Stunden Flug von Palma nach Malaga und hundert Kilometern mit dem Bus war in Estapa Endstation. Der Überlandbus fuhr nach Sevilla weiter. Busverbindungen zwischen den Dörfern sind ähnlich selten wie auf Mallorca. Weiter ging es nur noch mit dem Taxi.
Ich war mitten in Andalusien, auf dem flachen Land. Die Dörfer liegen, alle zehn Kilometer eins, verstreut zwischen Olivenplantagen und endlosen Feldern. Rote, fruchtbare Erde liegt nackt da, schon umgepflügt nach der Getreideernte. Auf den steinigen Flächen, weißlich-sandigem Boden, hat man Oliven gepflanzt, Abertausende in Reih und Glied und Zeile neben Zeile. Der Bus hatte nach Malaga eine steile Hügelkette gequert. Marinaleda liegt an ihrem jenseitigen Fuß. Das Land ist noch nicht eben, wie weiter nördlich zum Tal des Gualdalquivir, nach Sevilla hin. Aber die Hügel verlaufen sich schon in weiten Schwüngen, sind schon mehr schräg gestellte Ebenen, auf- und absteigend.
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