Archive für 11.11.2010

Theorie

Theorie: grundlegende Form der ideellen Widerspiegelung der objektiven Realität im Bewusstsein der Menschen; systematisch geordnetes verallgemeinertes Wissen über einen Bereich der objektiven Realität oder über Erscheinungen des geistigen Lebens der Menschen. Die Bildung von Theorie ist eine entscheidende Etappe des wissenschaftlichen Erkennens. In den Theorien werden die Struktur, die Funktion und die Gesetzmäßigkeiten von Objektbereichen in verallgemeinerter, idealisierter Form widergespiegelt und exakt formuliert. Theorien sind ein entscheidender Bestandteil der Wissenschaft, sie bilden gewissermaßen ihr „Rückrat“, um das sich ihre anderen Bestandteile gruppieren, wie das empirische Wissen, methodische Elemente usw. Die Theorie über einen Objektbereich ermöglicht die Erklärung der Erscheinungen und Prozesse dieses Objektbereichs und zugleich wissenschaftliche Voraussagen, d. h. Prognosen über noch unbekannte oder künftige Erscheinungen und Prozesse. Sie bildet damit die wichtigste Grundlage für das bewusste, zweckmäßige und zielstrebige Handeln der Menschen sowohl in der praktischen wie in der theoretischen Tätigkeit. Hierbei spielt die Methode eine große Rolle, d. h. das System von Regeln, Anweisungen und Verfahren, welches auf der Grundlage der Theorie von theoretischen Aussagen abgeleitet wird. Jede Theorie besitzt eine bestimmte Struktur, sie besteht aus Gesetzesaussagen, Prinzipien und Aussagen über einzelne Sachverhalte, die in bestimmten Beziehungen zueinander stehen.

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Ein dritter Kommentar.

Ein dritter Kommentar.

Nun hatte ich hier zwei Kommentare gespiegelt, wobei ich einen dritten Kommentar am Ursprungsort hinterlassen habe. Da an anderem Ort die Diskussion eine etwas andere Richtung eingeschlagen hat, mache ich einen neuen Beitrag daraus. Geschuldet ist dieser Kommentar einem anderen Kommentar, in welchen die Relation von Einnahmen und Ausgaben angesprochen wurde. Zwar hatte ich in meinem ersten Kommentar auf Kosten in der DDR verwiesen, aber das mir damals zur Verfügung stehende Einkommen nicht benannt. Dieses wurde nun nachgeholt, wobei es durchaus interessant ist, über die Relationen nachzudenken. So stand in der DDR einen sein Einkommen zur freien Verfügung, sicher musste noch für Miete, Strom, Gas, Heizung etc. aufgekommen werden, aber diese Kosten hielten sich in Grenzen. Steuern waren nicht mehr zu zahlen, genauso wie Beiträge zur Sozialversicherung. Letztere waren schon vom Lohn/Gehalt abgezogen und waren auf 10% des Einkommens, maximal 60,- Mark beschränkt. Die Gesundheitsversorgung war kostenfrei und stand allen gleichermaßen zur Verfügung. Sorge um den Arbeitsplatz brauchte sich niemand zu machen, das Recht auf Arbeit war in der Verfassung (welche per Volksentscheid, nach umfassender und breiter Diskussion verabschiedet) verankert. Das die Arbeitsproduktivität in der DDR in vielen Bereichen niedriger war, als in der BRD z. B. ist in gewisser Weise auch diesem Umstand geschuldet, da es durchaus Betriebe gab, welche erkannter Maßen unrentabel waren und eigentlich geschlossen werden müssten, aber am Laufen gehalten wurden, um dem Recht auf Arbeit entsprechen zu können. Sicher war das nicht die beste Lösung, aber es war eine Lösung, welche ein durchaus hohes Maß an sozialer Sicherheit gewährleistete. Im Gegensatz zur BRD wurde in der DDR Arbeit subventioniert und nicht Arbeitslosigkeit. Aber das ist alles Geschichte und mit einem hohen Maß sozialer Sicherheit zogen viele in die Tempel des Konsums der BRD, sich der Illusion hingebend, dass die Errungenschaften des Sozialismus weiter wirken würden. Später mussten viele erkennen, dass das nicht der Fall war, soziale Sicherheit im gewohntem Maße gab es gleich nach 1990 nicht mehr, und selbst soziale Errungenschaften in der BRD wurden in den letzten zwei Jahrzehnten erheblich zurückgedrängt, es gibt fürs Kapital keine Notwendigkeit mehr diese aufrecht zu erhalten und die Werktätigen verfügen nicht über einen Organisierungsgrad, welcher ihnen ermöglichen würde wirkungsvoll Widerstand zu leisten. Wir leben in der Gegenwart, dieses sollte uns aber nicht daran hindern sich mit unserem Erbe auseinanderzusetzen und entsprechende Schlüsse für Gegenwart und Zukunft zu ziehen.

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Praxis

Praxis: philosophische Kategorie, die den gesellschaftlichen Prozess der Veränderung, der Umgestaltung der objektiven Realität, der Natur und Gesellschaft durch die Tätigkeit der Menschen widerspiegelt; denn um die materielle Welt zu verändern, „bedarf es der Menschen, welche eine praktische Gewalt aufbieten“. MEW, Bd. 2, S. 129) Der Mensch, wirkt mir allen seinen Mitteln, mit seinen natürlichen Organen und künstlichen Werkzeugen (Maschinen, automatischen Systemen), auf die Dinge und Erscheinungen der Natur ein, bildet sie um und verändert dadurch sich selbst. Die praktische Tätigkeit der Menschen ist zugleich aber immer bewusste, zweckgerichtete Tätigkeit, gegenständlicher Veränderung der objektiven Realität zu bewusst gewollten Zwecken. Folglich ist die Praxis Grundlage und Ziel der Erkenntnis.

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