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Kultur der Kulturlosigkeit und was ist eigentlich Kultur?

Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 23.1.2011 @ 13:51 In aus Diskussionen | 1 Kommentar

Kultur der Kulturlosigkeit!?

[1] Hier wird berechtigter Weise ein [2] Auswurf kapitalistischer „Hochkultur“ kretisiert. Dass in diesem Zusammenhang oft auch vermeint wird, dass es sich dabei um Kulturlosigkeit handelt, ist eher einem bürgerlichem Kulturverständnis an sich geschuldet. Dabei handelt es sich hierbei nur um ein Beispiel von vielen, welche gefunden werden können, wenn man sich auf die Suche begibt und das nicht nur bei den privaten Sendeanstalten. Eigentlich braucht auch nicht lange gesucht zu werden, einfach mittels Fernbedienung vorwärts schalten und es werden sich viele Beispiele finden lassen, auch wenn die Meisten nicht mit solchen hohen Einschaltquoten versehen sind. So sind also nicht nur in diesem Zusammenhang die Einschaltquoten durchaus bezeichnend für eine kulturelle Entwicklung in unserer  Gesellschaft, sondern auch die Vielzahl solcher und ähnlich angelegter Sendungen, in welcher Menschen gegeneinander vorgeführt werden und sich meist auch  all zu bereitwillig vorführen lassen. Dieses allein zu konstatieren reicht aber nicht aus, viel wichtiger ist es eigentlich auf die Ursachen dieser Entwicklungen zu verweisen, oder diese erst einmal zu ergründen. Da geht es in erster Linie unnatürlich ums Geld, um Profit und Profitmaximierung und der steigt und fällt im Falle des Fernsehens mit den Einschaltquoten. Dabei ist durchaus bekannt, dass mit der Höhe des Profits die [3] Hemmschwellen fallen, diesen zu realisieren. Gleichzeitig sind solche Sendungen, neben ihrem Sendungsbewusstsein, auch Ausdruck für die fortscheitende Umwandlung von Produktivkräften in Destruktivkräfte. So wird immer stärker und konzentrierter versucht die Kapitalakkumulation mittels Zerstörung in Gang zu halten, im Extremfall mittels Kriegskapitalismus, wie ihn die USA seit Jahrzehnten praktiziert. Dass dafür die Menschen entsprechend vorbereitet werden müssen, steht außer Frage und gerade um ein Bewusstsein für das Recht des Stärkeren auszuprägen, wird eine Kultur des Stärkeren gebraucht. Wenn diese Kultur noch für Ablenkung von den eigentlichen Problemen der Menschen sorgt, dann erfüllt sie ihre Aufgabe, wie einst die Spiele im antiken Rom!

Aber eigentlich ist es egal, unter welchem Gesichtpunkt solche Fernsehprogramm, oder Produkte anderer Medien gesehen werden, letztlich steht das Interesse des Kapitals dahinter, wird diese Kultur von diesem Interesse geprägt. In diesem Sinne befinden wir uns im Dschungel des Kapitals, da hilft auch nicht der Schrei nach Hilfe, da kommt keiner zu befreien, „[4] uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun“!

Zum Beitrag selbst habe ich folgenden Kommentar hinterlassen:    

Ja Sepp,

Geld ist Würde und Würde ist Geld, würde ich sagen, … in diesem System des Kapitals! So kann getrost als einziger Maßstab bürgerlicher Moral Geld, Gewinn, Gewinnmaximierung gesehen werden. Das ehemals humanistische Gedankengut wurde längst über Bord geworfen und es bleibt Aufgabe der unteren Schichten, speziell des Proletariats, das Erbe der humanistischen Werte anzutreten und zu wahren. Aber was ist das Proletariat, wer ist das Proletariat und sind nicht selbst Menschenmassen zu den Hinrichtungen in Folge der französischen  Revolution gepilgert?

In diesem Zusammenhang aber von „Kulturlosigkeit“ zu sprechen, wird nicht den realen Verhältnissen gerecht, wobei ich wieder bei meinem Steckenpferd wäre, die Klärung von Begriffen. Letztlich ist Kultur an den Menschen gebunden und das von Dir geschilderte und zurecht verurteilte, ist Produkt menschlichen Seins, ist Kultur, eine Kultur, wie sie die kapitalistische Gesellschaftsformation hervorbringt, ja sogar bedingt.

„Im Gegensatz zu bürgerlich-idealistischen Konzeptionen, die in der Kultur ein autonomes Reich der höheren Werte jenseits des praktischen Lebens der arbeitenden Menschen sehen, die Kultur auf das >>Seelische und Geistige<< jenseits des >>nützlich geformten Daseins<< reduzieren, versteht der Marxismus-Leninismus unter Kultur stets ein Ensemble objektiver Lebensbedingungen und individueller Eigenschaften. Die [5] Arbeit ist die Grundlage jeglicher Kultur, alle Kultur entsteht durch die schöpferische Tätigkeit der Menschen in der materiellen und geistigen Produktion – ob es sich um die im gesellschaftlichen Reproduktionsprozess erzeugten Produktivkräfte der Gesellschaft und der Individuen handelt oder um einmalige schöpferische Leistungen besonderer [6] Individuen: Werke der Wissenschaft und Kunst, Errungenschaften der Politik oder des Rechts, Veränderungen in der Natur und Fortschritte in der Gesellschaft. Durch die Arbeit und die gesamte Lebenstätigkeit werden die jeweils herausgebildeten Bedürfnisse und Fähigkeiten der Individuen in materiellen Produkten, geistigen Leistungen, sozialen Erfahrungen und kulturellen Traditionen vergegenständlicht.“ … usw. usf. Und wie verhält es sich nochmals mit der fortschreitenden Umwandlung von [7] Produktiv-, in Destruktivkräfte in der kapitalistischen Gesellschaftsformation? Würde ich ergänzend meinen und dabei sei bedacht, dass auch der Idiot ein Mensch ist, selbst wenn seine Zahl Millionen ist! Außerdem, selbst wenn die Würde des Menschen, entsprechend bürgerlicher Vorstellungen, unantastbar sein soll, muss es der Mensch darum noch lange nicht sein! Oder?


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[1] Hier: http://kritische-massen.over-blog.de/article-acht-millionen-idioten-als-versuchs
personen-der-barbarei-65570402.html

[2] Auswurf: http://www.rtl.de/cms/unterhaltung/ich-bin-ein-star.html
[3] Hemmschwellen: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2010/07/23/profit-und-waghalsigkeit-des-kapi
tals/

[4] uns aus dem Elend zu erlösen, können wir nur selber tun: http://www.youtube.com/watch?v=UXKr4HSPHT8
[5] Arbeit: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2010/02/09/arbeit/
[6] Individuen: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2010/09/25/individuum/
[7] Produktiv-,: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2010/11/26/produktivkrafte/

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