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Archive für April 2011
Das Ende einer Partei wurde verkündet!
23.4.2011 von Tolo.
Das Ende einer Partei wurde verkündet!
Eine kommunistische Splittergruppe hat festgestellt, dass sie ihre Aufgabe erfüllt hat und sich aufgelöst, um in einer andere Splittergruppe auf zugehen. Interessante ist die Diskussion, welche sich zum Beitrag entwickelt und sich um die Einheit kommunistischer Bewegtheit dreht. Eine Diskussion, welche dringend notwendig ist und in gegebener Breite geführt werden sollte. Erwähnen möchte ich in diesem Zusammenhang, dass der Betreiber der Seite in der Regel konstruktiven Diskussionen offen gegenüber steht und als Anhänger der Feb. KI sogar den Appell der KI (Gera) veröffentlicht hat. Das in diesem Zusammenhang letztere KI als Abspaltung bezeichnet wird, entspricht zwar nicht den Tatsachen, sollte aber auch nicht überbewertet werden. Zum ersten Beitrag selbst habe ich folgenden Kommentar geschrieben, welcher gegenwärtig noch auf Freischaltung wartet:
Hallo,
nun kann über Wege zur Einheit kommunistischer Bewegtheit gestritten und es können verschiedene Wege propagiert und favorisiert werden, nur ändert dieses an der Tatsache nichts, dass eine solche Einheit historisch notwendig ist und letztlich zur Aufhebung der bestehenden Situation, mit seinen vielen verschieden Organisationen führt. In diesem Zusammenhang hat bis jetzt keine bestehende Gruppierung, ob nun Partei oder „loser“ Zusammenschluss bewiesen, das sie dazu in der Lage ist. Die Aufhebung des gegenwärtigen Zustandes kann nur über eine breite Diskussion, unter Einbeziehung aller betroffener Kräfte erfolgen.
Hier ein Resümee* aus kritischen Anmerkungen zu einem Bericht über die gemeinsame Festveranstaltung von DKP und KPD am 16. April in Berlin: „Innerhalb kommunistischer Bewegtheit kann es doch nicht um den Führungsanspruch des einen oder anderen, der einen oder anderen Partei gehen, sondern um die Schaffung einer einheitlichen Partei, welche es verdient sich Avantgarde des Proletariats zu nennen, weil sie es ist, weil sie die notwendigen Fähigkeiten entwickelt, dem Proletariat sein Selbstbewusstsein als schöpferische Klasse wiederzugeben, damit es als Subjekt im eigenem Interesse in Erscheinung tritt.“
So sei hier auch auf die 5. These** zur wissenschaftlichen Beratung der KI (Gera), welche sich mit der Forderung „Klarheit vor Einheit“ auseinandersetzt, verwiesen, im Resümee der These heißt es: „Einheit durch Klarheit und Klarheit zur Einheit, das betrachtete Karl Marx in seiner Kritik am Gothaer Programm als einen widersprüchlich-dialektischen Prozess, in dem nicht um jeden Preis eine Vereinigung herbeizuführen, aber zumindest eine Aktionseinheit verschiedener Abteilungen der Arbeiterbewegung, die zur Vereinigung führen könne und solle, zu praktizieren sei. Selbst eine solche Aktionseinheit existiert heute nur noch gelegentlich an den Grenzfeldern kommunistischer Politik. In diesem Sinne sind »Klarheit« und »Einheit« keine einmaligen, aufeinander folgenden und damit abgeschlossenen Akte, sondern ein wechselseitiger Zusammenhang sich einander widersprechender und zugleich bedingender Seiten. Es ist dieser Zusammenhang, der – bezogen auf die Stabilität der Partei – auf immer höherer Stufenleiter immer wieder neu hergestellt werden muss.“ Es ist ein Prozess, kein gegebener Zustand und dem sollte Rechnung getragen werden. Das wir auf einen guten Weg zur Einheit kommunistischer Bewegtheit sind, zeigen auch solche Diskussionen, welche sich mit diesem Thema beschäftigen und verschiedene Positionen erkennen lassen.
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Auseinandersetzung, Standpunkt, Diskussion
22.4.2011 von Tolo.
Auseinandersetzung, Standpunkt, Diskussion
Nun ist der Bericht auf einer Internetseite der DKP über die gemeinsame Festveranstaltung von KPD und DKP am 16. April 2011 in Berlin anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung von KPD und SPD zur SED auch an anderer Stelle Gegenstand einer Betrachtung. Sepp Aigner setzt sich im folgenden Beitrag mit Aussagen der Stellvertretenden Parteivorsitzenden der DKP auseinandergesetzt. Dieser Beitrag ist auch ein guter Beleg dafür, dass entsprechende Diskussionen, mit dem Ziel einer einheitlich organisierten kommunistischen Linken, nicht neu sind und erkannter Notwendigkeit entsprechend in Zukunft sogar zunehmen werden. Bevor ich betreffenden Beitrag hier wiedergeben, sei angemerkt, dass sich mit obigen Beitrag auch ein Leserbrief beschäftigt, welcher von einem Teilnehmer erwähnter Veranstaltung geschrieben wurde und auffordert, einige Punkte im Bericht richtig zu stellen. Aber nun der Beitrag von Sepp Aigner:
KPD will Vereinigung mit der DKP
Auf einer gemeinsamen Veranstaltung von KPD und DKP aus Anlass des 65. Jahrestags der SED-Gründung wurde von Seiten der KPD der Wunsch nach Vereinigung der beiden Parteien ausgesprochen. Nina Hager, stellvertretende Vorsitzende der DKP, wies eine solche Perspektive zurück. „Sosehr es nötig ist, sich heute daran zu erinnern, die Lehren aus der Geschichte zu beachten und uns gemeinsam gegen die Verfälschung der Geschichte zu wehren: Es sollte daraus nicht der Schluss gezogen werden, ein ähnlicher Vereinigungsprozess wäre heute möglich.“ Hager nannte als Grund die bestehenden Differenzen.
Ein “ähnlicher Vereinigungsprozess” - ähnlich dem der Vereinigung von KPD und SPD - zwischen der aus der SED hervorgegangenen KPD und der DKP ist tatsächlich nicht “möglich”. Denn dabei würde es sich ja nicht um die Vereinigung von Sozialdemokraten und Kommunisten handeln, sondern um die Vereinigung zweier kommunistischer Parteien. Insofern geht Hagers Vergleich fehl. Es würde sich auch nicht um die Vereinigung grosser Massenparteien handeln, die entscheidenden Einfluss in der Bevölkerung haben, sondern um die Vereinigung zweier kleiner Parteien mit sehr geringem Einfluss.
Nina Hager benennt als Alternative: “Was heute nötig ist, ist, dass wir uns aktiver und offen in die heutigen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen einmischen. Das heißt aber auch, dazu beizutragen, dass die Aktionen und die Prozesse zur Zusammenführung der Kräfte weitergeführt, die Bündnisse breiter und so stark werden, dass eine Wende zu demokratischem und sozialem Fortschritt als wichtiger Schritt auf dem Weg zur grundlegenden Veränderung der Gesellschaft, zum Sozialismus durchgesetzt werden kann.”
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Kommunistische Einheit, Gegenstand einer Betrachtung.
21.4.2011 von Tolo.
Kommunistische Einheit, Gegenstand einer Betrachtung.
Nun fand am 16. April eine gemeinsame Festveranstaltung von KPD und DKP anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung von KPD und SPD zur SED statt. Auf der Veranstaltung wurden Reden gehalten und auch ein Appell der Kommunistischen Initiative (Gera 2010) verlesen. Auf der Seite besagter Initiative finden sich drei Redebeiträge, sowie der verlesene Appell. Vom Ergebnis dieser Veranstaltung wird auch auf einer Internetplattform der DKP berichtet. Nach anfänglicher Übersicht, wird zu einigen Punkten der Veranstaltung Stellung genommen, wobei interessant die Aussagen zum Appell, aber auch zu einer einheitlichen kommunistischen Partei sind. Im folgendem habe ich zum Text einige Anmerkungen gemacht und diese in roter Schrift gehalten:
Veranstaltung anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung von KPD und SPD zur SED
19.04.2011: Vor 65 Jahren, am 21. April 1946, wurde in Berlin die Sozialistische Einheitspartei gegründet. Vorangegangen war der 15. Parteitag der KPD, der für einen Vereinigung der beiden Parteien SPD und KPD votierte, und der 40. Parteitag der SPD. Unter den Anwesenden im Theater am Schiffbauerdamm waren auch mehr als hundert Vertreter aus den westlichen Besatzungszonen, die trotz aller Widrigkeiten und der Drohungen rechter SPD-Vorstandsmitglieder angereist waren. Einstimmig fassten auch die sozialdemokratischen Delegierten den Beschluss zur Vereinigung. An dieses wichtige Datum der revolutionären Arbeiterbewegung und der deutschen Geschichte wurde in einer Festveranstaltung am Samstag, den 16.04.2011, erinnert. Für die DKP sprach Nina Hager, stellvertretende Parteivorsitzende der DKP. Sie erinnerte daran, dass „die Spaltung der revolutionären Arbeiterbewegung damals in ganz Deutschland hätte überwunden werden können. 1946 hatten beide Arbeiterparteien bereits wieder viele Hunderttausend Mitglieder. Vielerorts, auch in den westlichen Besatzungszonen, gab es in den ersten Nachkriegsmonaten eine intensive Zusammenarbeit, Diskussionen, später gemeinsame Aktionsausschüsse und Vorbereitungen für die Vereinigung der Parteien“.
Sie erinnerte aber auch daran, „dass im Jahre 1992 die damals von Rainer Eppelmann geleitete Enquete-Kommission des Bundestages den Auftrag erhielt, alle Möglichkeiten zu nutzen, die DDR und die SED zu delegitimieren. Dazu gehörte eben die These von der „Zwangsvereinigung“, die nicht nur die Ergebnisse der DDR-Forschung völlig negierte, sondern auch den in den Jahren vor 1989/90 vorgelegten zunehmend differenzierenden Forschungsergebnissen westdeutscher Historiker widersprach.“
Dieses möge alles gut und schön zu konstatieren sein, allein verwundern kann es nicht, hat sich doch der Klassenkampf mit den Ereignissen 1989/90 auf eine andere Ebene begeben. Die einzigen, welche das anscheinend nicht wahrnahmen, war die Arbeiterklasse. Das Kapital hingegen führte diesen Kampf mit unverminderter Härte weiter, historische Erkenntnisse, selbst wenn sie eigentlich nicht zu widerlegen sind, spielen keine Rolle, solange sie nicht in die Diskussion mit eingebracht werden. Der Boden für die Verunglimpfung der DDR und der SED war bereitet und Notwendigkeit war gegeben. Es hat auch seine Ursache, warum gerade linke Kräfte dieses oftmals viel zu spät erkannt haben. All zu leicht wurde auf die Totalitarismusdoktrin eingestiegen, dem Pluralismus gehuldigt und die bürgerliche Demokratie als das Ziel höchsten politischen Strebens gepriesen. Eine Schlacht ward verloren und obwohl der Krieg weiter tobt, wurde sich all zu oft den Gelüsten der Sieger dieser Schlacht untergeordnet.
Reiner Zilkenat vom Arbeitskreis der Geschichte der DKP Neukölln stellte die in einer Broschüre zusammengestellten Forschungsergebnisse über die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien im zum damaligen amerikanischen Sektor gehörenden Berliner Stadtteil Neukölln vor. Er konnte nachweisen, dass dies eine Einheit ohne Zwang war, “die ihre Wurzeln in der revolutionären Tradition der Neuköllner Arbeiterbewegung hatte. Aber die Westalliierten hatten deutlich gemacht, dass sie in ihren Sektoren die Vereinigung beider Arbeiterparteien nicht wünschten.”
Dabei war die Einheit der beiden deutschen Arbeiterparteien eine historische Notwendigkeit, welche durch die Ergebnisse des zweiten Weltkrieges noch untermauert wurde. Letztlich stellt sich die Frage, wem hier bewiesen werden soll, dass es sich bei diesem historischen Einigungsprozess um eine zwangs- oder freiwillige Ehe gehandelt hat? Für bekennende Kommunisten stellt sich diese Frage so nicht und deren Gegnerschaft, wird den Klassenkampf unverändert fortsetzen und selbst wenn sie von der Theorie einer Zwangsvereinigung abrücken, weil sie letztlich nicht zu beweisen ist, so hat sie doch ihre Aufgabe erfüllt. Wenn sich kommunistisch orientierte Menschen mit historischen Ereignissen auseinandersetzen, ihrer Gedenken und Erinnern, dann doch eigentlich nur, um aus ihnen Lehren für die Gegenwart zu ziehen. Um sich nur zu erinnern, bracht es keine arbeitenden kommunistischen Organisationen, dazu genügen Traditionsvereine!
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Libyen, Vergangenheit, Gegenwart und zurück?
20.4.2011 von Tolo.
Libyen, Vergangenheit, Gegenwart und zurück?
Libyen, ein Thema, eines unter vielen und gelegentlich ein vergessenes, obwohl hoch aktuell. Und wenn in den „Meinungsfreiheitsmedien“ darüber geschrieben wird, dann triefen die Beiträge vor Hetze gegen die Verteidiger der Errungenschaften des libyschen Volkes. Dabei ist der Frust über die mäßigen Erfolge der Interventionstruppen zur Unterstützung der „Aufständischen“ deutlich zu spüren. Hatte man doch schon zu Beginn des Bürgerkrieges orakelt, dass Gaddafi am Ende sei und nur noch über eine Handvoll treuer Anhänger verfügt. Optimistisch wurde damals von ca. 100 ausgegangen.
Und nun? Die „Aufständischen“ standen vor ihrer verdienten Niederlage und so sahen sich die USA, Frankreich und Großbritannien genötigt, direkt in den Bürgerkrieg einzugreifen. Sie instrumentalisierten die UNO in ihrem Interesse und eine Flugverbotzone wurde ausgerufen. Diese bot nicht nur die Möglichkeit, den libyschen Luftraum zu überwachen und libysche Flugzeuge am Boden zu halten, sondern auch direkt in die Kämpfe einzugreifen sowie libysche Städte zu bombardieren. Im Laufe der Zeit stellte sich aber heraus, dass selbst diese Maßnahmen den Krieg zu Gunsten der „Aufständischen“ nicht - wie gewünscht - beenden konnten. Also werden weitere Maßnahmen ersonnen. Die Maschine der „humanitären“ Hilfe wird in Gang gesetzt, die es nun auch den Deutschen, trotz früherer Bekenntnisse, sich an diesem Krieg nicht direkt beteiligen zu wollen, ein Eingreifen ermöglicht. Dass das deutsche Volk darauf vorbereitet werden muss, versteht sich von selbst. Immerhin lehnt eine deutliche Mehrheit zumindest den Afghanistaneinsatz ab.
So wird wieder verschärft die Propagandakeule geschwungen und von den verschiedensten Greueltaten berichtet. Wer aber solche begeht, ist dem Ziel des Krieges geschuldet. Über die tatsächlichen Täter berichtet die Hofberichterstattung nicht oder verrät sie nur in einer Randnotiz. Mehr ist im Internet zu erfahren, zum Beispiel in diesem Beitrag, welcher sich mit den Hintergründen des Krieges, sowie mit den führenden Personen des Aufstandes und ihren Biographien beschäftigt. Dass dabei Stammesunterschiede eine Rolle spielen, ist nur eine Wahrheit. Eine andere ist, dass die führenden Personen extra zum Aufstand nach Libyen gekommen sind und ihre gut dotierten Tätigkeiten in den USA dafür anscheinend an den Nagel gehängt haben.
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Zum Verhältnis von Führer – Partei – Klasse – Masse – 4 -
15.4.2011 von Tolo.
Zum Verhältnis von Führer – Partei – Klasse – Masse – 4 -
Vorwort:
Wie für Zitate üblich, werden diese in der Regel aus dem Gesamtzusammenhang genommen, dabei ist gerade der historische Umstand entscheidend, welcher bestimmte Schlussfolgerungen hervorgebracht hat. Gerade die letzten drei Zitate zum Thema Führer, Partei, Klasse, Masse, entstammen einer frühen Epoche der Herrschaft des Proletariats in Russland. Sind somit zum Teil Bedingungen geschuldet, wie sie in der kapitalistischen Gesellschaftsformation nicht vorzufinden sind. In den gegenwärtigen Kämpfen können diese Zitat durchaus Interessant und hilfreich sein, nicht nur um die Geschichte des Sozialismus und dessen gegenwärtige Niederlage in Europa aufzuarbeiten. Wünschenswert ist in diesem Zusammenhang, dass Zitate anregen die Schriften zu lesen, welchen sie entnommen wurden und das nicht nur um sie zeitlich besser einordnen zu können, sondern auch um weitere interessante Aussagen zu erschließen.
Zitate:
Um über den Kapitalismus zu siegen, bedarf es richtiger Wechselbeziehungen zwischen der führenden, der kommunistischen, Partei, der revolutionären Klasse, dem Proletariat, und der Masse, d. h. der Gesamtheit der Werktätigen und Ausgebeuteten. Nur die kommunistische Partei, wenn sie tatsächlich die Vorhut der revolutionären Klasse ist, wenn sie alle besten Vertreter dieser Klasse in ihren Reihen zählt, wenn sie aus völlig bewussten, der Sache treu ergebenen Kommunisten besteht, die in zähen revolutionären Kämpfen geschult und gestählt worden sind, wenn diese Partei es verstanden hat, sich mit dem ganzen Leben ihrer Klasse und durch sie mit der ganzen Masse der Ausgebeuteten unlösbar zu verbinden und dieser Klasse und dieser Masse volles Vertrauen einzuflößen – nur eine solche Partei ist fähig, das Proletariat in dem schonungslosesten, in den entscheidenden, letzten Kampf gegen alle Kräfte des Kapitalismus zu führen. Andererseits ist das Proletariat nur unter Führung einer solchen Partei fähig, die ganze Macht seines revolutionären Ansturm zu entfalten, die unvermeidliche Apathie und zum Teil den Widerstand der kleinen Minderheit der von Kapitalismus korrumpierten Arbeiteraristokratie, der alten Führer der Gewerkschaften, Genossenschaften usw. zu überwinden – ist es fähig, seine ganze Kraft zu entfalten, die infolge der ökonomischen Struktur der kapitalistischen Gesellschaft unvermeidlich größer ist als sein Anteil an der Bevölkerung.
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Wissenschaftliche Beratung
11.4.2011 von Tolo.
Am Samstag den 9. April 2011 fand in Berlin eine wissenschaftliche Beratung zum Thema „Für eine vereinte kommunistische Partei in Deutschland“, statt. Auf dieser Tagung wurden ausgearbeitete Thesen diskutiert und „die Teilnehmer der wissenschaftlichen Beratung beschlossen einstimmig einen Appell, der auf der Festveranstaltung von KPD und DKP anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung von KPD und SPD zur SED am 16. April in Berlin übergeben und veröffentlicht werden wird.“ Eine Information zur Veranstaltung ist zwischenzeitliche veröffentlicht worden, wobei der Diskussion, aber auch den Gesprächen in den Pausen interessante Anregungen entnommen werden konnten. Wenn es gelingt, der historischen Notwendigkeit entsprechend, notwendige Impulse für die Einheit der kommunistischen Bewegung in diesem Land zu geben, so wäre schon einiges erreicht. Das es in diesem Zusammenhang notwendig ist, den Kontakt zu weiteren kommunistisch orientierten, sowie kapitalismuskritischen Bewegungen auf- und auszubauen, versteht sich von selbst und war auch Bestandteil so manchen Gespräches am Rande. Dabei spielte die gegenwärtige Kompliziertheit, und die damit verbundenen geringe Wirksamkeit kommunistischer Bewegtheit eine entscheidende Rolle.
Wichtig ist meines Erachtens auch, dass so manches Bekenntnis zum Marxismus-Leninismus dadurch mit Leben erfüllt werden muss, in dem sich mit dieser Lehre intensiver auseinandergesetzt wird, damit sie in der Praxis verbreitete Anwendung findet und nicht, wie gegenwärtig oft üblich, plakativ vor sich hergetragen wird. Insgesamt eine interessante und lehrreiche Veranstaltung, auf welcher mit den Thesen und deren Diskussion ein Schritt in Richtung der Einheit kommunistischer Bewegtheit getan wurde. Die Breite der Teilnehmerzahl, an Hand der Organisationen, welchen die Teilnehmer angehören, untermauert die Notwendigkeit einer einheitlichen Organisation und Vorgehensweise besonders. Da in diesem Zusammenhang festgestellt und mit verschiedenen Beispielen belegt wurde, wie Zusammenarbeit, vorwiegend an der Basis, heute schon funktioniert, ist ein Zeichen dafür, dass zeitentsprechende und der Notwendigkeit gehorchende Initiativen heute meistens von „unten“ ausgehen. In diesem Zusammenhang stehen auch folgende Ausführungen in der Information: „Die Teilnehmer der wissenschaftlichen Beratung beschlossen einstimmig einen Appell, der auf der Festveranstaltung von KPD und DKP anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung von KPD und SPD zur SED am 16. April in Berlin übergeben und veröffentlicht werden wird.“ Zum Appell selbst gab es eine interessante Diskussion und es wurde nicht nur um manche Formulierung gerungen. Verständlich ist, dass dieser Appell nicht vor seiner Übergabe veröffentlicht wird.
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Autorenlesung „HANDWERK UNTERM HAKENKREUZ“
8.4.2011 von Tolo.
Im Rahmen des 11. Quedlinburger Bücherfrühlings findet am 13.Aprill eine Autorenlesung im Antiquariat „Die Büchercouch“ statt:
Mittwoch, 13. April 2011, 18:00 Uhr – Autorenlesung „HANDWERK UNTERM HAKENKREUZ“ von und mit Witold Fischer Antiquariat „Die Büchercouch“, Steinweg 75, 06484 Quedlinburg
Das Handwerk als ältester nicht-agrarischer Wirtschaftszweig des Menschen durchlebte in seiner Geschichte umfangreiche Wandlungen. Wie es sich definiert und welche Rolle es im ökonomischen Gesamtgeschehen einnimmt, wurde in der Literatur bisher eher am Rande behandelt. In der Zeit von 1933 bis 1945 kulminierten einige Entwicklungen, die bis heute Nachwirkungen haben. Andere Erscheinungen sind dagegen verschwunden. Weshalb Handwerker fast ein halbes Jahrhundert lang um Zwangsinnung und Befähigungsnachweis rangen, wird aus den Ausführungen deutlich werden. Zugleich wird sichtbar, weshalb die NS-Demagogie unter dieser Schicht vor 1933 verfangen konnte, weshalb sich aber ab etwa 1936 Handwerker zunehmend in Opposition zum Faschismus fanden.
Eintritt frei
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Zum Verhältnis von Führer – Partei – Klasse – Masse - 3 -
8.4.2011 von Tolo.
Jedermann weiß, dass die Massen sich in Klassen teilen; dass man Massen und Klassen nur dann einander gegenüberstellen kann, wenn man die überwiegende Mehrheit schlechthin, nicht gegliedert nach der Stellung in der sozialen Ordnung der Produktion, den Kategorien gegenüberstellt, der sozialen Ordnung der Produktion eine besondere Stellung einnehmen; dass die Klassen gewöhnlich und in den meisten Fällen, wenigstens in den modernen zivilisierten Ländern, von politischen Parteien geführt werden; dass die politischen Parteien in der Regel von mehr oder minder stabilen Gruppen der autoritativsten, einflussreichsten, erfahrensten, auf die verantwortungsvollsten Posten gestellten Personen geleitet werden, die man Führer nennt. Das alles sind Binsenwahrheiten.
Aus: „Der „linke Radikalismus“, die Kinderkrankheit des Kommunismus“ Lenin Werke Band 31, Seite 26.
Das Verhältnis zwischen Führer, Partei, Klasse und Masse und damit zugleich das Verhältnis der Diktatur des Proletariats und seiner Partei zu den Gewerkschaften hat bei uns jetzt konkrete Form angenommen: Die Diktatur wird durch das in den Sowjets organisierte Proletariat verwirklicht, dessen Führer die Kommunistische Partei der Bolschewiki ist, …
Keine einzige wichtige politische oder organisatorische Frage wird in unserer Republik von irgendeiner staatlichen Institution ohne Direktive des Zentralkomitees unserer Partei entschieden.
Die Partei stützt sich bei ihrer Arbeit unmittelbar auf die Gewerkschaften, …
Faktisch bestehen alle leistenden Körperschaften der weitaus meisten Verbände und in erster Linie natürlich der Zentrale oder des Büros aller Gewerkschaften ganz Russlands … aus Kommunisten und (sie) führen alle Direktiven der Partei durch. Im großen und ganzen haben wir also einen der Form nach nicht kommunistischen, elastischen und verhältnismäßig umfassenden, überaus mächtigen proletarischen Apparat, durch den die Partei mit der Klasse und der Masse eng verbunden ist und durch den, unter Führung der Partei, die Diktatur der Klasse verwirklicht wird. Ohne die engste Verbindung mit den Gewerkschaften, ohne ihre tatkräftige Unterstützung, ohne ihre selbstlose Arbeit beim Aufbau nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Armee, hätten wir das Land selbstverständlich keine 2 ½ Monate, geschweige denn 2 ½ Jahre regieren und die Diktatur ausüben können.
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Zum Verhältnis von Führer – Partei – Klasse – Masse - 2 -
7.4.2011 von Tolo.
… Diktatur (bedeutet) soviel … wie Führung, Zusammenfassung der zersplitterten, zerstreuten werktätigen Massen, ein geschlissenes einheitliches Ganzes zum Sieg über die Kapitalisten, damit sich das Blutbad, das uns schon einmal 10 Millionen Tote und 20 Millionen Krüppel gekostet hat, nicht mehr wiederholt. Um eine Macht zu besiegen, die sich auf starke Armeen, auf die moderne Kultur stützt, ist die Geschlossenheit aller Werktätigen, ist ein einheitlicher eiserner Wille notwendig. Und diesen einheitlichen eisernen Willen können nur die werktätigen Massen aufbringen, nur das Proletariat, nur die klassenbewussten Arbeiter, ….
Aus: Referat auf dem I. Gesamtrussischen Kongress der werktätigen Kosaken.“ Lenin Werke Band 30, Seite 389-390
… die Schlussfolgerung …, die für uns von größter Wichtigkeit ist und von der wir uns in unserer gesamten Tätigkeit leiten lassen müssen: Historisch siegt die Klasse, die fähig ist, die Massen der Bevölkerung zu führen.
… (wir) haben … uns inzwischen durch die Erfahrungen davon überzeugt, dass der Klassenkampf in revolutionären Zeiten in den furchtbarsten Formen geführt wird, dass er aber nur dann siegreich sein kann, wenn die Klasse, die ihn führt, imstande ist, die Mehrheit der Bevölkerung für sich zu gewinnen. In dieser Hinsicht … haben diese Erfahrungen … gezeigt, dass wir die Herrschaft eben der Klasse verwirklichen, deren Mehrheit hinter uns steht, wobei wir besser als jede andere Partei die Bauernschaft als unseren Freund und Bundesgenossen gewinnen.
Aus: „VIII. Gesamtrussische Konferenz der KPR (B)“ Lenin Werke Band 30, Seite 164
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Determinismus
7.4.2011 von Tolo.
Determinismus: philosophische Lehre vom objektiven Zusammenhang und von der wechselseitigen Bedingtheit aller Erscheinungen, Prozesse usw. der Natur, der Gesellschaft und des Denkens auf der Grundlage objektiver Gesetze. Im engeren Sinne: Lehre vom allgemeinen kausalen Zusammenhang aller Dinge und Erscheinungen der objektiven Realität. Die entgegengesetzte Auffassung, der Indeterminismus, bestreitet den kausalen Zusammenhang der Erscheinungen entweder ganz oder teilweise und leugnet die Existenz objektiver Gesetze.
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