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Libyen, Vergangenheit, Gegenwart und zurück?
Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 20.4.2011 @ 17:04 In Historisches, Gefunden im Netz, International | 1 Kommentar
Libyen, Vergangenheit, Gegenwart und zurück?
Libyen, ein Thema, eines unter vielen und gelegentlich ein vergessenes, obwohl hoch aktuell. Und wenn in den „Meinungsfreiheitsmedien“ darüber geschrieben wird, dann triefen die Beiträge vor Hetze gegen die Verteidiger der Errungenschaften des libyschen Volkes. Dabei ist der Frust über die mäßigen Erfolge der Interventionstruppen zur Unterstützung der „Aufständischen“ deutlich zu spüren. Hatte man doch schon zu Beginn des Bürgerkrieges orakelt, dass Gaddafi am Ende sei und nur noch über eine Handvoll treuer Anhänger verfügt. Optimistisch wurde damals von ca. 100 ausgegangen.
Und nun? Die „Aufständischen“ standen vor ihrer verdienten Niederlage und so sahen sich die USA, Frankreich und Großbritannien genötigt, direkt in den Bürgerkrieg einzugreifen. Sie instrumentalisierten die UNO in ihrem Interesse und eine Flugverbotzone wurde ausgerufen. Diese bot nicht nur die Möglichkeit, den libyschen Luftraum zu überwachen und libysche Flugzeuge am Boden zu halten, sondern auch direkt in die Kämpfe einzugreifen sowie libysche Städte zu bombardieren. Im Laufe der Zeit stellte sich aber heraus, dass selbst diese Maßnahmen den Krieg zu Gunsten der „Aufständischen“ nicht - wie gewünscht - beenden konnten. Also werden weitere Maßnahmen ersonnen. Die Maschine der „humanitären“ Hilfe wird in Gang gesetzt, die es nun auch den Deutschen, trotz früherer Bekenntnisse, sich an diesem Krieg nicht direkt beteiligen zu wollen, ein Eingreifen ermöglicht. Dass das deutsche Volk darauf vorbereitet werden muss, versteht sich von selbst. Immerhin lehnt eine deutliche Mehrheit zumindest den Afghanistaneinsatz ab.
So wird wieder verschärft die Propagandakeule geschwungen und von den verschiedensten Greueltaten berichtet. Wer aber solche begeht, ist dem Ziel des Krieges geschuldet. Über die tatsächlichen Täter berichtet die Hofberichterstattung nicht oder verrät sie nur in einer Randnotiz. Mehr ist im Internet zu erfahren, zum Beispiel in diesem [1] Beitrag, welcher sich mit den Hintergründen des Krieges, sowie mit den führenden Personen des Aufstandes und ihren Biographien beschäftigt. Dass dabei Stammesunterschiede eine Rolle spielen, ist nur eine Wahrheit. Eine andere ist, dass die führenden Personen extra zum Aufstand nach Libyen gekommen sind und ihre gut dotierten Tätigkeiten in den USA dafür anscheinend an den Nagel gehängt haben.
Ein weiterer interessanter Beitrag, welcher Einblicke in die libysche Geschichte sowie über spätere Entwicklungen gibt, stammt aus dem Jahre 1971 und war damals mit [2] „Libyen geht neue Wege überschrieben“. Und gerade darum geht es den Aggressoren, die gegangenen neuen Wege zu zerstören! Aufmerksam wurde ich auf diese zwei Beiträge auf der Seite [3] „kritische Massen“. Die Quellen und der Verlauf der Information können dort nachvollzogen werden.
Heute nun findet sich in der Internetausgabe der FAZ ein Beitrag, welcher mit „[4] Rebellen bitten erstmals um Bodentruppen“ überschrieben ist. Aus diesem Beitrag geht klar hervor, warum die ganze Hetzt gegenwärtig betrieben wird. Leider verfängt dieses „Menschenrechtsgeheul“ bei all zu vielen Menschen hierzulande. Es wird sentimental, aber auch brutal auf die Tränendrüsen gedrückt und ohne nachzudenken, geben viele den Tränen freien Lauf und sehen so nur noch verschwommene Bilder. Wo die Brille der Vorurteile nicht mehr so richtig hält, wird zum Wasserschleier gegriffen, die Wirkung ist dieselben, Menschen lassen sich so kurzfristig selbst gegen ihr eigenes Interesse vereinnahmen. In der Regel geht es in solchen Fällen aber meistens darum, nachträglich zu legitimieren, was seit längeren schon praktiziert wird, um dieses Vorgehen letztlich ausweiten zu können.
Ein weiterer Gesichtspunkt dieses Krieges kommt in folgender Überschrift: „[5] Welt kurbelt Hilfe für Libyen an“, zum Ausdruck. Der Beitrag dazu erschien in der MZ, ist in der Internetausgabe bis jetzt nicht zu finden. Wem dabei geholfen wird, ist dem Beitrag zu entnehmen und in erster Linie sind es die Aufständischen, in den von ihnen besten Gebieten, welche versorgt werden. Und das in einem Land, welches vor dem Bürgerkrieg keine solche Hilfe benötigte, sondern ganz im Gegenteil Hilfe leistete. Das es in Libyen vor dem Bürgerkrieg feste Preise für Dinge des Grundbedarf gab, welche vor den Unruhen sogar noch gesenkt wurden, spielt genauso wenig eine Rolle, wie das, nicht nur für afrikanische Verhältnisse, vorbildliche Gesundheitssystem. Zu erfahren ist aber, dass 90% der Flüchtlinge aus der umkämpften Stadt Misrata, welche mittels eines Schiffes nach Bengasi gebracht wurden, ausländische Arbeitskräfte waren. Dass Menschen aus Kriegsgebiete fliehen, entspricht der Natur eines Krieges, das sie dabei oft durch verschieden besetzte Gebiete müssen, ist dem Umstand geschuldet, dass Kriege heute auf ein bestimmtes Gebiet nicht zu begrenzen sind. Wenn nun Flüchtlinge in großer Zahl berichten, dass sie durch Gebiete gekommen sind, welche „faktisch unter der Kontrolle von Gaddafis Truppen stünden“, widerspricht dieses durchaus den ansonsten verbreiteten Greuelnachrichten.
Das letztlich wieder nach Hilfe geschrieen wird, lässt nicht nur den Schreihals erkennen, sondern ist bezeichnend für diesen Krieg, konnten die Aufständischen doch schon einmal nur durch das direkte (eigentlich verschärfte) Eingreifen der USA, Frankreichs und Großbritanniens gerettet werden. Nun scheinen sie sich wieder in einer ähnlichen Situation zu befinden. Die Luftschläge haben nicht den Erfolg gebraucht, welcher gewünscht war, die Waffenlieferungen können fehlende Truppen nicht ersetzen und die bisher im Land agierenden ausländischen Truppen es auch nicht richten, ohne offener in Erscheinung zu treten. Dabei war diese Entwicklung sogar absehbar und es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit sein, bis dem Verlangen der Aufständischen Rechnung getragen wird.
Wirklich dem Verlangen der Aufständischen, doch eher der Kräfte, welche hinter dem Aufstand stehen. Das die NATO dabei mit im Boot sitzt, ist wohl bedacht, kann doch im Zweifelsfall die Bündnispflicht eingefordert werden, wenn die Dreifaltigkeit aus USA, Frankreich und Großbritannien allein ihr Ziel nicht erreicht. Oder sich dieser Krieg im schlimmsten Fall zu einen Flächenbrand im arabischem Raum ausweitet, und dieses Potenzial hat er allemal.
In diesem Zusammenhang und da Ostern vor der Tür steht, somit auch [6] Ostermärsche und – aktionen an den verschiedensten Orten in diesem Land, ist durchaus bezeichnend, dass der Krieg in Libyen keine, oder nur geringe Beachtung findet. An vorderste Stelle steht der Krieg in Afghanistan, gefolgt von der Atomkraft und dem „klassischen“ Konflikt im Nahen Osten. Der Krieg in Libyen scheint selbst in den Kreisen der Friedensaktivisten zu polarisierend zu sein, um sich dieses Themas anzunehmen. Die Medien leisten ganze Arbeit und die Gefahr ist groß, dass das Erwachen leider erst mit der Zeit und viel zu spät, einsetzt. Ähnlich wie in den Kriegen gegen Jugoslawien, Irak und Afghanistan, wo sich die Kriegsbegründenden Greuelnachrichten im Nachhinein als nicht haltbar erwiesen. Dass von den vermeidlichen Siegern diesen Ländern mit den entsprechenden Folgen überzogen wurden, muss eigentlich nicht extra erwähnt werden. Erinnert sei nur an massenweise Vertreibung, Gebietsabspaltungen, das Morden an Holz sammelnden Kindern, die Bombardements auf Bauernhochzeiten, oder das abschlachten von Zivilisten aus amerikanischen Hubschraubern heraus. Beispiel lassen sich viele finden, nur werden die Massaker der Sieger in der Regel als Kollateralschäden bezeichnet.
Eigentlich müssten die Menschen in diesem Land ausreichende Erfahrungen mit den Medien gesammelt haben, trotzdem lassen sich allzu viele verführen, zu Glauben, was die Medien ihnen berichten. Vom Bewusstsein, dass Meinungsfreiheit auch die Freiheit der Lüge beinhaltet, sind wir in diesem Land noch weit entfernt. Ganz zu schweigen von der Erkenntnis, dass die Pressefreiheit, eben auch die [7] Freiheit der Manipulation beinhaltet! Später dann zu sagen, dass man es nicht gewusst hätte, oder wenn man das gewusst hätte, ist leicht, aber auch eine der simpelsten Ausreden. Wie es mit den [8] Osterbräuchen so ist, last uns Eierverstecken, das Wetter ist schön, eine [9] strahlende Zukunft erwartet uns, wenn wir uns nicht vorher in Kriegen schon vernichten!
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[1] Beitrag: http://www.muslim-markt.de/forum/messages/2917.htm
[2] „Libyen geht neue Wege überschrieben“.: http://data6.blog.de/media/152/5501152_3f2a89b746_d.pdf
[3] „kritische Massen“: http://kritische-massen.over-blog.de/article-libyen-nicht-revolution-sondern-kon
terrevolution-71927791.html
[4] Rebellen bitten erstmals um Bodentruppen: http://www.faz.net/s/Rub87AD10DD0AE246EF840F23C9CBCBED2C/Doc%7EE62D4B59EB2514FCC
B25C33392BD9D0D7%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html?nwl_politikanalysen
[5] Welt kurbelt Hilfe für Libyen an: http://kucaf.de/__oneclick_uploads/2011/04/mz_libyen_200411.pdf
[6] Ostermärsche und – aktionen: http://kommunistische-initiative.org/ostermarsche-und-%E2%80%93aktionen/
[7] Freiheit der Manipulation: http://kucaf.de/2011/02/11/pressefreiheit-die-freiheit-der-manipulation/
[8] Osterbräuchen: http://kucaf.de/2008/03/22/osterbrauch/
[9] strahlende Zukunft: http://kucaf.de/2011/03/26/eine-strahlende-zukunft/
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