Archive für 21.4.2011

Kommunistische Einheit, Gegenstand einer Betrachtung.

Kommunistische Einheit, Gegenstand einer Betrachtung.

Nun fand am 16. April eine gemeinsame Festveranstaltung von KPD und DKP anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung von KPD und SPD zur SED statt. Auf der Veranstaltung wurden Reden gehalten und auch ein Appell der Kommunistischen Initiative (Gera 2010) verlesen. Auf der Seite besagter Initiative finden sich drei Redebeiträge, sowie der verlesene Appell. Vom Ergebnis dieser Veranstaltung wird auch auf einer Internetplattform der DKP berichtet. Nach anfänglicher Übersicht, wird zu einigen Punkten der Veranstaltung Stellung genommen, wobei interessant die Aussagen zum Appell, aber auch zu einer einheitlichen kommunistischen Partei sind. Im folgendem habe ich zum Text einige Anmerkungen gemacht und diese in roter Schrift gehalten:

Veranstaltung anlässlich des 65. Jahrestages der Vereinigung von KPD und SPD zur SED

19.04.2011: Vor 65 Jahren, am 21. April 1946, wurde in Berlin die Sozialistische Einheitspartei gegründet. Vorangegangen war der 15. Parteitag der KPD, der für einen Vereinigung der beiden Parteien SPD und KPD votierte, und der 40. Parteitag der SPD. Unter den Anwesenden im Theater am Schiffbauerdamm waren auch mehr als hundert Vertreter aus den westlichen Besatzungszonen, die trotz aller Widrigkeiten und der Drohungen rechter SPD-Vorstandsmitglieder angereist waren. Einstimmig fassten auch die sozialdemokratischen Delegierten den Beschluss zur Vereinigung. An dieses wichtige Datum der revolutionären Arbeiterbewegung und der deutschen Geschichte wurde in einer Festveranstaltung am Samstag, den 16.04.2011, erinnert. Für die DKP sprach Nina Hager, stellvertretende Parteivorsitzende der DKP. Sie erinnerte daran, dass „die Spaltung der revolutionären Arbeiterbewegung damals in ganz Deutschland hätte überwunden werden können. 1946 hatten beide Arbeiterparteien bereits wieder viele Hunderttausend Mitglieder. Vielerorts, auch in den westlichen Besatzungszonen, gab es in den ersten Nachkriegsmonaten eine intensive Zusammenarbeit, Diskussionen, später gemeinsame Aktionsausschüsse und Vorbereitungen für die Vereinigung der Parteien“.

Sie erinnerte aber auch daran, „dass im Jahre 1992 die damals von Rainer Eppelmann geleitete Enquete-Kommission des Bundestages den Auftrag erhielt, alle Möglichkeiten zu nutzen, die DDR und die SED zu delegitimieren. Dazu gehörte eben die These von der „Zwangsvereinigung“, die nicht nur die Ergebnisse der DDR-Forschung völlig negierte, sondern auch den in den Jahren vor 1989/90 vorgelegten zunehmend differenzierenden Forschungsergebnissen westdeutscher Historiker widersprach.“

Dieses möge alles gut und schön zu konstatieren sein, allein verwundern kann es nicht, hat sich doch der Klassenkampf mit den Ereignissen 1989/90 auf eine andere Ebene begeben. Die einzigen, welche das anscheinend nicht wahrnahmen, war die Arbeiterklasse. Das Kapital hingegen führte diesen Kampf mit unverminderter Härte weiter, historische Erkenntnisse, selbst wenn sie eigentlich nicht zu widerlegen sind, spielen keine Rolle, solange sie nicht in die Diskussion mit eingebracht werden. Der Boden für die Verunglimpfung der DDR und der SED war bereitet und Notwendigkeit war gegeben. Es hat auch seine Ursache, warum gerade linke Kräfte dieses oftmals viel zu spät erkannt haben. All zu leicht wurde auf die Totalitarismusdoktrin eingestiegen, dem Pluralismus gehuldigt und die bürgerliche Demokratie als das Ziel höchsten politischen Strebens gepriesen. Eine Schlacht ward verloren und obwohl der Krieg weiter tobt, wurde sich all zu oft den Gelüsten der Sieger dieser Schlacht untergeordnet.  

Reiner Zilkenat vom Arbeitskreis der Geschichte der DKP Neukölln stellte die in einer Broschüre zusammengestellten Forschungsergebnisse über die Vereinigung der beiden Arbeiterparteien im zum damaligen amerikanischen Sektor gehörenden Berliner Stadtteil Neukölln vor. Er konnte nachweisen, dass dies eine Einheit ohne Zwang war, “die ihre Wurzeln in der revolutionären Tradition der Neuköllner Arbeiterbewegung hatte. Aber die Westalliierten hatten deutlich gemacht, dass sie in ihren Sektoren die Vereinigung beider Arbeiterparteien nicht wünschten.”

Dabei war die Einheit der beiden deutschen Arbeiterparteien eine historische Notwendigkeit, welche durch die Ergebnisse des zweiten Weltkrieges noch untermauert wurde. Letztlich stellt sich die Frage, wem hier bewiesen werden soll, dass es sich bei diesem historischen Einigungsprozess um eine zwangs- oder freiwillige Ehe gehandelt hat? Für bekennende Kommunisten stellt sich diese Frage so nicht und deren Gegnerschaft, wird den Klassenkampf unverändert fortsetzen und selbst wenn sie von der Theorie einer Zwangsvereinigung abrücken, weil sie letztlich nicht zu beweisen ist, so hat sie doch ihre Aufgabe erfüllt. Wenn sich kommunistisch orientierte Menschen mit historischen Ereignissen auseinandersetzen, ihrer Gedenken und Erinnern, dann doch eigentlich nur, um aus ihnen Lehren für die Gegenwart zu ziehen. Um sich nur zu erinnern, bracht es keine arbeitenden kommunistischen Organisationen, dazu genügen Traditionsvereine!

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