Archive für 15.8.2011

Die Macht der DDR war groß, die Angst vor dieser Macht ist heute größer denn je.

Klassenkampf, ein Kampf welcher beständig geführt wird, auch in dem er geleugnet wird!

Nicht die Mauer war für die herrschenden Kreise der BRD das Problem, sondern die damit klar geklärten Eigentumsverhältnisse zu Ungunsten des Kapitals im Osten Deutschlands, in der DDR! Damit sich so etwas nicht wieder ereignet sind die betroffenen Kreise bemüht die DDR zu dämonisieren, sie zu kriminalisieren und das obwohl sie seit über zwanzig Jahren nicht mehr existent ist. Die Macht der DDR war groß, die Angst vor dieser Macht ist heute größer denn je! Denn gerade in Zeiten sich zuspitzender Krisen, permanenter Erschütterungen im Gebälk des Kapitals und der sich täglich beweisenden Unfähigkeit des kapitalistischen Systems gravierende Menschheitsprobleme zu lösen, kommt es darauf an eine jede mögliche Alternative zu diesem System in Abrede zu stellen. Das in diesem Zusammenhang durchaus über Mauern nachgedacht werden muss steht außer Frage, gerade auch über deren Ursächlichkeit. Und war es nicht das Bürgertum, welches sich überhaupt erst im Schatten der Mauern mittelalterlicher Städte erfolgreich entwickeln und emanzipieren konnte und nach wie vor Mauern zum Schutz seiner Interessen errichtet, unterhält und erweitert? Diese Mauern sind nicht immer sichtbar, sie nehmen vielschichtige Gestallt an. Materialien sind dabei nicht nur Beton, Spann- und Stacheldraht, Überwachungstechnik, Minenfelder, sondern auch Gesetze, Grenzen, nationalstaatliche wie auch solche von Bündnissen wie der EU.

Und wie viele Menschen sterben täglich beim Versuch diese sichtbaren, wie auch unsichtbaren Mauern zu überwinden? Die Mauer ist ein Instrument bürgerlichen Seins und dient den Kräften des Kapitals ihre Interessen zu waren. Die Grenze der DDR hingegen schloss Kapitalinteressen aus, aus diesem Grund wird diese Mauer als etwas Unmenschliches dargestellt. Das sich zu diesem Zweck die Toten an dieser Grenze gut instrumentalisieren lassen steht wohl außer Frage. Dass die Toten an den eigenen Mauern viel Zahlreicher waren und sind, wird gern vergessen. Vergessen wird aber auch, dass in jüngster Vergangenheit, nach dem Ende der DDR und somit auch der „Mauer“, in viel kürzester Zeit, außerhalb der eigenen Grenzen, ein viel größere Zahl an Toten zu verantworten ist, egal ob in Jugoslawien, Afghanistan, vor den Küsten Somalias oder an anderen Orten wo „Mauern“ des Kapitals zu errichten, zu schützen und auszubauen sind. Vergessen wir nicht, Mauern haben immer zwei Seiten, in jedem Fall werden sie aber zur Wahrung von Interessen errichtet.

Und so wird gegen Vergangenes weiter gehetzt, dahinter stehende Interesse gern verschleiert, die eigenen Interessen wahrend, werden eigene „Mauern“ verteidigt und auch Menschen getötet!

Ja, bei aller politischen Rhetorik sollte nicht vergessen werden, nach den Interessen zu fragen, welche hinter den Darstellungen stehen, selbes trifft natürlich auch für die politische Tat zu!

In der MZ von heute gibt es auf der Titelseite einen Artikel welcher mit „Empörung über Rostocker Mauer-Eklat“ überschrieben ist. In diesen ist zu erfahren „Delegierte boykottierten Gedenkminute“ und das der sachsenanhaltinische Ministerpräsident dieses als „Zynismus und Borniertheit“ geißelt. (Dabei ist Sachsen-Anhalt nun nicht nur das Land der Frühaufsteher und früher sterbenden, sondern auch das Bundsland mit der höchsten Selbstmordrate.)

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