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Über den Sinn medialen Kampfes!
Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 29.8.2011 @ 17:08 In Links-bewegt., Gefunden im Netz, aus Diskussionen | 1 Kommentar
Der mediale Kampf ist unmittelbarer Ausdruck des ideologischen Kampfes, welcher eine der drei Grundformen des [1] Klassenkampfes ist. Gerade in diesem Zusammenhang gilt es nicht nur zu klären, was unter [2] Ideologie zu verstehen ist, sondern auch andere Begrifflichkeiten sind ihres Inhalts nach zu sondieren. Dieses ist allein schon aus dem Grund wichtig, damit es nicht zu Unstimmigkeiten und somit zu ungewollten Missverständnissen kommt.
Auf seiner [3] Seite stellt Sepp Aigner die Frage, nach dem Sinn des „Bloggen gegen die Mainstream-Lügen“. Dabei können durchaus schon berechtigte Zweifel aufkommen, wenn die gegenwärtigen Ergebnisse betrachtet werden und speziell der Einfluss auf praktische politische Tat. Nun ist der Zweifel aber eine entscheidende Kraft die Treibt, in der Regel in Richtung Erkenntnisgewinn. Es ist auch gut diese Frage aufzuwerfen, Menschen sollten ihr Tun immer hinterfragen, letztlich kann so die Tat Ablehnung, aber auch Bestätigung finden. In diesem Fall eher Bestätigung, da gerade die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, wie notwendig es ist, sich mit den Aussagen in den Medien auseinanderzusetzen, diese zu hinterfragen und auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ergänzend dazu ist es zwingend notwendig Informationsquellen zu erschließen, welche weitgehend unabhängig von den Meinungsmachemedien agieren. Dieses ist gegenwärtig besonders im Zusammenhang mit Libyen zu sehen, wo selbst Jagd auf kritische Journalisten gemacht wird und ansonsten nur Meldungen verbreitet werden, welche die Lage in Libyen verzehrt, entstellt, verkehrt wiedergeben. Schwerpunkte werden Verschoben, Schuld und Schuldige vom vorgegebnen Standpunkt aus klar definiert, ohne Berücksichtigung der ursächlichen Begebenheiten. Dabei findet sich in jeder Nachricht zumindest ein Funken Wahrheit, welchen es zu entdecken und herauszuarbeiten gilt.
Letztlich handelt es sich um einen Kampf, in welchen der Gegner hochgerüstet ist und es schwer ist „Geländegewinne“ zu erzielen. Entscheidend in diesem Kampf ist der Grad des politischen Bewusstseins und der Standpunkt der Akteure, ist das Engagement vieler Einzelner und die wachsende Fähigkeit sich zu vernetzen. Dabei besteht eine Aufgabe gerade auch darin Aufklärend zu wirken und sich auch mit Meinungsfreiheit auseinanderzusetzen und herauszuarbeiten, dass Meinungsfreiheit auch die Freiheit der Lüge beinhaltet, von welcher die Meinungsmachemedien reichlich gebrauch machen.
Zum Beitrag selbst hatte ich folgenden Kommentar hinterlassen und es beleibt zu wünschen, dass sich eine konstruktive Diskussion zum Thema entwickelt.
Hallo Sepp,
ich habe auch keine fertige Antwort, aber einige Gedanken zum Thema:
„Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muss durch ihren Kopf hindurch; aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab.“ [4] [1] Und so haben die Blogger, welche gegen den Libyenkrieg bloggen, oder auch allgemein gegen die Meinungsmachemedien, eine Aufgabe übernommen, welche erst im Laufe der Zeit andere, praktische Wirkung zeigen wird. Aus diesem Grund hier noch ein zweites Zitat von F. Engels: „Der große Grundgedanke, dass die Welt nicht als ein Komplex von fertigen Dingen zu fassen ist, sondern als ein Komplex von Prozessen, worin die scheinbar stabilen Dinge nicht minder wie ihre Gedankenabbilder in unserm Kopf, die Begriffe, eine ununterbrochene Veränderung des Werdens und Vergehens durchmachen, in der bei aller scheinbaren Zufälligkeit und trotz aller momentanen Rückläufigkeit schließlich eine fortschreitende Entwicklung sich durchsetzt – dieser große Grundgedanke ist, namentlich seit Hegel, so sehr in das gewöhnliche Bewusstsein übergegangen, dass er in dieser Allgemeinheit wohl kaum noch Widerspruch findet. Aber ihn in der Phrase anerkennen und ihn in der Wirklichkeit im einzelnen auf jedem zur Untersuchung kommenden Gebiet durchzuführen, ist zweierlei. Geht man aber bei der Untersuchung stets von diesem Gesichtspunkt aus, so hört die Forderung endgültiger Lösungen und ewiger Wahrheiten ein für allemal auf; man ist sich der notwendigen Beschränktheit aller gewonnenen Erkenntnis stets bewusst, ihrer Bedingtheit durch die Umstände, unter denen sie gewonnen wurde; aber man lässt sich auch nicht mehr imponieren durch die der noch stets landläufigen alten Metaphysik unüberwindlichen Gegensätze von Wahr und Falsch, Gut und Schlecht, Identisch und Verschieden, Notwendig und Zufällig; man weiß, dass diese Gegensätze nur relative Gültigkeit haben, dass das jetzt für wahr Erkannte seine verborgene, später hervortretende falsche Seite ebensogut hat wie das jetzt als falsch Erkannte seine wahre Seite, kraft deren es früher für wahr gelten konnte; dass das behauptete Notwendige sich aus lauter Zufälligkeiten zusammensetzt und das angeblich Zufällige die Form ist, hinter der die Notwendigkeit sich birgt – und so weiter.“[5] [2]
Nun scheit mir, dass das gewöhnliche Bewusstsein heute selbst hinter dieser Erkenntnis zurückgefallen ist. Die Meinungsmachemedien haben ganze Arbeit geleistet, es ist schwer den geschaffenen Glauben an diese infrage zustellen, Aufklärung tut Not! Dabei sind die modernen Massenmedien das Opium fürs Volk, Glaube heißt vertrauen und nicht Wissen, religiöser Glaube heißt blindes Vertrauen. Die Massenmedien haben die klassischen Religionen hierzulande lange schon abgelöst und ihnen wird zum Teil blind vertraut. Freies Denken ist vielen Menschen fremd, auch wenn sie vermeinen das ihre Gedanken frei sind, sind diese doch den verschiedensten Einflüssen ausgesetzt, entsprechen ganz bestimmten Umständen, entspringen ihren Lebensverhältnissen. Nun aber treten neue Medien auf den Plan, das Internet macht es möglich und sich verändernde gesellschaftliche Verhältnisse schaffen die Notwendigkeit ihres kritischen Seins. Menschen beginnen zu zweifeln, und der Zweifel ist die Kraft die Treibt, sie entwickeln unabhängige Gedanken, sie hinterfragen Aussagen in den Medien, sie fangen an nicht mehr blind zu vertrauen und letztlich lernen sie zu erkennen, wie ihr eigenes praktisches Leben so manche Aussage in den Medien widerlegt.
Das geht nicht von heute auf morgen, ganz im Gegenteil, es braucht seine Zeit, aber es wird die Zeit kommen, dass freies Denken der Medienmacht geballt gegenübertritt und sich dieses in den Taten der Menschen spiegelt! Steter Tropfen höhlt den Stein und der Verlust religiösen Glaubens hat in erster Linie etwas mit Vertrauensverlust zu tun, Vertrauensverlust in die Meinungsmachemedien, in das System des Kapitals selbst! Somit ist das Bloggen gegen die Mainstream-Lügen nicht vergeblich, sondern notwendiger den je und desto mehr sich daran beteiligen, desto größer der Kreis wird, desto erfolgreicher wird es sein und desto eher wird es auch praktische Wirkung zeigen.
Solidarischen Gruß
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[1] Klassenkampfes: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2010/01/09/klassenkampf/
[2] Ideologie: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2009/11/06/ideologie/
[3] Seite: http://kritische-massen.over-blog.de/article-bloggen-gegen-die-mainstream-lugen-
vergeblich-82782298.html
[4] [1]: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2009/11/06/bewegung-handlungen-und-resultate
/
[5] [2]: http://ml-theorie-gedanken.kucaf.de/2009/12/15/die-welt-ein-komplex-von-prozesse
n/
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