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Dieser Eintrag stammt von Tolo Am 31.8.2011 @ 09:19 In Gefunden im Netz, aus Diskussionen, Allgemein | 1 Kommentar

Vorgestern hatte ich [1] hier auf ein Diskussion verwiesen, den Sinn des Bloggens betreffend, in der Zwischenzeit wurden weiter Kommentare zum Thema geschrieben, welche verschiedne Erfahrungen widerspiegeln. Dieses nahm ich zum Anlass gestern folgenden weiteren [2] Kommentar zu schreiben:

Hallo Sepp & Mitleser,

sind ja nicht uninteressant die verschiednen Meinungen, entsprechen sie doch konkreten Erfahrungen. Trotzdem gilt nach wie vor, wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still, nur warum will der starke Arm nicht? Mangelt es am Bewusstsein dieser Stärke? Gibt es keine erkennbare Notwendigkeit diese Stärke zu zeigen? Weis Mensch nicht wo er steht und hegt die Hoffnung zu „größeren“ berufen zu sein und ohnehin geht es einen ja noch gut, am besten nicht daran rühren, wird eh schlechter? Geht es im Verständnis nur Bergab und mit Widerstand würde dieser Prozess sich nur beschleunigen, ohnehin ist Verkündetherweise praktizierte Politik alternativlos?! Sind die Menschen hierzulande hirngewaschen, mit Persil zum klaren Gedanken, so klar, dass er eines jeden Inhaltes beraubt wurde und nur das Schillern der Seifenblasen übrig bleibt?

In meinem ersten Kommentar hatte ich zwei Zitate von F. Engels angebracht, die dort enthaltenen Aussagen haben nichts an ihrer Gültigkeit verloren. Unsere Aufgabe ist es dabei zu erkennen, zu ergründen, zu erfassen, zu vermitteln, aufzuklären! Der dargestellten Verklärtheit gesellschaftlichen Sein, die entsprechende Aufklärung entgegenzusetzen!

Dabei sollten wir auch nicht vergessen, dass es den Kräften des Kapitals durchaus gelungen ist, Widerstand in ihrem Interesse zu instrumentalisieren und zu ritualisieren. Gelegentlich kommt es vor, dass das nicht gelingt, das ist aber gegenwärtig noch selten, viel öfter gelingt es Widerstand auf gewünschte Bahnen zu lenken, oder zumindest abzulenken, zu entschärfen, ihm die Wirkung und Wucht zu nehmen, ihn letztlich wenig erfolgreich erscheinen zu lassen. Gutes Beispiel ist Stuttgart 21, erst gab es gegen diese Projekt keinen Widerstand, welcher öffentlich wirksam war, als er sich zum Baubeginn entwickelte und zunahm, schienen die Machthaber etwas irritiert, setzten gar Gewallt ein, was im nachhinein mit Krokodilstränen bedauert wurde, da der Widerstand nicht zu brechen war, sondern ganz im Gegenteil sogar noch zunahm. So wurde sich für den etwas längeren, aber erfolgreicheren Weg entschieden, es wurde verhandelt, ein Schlichter eingesetzt und da der Glaube an das System in diesem Lande, an verklärte Rechtsstaatlichkeit tief verwurzelt ist, konnte so der entscheidende Widerstand gebrochen werden. Was jetzt zu sehen ist, ist zersplitterter Widerstand, ein Sack voller Kompromisse, der Weg durch die Instanzen, in welchen alles zerredet werden kann und die Zeit gegen jene Arbeitet, welche den Widerstand gegen diese Projekt aufrecht erhalten. Und dabei ist es in diesem Fall nicht etwa um politische, sondern um ökonomische Interessen gegangen.   

Oder schauen wir uns die Welt gewerkschaftlichen Seins an, die Rituale, welche ersonnen wurden um vorgeblich die Interessen der Werktätigen durchzusetzen, genau betrachtet dienen diese in der Regel den Unternehmen.

Und dann das leidliche Thema Wahlen und könnte es nicht sein, dass Wahlverweigerung ein Schritt richtiger Erkenntnis ist? Nämlich dass diese Menschen erkannt haben, dass sie mittels Wahlen keine Veränderungen in ihrem Interesse bewirken können? Sicher gilt es dort nicht stehen zu bleiben, sonder nach Möglichkeiten zu suchen, wie Abhilfe geschaffen werden kann. Die Erkenntnis der beschränkten Möglichkeit, schließt die Suche nach neuen Möglichkeiten nicht aus, sondern ist eine Voraussetzung dafür! Ich gehe z. B. wählen um mir mit jedem Gang zur Wahlurne zu beweisen, dass mittels Wahlen keine Veränderungen innerhalb des Systems möglich sind, höchstens einige kleine kosmetische Korrekturen! Aber allein dieser Beweiß ist es für mich wert wählen zu gehen, da die Beschränktheit des demokratischen Systems dort offen zu Tage tritt!

Nein, es kommt darauf an zu lernen, empirisch, aber vor allen auch theoretisch, welche Schlüsse können aus den praktischen Erfahrungen gezogen werden, was ist verallgemeinerungswürdig, welche Gesetzmäßigkeiten stecken hinter den einzelnen Vorgängen usw. usf. Die Meinungsmachemedien werden so etwas nicht tun, sie werden weiter massenweise Pulver in die Hirne streuen, damit diese auch schön sauber sind, klar, glasklar, mit bunten schillernden Seifenblasen. Aber wer soll es tun, wenn nicht wir? Auch wenn wir nicht über ideale Voraussetzungen verfügen, sollten wir die Möglichkeiten nutzen welche uns zur Verfügung stehen. Uns mit den Problemen unser Zeit auseinandersetzen, zu sammeln, zu erkennen, zu untersuchen, zu lernen, zu lehren, ist eine Notwendigkeit nicht nur unserer Zeit. [3] Uns aus dem Elend zu erlösen, … es bleibt uns nichts anderes übrig und mit der Zeit werden wir auch immer besser werden, immer mehr Erfolg haben und die Welt verändern helfen! Das Ziel unseres Tuns muss daher auch eine neue Organisiertheit sein, welche es vermag die vorhandene Macht zu bündeln und im Interesse der Menschen zu nutzen, dabei sollten wir aber auch nicht verkennen, dass wir noch ziemlich am Anfang stehen!

Gruß


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[2] Kommentar: http://kritische-massen.over-blog.de/article-bloggen-gegen-die-mainstream-lugen-
vergeblich-82782298-comments.html#comment88007688

[3] Uns aus dem Elend zu erlösen, …: http://www.youtube.com/watch?v=UXKr4HSPHT8

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