Archive für 26.9.2011

Gedanken eines Dritten zum Text:…

In der Mailingliste der Freidenker fand sich ein Text zum Papstbesuch, zu diesem Text habe ich folgenden Gedanken hinterlassen:

Gedanken eines Dritten zum Text:

Nun war der Papstbesuch nicht zufällig und wenn wir davon ausgehen das selbst der Zufall gesetzmäßig ist, auch kein Wunder! Dabei ist gerade der katholische Glaube, ein Wunderglaube!

Wirtschaftliche Verquickung mit der Politik ist ohnehin allgemein und so sind politische Entscheidungen nach ihrem ökonomischen Hintergrund zu hinterfragen, weniger nach ihrem religiösen. Gerade auch im Zusammenhang mit Solarprojekten in Afrika.

Und es werden in Afrika Kriege geführt, eine Region dauerhaft destabilisiert usw. usf. Vielleicht ein Grund (die Solarprojekte), dass die Bundesregierung im Krieg gegen Libyen einen Sonderweg eingeschlagen hat, welcher nichts nutzte, da von den Bündnispartnern zugeschlagen wurde. Ja, so unterschiedlich können Interessen sein und die Franzosen setzen ohnehin nach wie vor auf ihren Atomstrom! Solange in dieser Region aber kein Frieden herrscht, solange werden diese „Solarprojekte“ Luftnummern bleiben. Aber vielleicht kann ja mit dieser Luft Strom erzeugt werden? Vielleicht mit Gottes Hilfe, Glaube soll ja bekanntlich Berge versetzen können … letztlich aber nur, wenn er menschliche Tat zeugt!

Nee, der Papst macht nichts zufällig, es ist sein Gott, welcher eingibt was er zu tun und zu sagen hat! Eine besser Ausrede ist kaum zu finden, bestimmt doch das Handeln der Menschen auch sein tun. Aber ob nun Papst oder nicht, letztlich geht es um Produktivkraftentwicklung und solange mit einer Technologie Geld verdient werden kann, wird diese eingesetzt, egal wo auf der Welt. Dabei wäre es unrealistisch anzunehmen, dass Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten und vor allen auch Notwendigkeiten nicht erkennen würden. Gerade auch Unternehmen wie Siemens, also wird das Unternehmen der notwendigen Produktivkraftentwicklung in seinem Interesse Rechnung tragen. Das sich zu diesem Zweck jener politische Kraft bedient wird, welche dem Interessen am besten dienen kann, ist nichts neues. Sollte es eine solche Kraft nicht geben, so würde eine geschaffen werden. Die eigenen Interessen gilt es vertreten zu lassen und die Grünen haben sich im Laufe der Jahre von einer bürgerlichen Partei des Mittelstandes, der Mittelschicht, zu einer Partei entwickelt welche durchaus in der Lage ist die Interessen des Grußkapitals zu vertreten. Wenn die Grünen nun auch noch Unterstützung vom Papst bekommen, so ist das sicher hilfreich, aber nicht unbedingt Notwendig. Ihre Popularität ist in letzter Zeit gestiegen, zu hinterfragen bleibt warum?

Das kurz nach Wahlen kaum noch über eventuelle Wahldebakel gesprochen wird, ist auch alles andere als neu, davon können die Medien viel erfolgreicher ablenken als es einem Papst überhaupt möglich ist. Damit soll die Bedeutung des Pabstbesuches nicht in Frage gestellt werden, nur darauf verwiesen, dass dieser in seiner Bedeutung auch nicht überschätzt werde.

Nun wird der Papst seinen Grund gehabt haben, ein Hauptgrund kann durchaus gewesen sein ein Zeichen zu setzen, seine Schäfchen hierzulande nicht nur zu zählen, sondern ihre Zahl nicht weiter schwinden zu lassen, sie zu motivieren treu beim Kreuze zu bleiben. Dabei sind die Verbindungen der beiden großen christlichen Kirchen zu diesem Staat sehr innig. Es fließen jährlich etliche Milliarden vom Staat zur Kirche und wenn eine Einladung ausgesprochen wird, dann ist auch der Papst Gast und dem Gastgeber obliegt es die Zeche zu zahlen. Manche Gründe können trivial sein, meistens entspringen sie der Trivialität des Geldes. Dass der Papst auch aus diesem Land stammt, möge als werbewirksamer Fakt Berücksichtigung finden. Dem Papst geht es in erste Linie also um eigene Interessen und wo kann für den eigenen Glauben am besten geworben werden, als unter Gläubigen? Materialisten werden dabei immer ihr Fett abbekommen, sie sind nicht bekehrbar, sie sind Missionsresistent, solange sie auf weltanschaulich materialistischer Grundlage unterwegs sind. Sind heute aber selbst viele sich links nennend und gebende nicht einmal, eher neigen sie zum objektiven, gar subjektiven Idealismus, manchmal es selbst nicht einmal erkennend. Das ist aber eine andere Geschichte.

Der Papst kam um zu Missionieren, aber auch um seine Schäfchen beim Kreuz zu halten. Dabei wird es sicher auch Menschen geben welche auf der Suche nach Perspektiven, nach Lösungen für ihre Probleme in den Schoß der Kirche fallen. Allein gibt es heute weitaus mehr Möglichkeiten als diese. Vergessen werden sollte aber auch nicht, selbst wenn sich das System des Kapitals der Kirchen bedient, religiösen Glauben in seinem Interesse nutz, dass die Kräfte des Kapitals aber auf diese Kirchen verzichten können, sie haben eine neue Religion geschaffen. Die Papstkirche ist eine mittelalterliche Erscheinung welche dem feudalen System entspricht, die Reformation hat diese für das Bürgertum in früher Zeit praktikabel gemacht, so dass das Bürgertum seine Interessen mittels dieser Religion kommunizieren konnte. Die weitere Entwicklung der Produktivkräfte ließ die Bedeutung der klassischen Kirche, selbst der reformierten, schwinden, was sich in der Aufklärung spiegelte. Und so benötigte die französische Revolution nicht einmal mehr diese Kirche um ihre Interessen zu kommunizieren, sie schaffte diese sogar ab. Das Napoleon sie wieder einführte hatte durchaus Gründe, ganz wollte das Bürgertum auf dieses Mittel der Macht, auf dieses Instrument des ideologischen Kampfes  dann doch nicht verzichten. Nur wird der ideologische Kampf heute nur noch geringfügig mittels kirchlicher Institutionen geführt, die Hauptarbeit leisten die Massenmedien, sie sind das modere Opium für das Volk, die chemische Droge der Gegenwart, welche dem Volk beständig verabreicht wird.

Und das der Papst auch die Interessen der „deutschen Bourgeoisie“ unterstützt ist allein schon dadurch erklärbar, dass diese letztendlich entscheidet was seiner Kirche vom Staat zugeschustert wird. Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe! Dem Kapital ist es dabei egal, mit was sich Menschen von ihren eigentlichen Problemen ablenken lassen, ob durch ihren Glauben an einen christlichen, oder anderen Gott, ob durch ihre Flucht in so genannte soziale Netzwerke, Esoterikkreise, oder Verschwörungstheorien. Wobei Religionen durchaus einen Vorteil haben, auf Grund ihrer Loslösung von irdischen Interessen taugen sie gut um Menschen gegeneinander zu vereinnahmen, sie aufeinander zu hetzen und so selbst Menschen gegen ihre eigenen Interessen agieren zu lassen. Gesellschaftlich Verbündete können so zu Feinde erklärt werden, im Kampf für ihren Gott, gegen den Gott der anderen. Islamismus ist z. B. ein Kampfbegriff, welcher gerade zur Ablenkung von denn eigentlichen gesellschaftlichen Problemen genutzt wird. Einende irdische Probleme werden unter göttlich, himmlische Verborgen! Aber wie schon geschrieben, heute gibt es auch andere und wirkungsvollere Instrumente der Ablenkung von und Vereinnahmung gegen die eigenen Interessen.

So gibt es die verschiedensten Richtungen in welche auf der Suche nach Lösungen für die gegenwärtigen gesellschaftlichen Probleme gegangen wird. Das ‚zurück ins Mittelalter’ eine ist, ist sicher nicht von der Hand zu weisen, wobei es in diesem Zusammenhang um mittelalterliche Strukturierung geht, weniger um eine mittelalterliche Produktivkraftentwicklung. (Am Rande sei daraus verwiesen, dass vieles was heut historisch dem Mittelalter zugeordnet wird, Erscheinungen der beginnenden Neuzeit waren. In diesem Zusammenhang kommt es eben auch darauf an historisch richtig zuzuordnen. Grob geschrieben wird das Mittelalter zeitlich zwischen 500 und 1500 eingeordnet.)

Kurz geschrieben, der Besuch des Papstes sollte in seiner Bedeutung nicht überbewertet werden. Das Menschen unter sich verschlechternden Lebensbedingungen auf die Suche nach Alternativen sind, ist nicht neu, ob sie diese gerade im Mittelalter sehen, kann bezweifelt werden, wobei die Ausnahme die Regel bestätigt. Wichtiger für uns ist eigentlich, dass Menschen Zuflucht suchen und dieses umso mehr, umso weniger praktikable Alternativen erkennbar sind und desto mehr sie auf Grund gepredigten und praktizierten Individualismus vereinsamen. Dabei sind sie durchaus vorhanden, die Alternativen, nur nicht populär! Das mittelalterliche Papsttum ist dabei selbst für die meisten Katholiken keine Alternative, ihr Glaube bietet ihnen aber Zuflucht und Gemeinschaft, eine Zuflucht welche in der realen Welt auch neue Formen angenommen hat und eine Gemeinschaft, wie sei heute oft im Namen der Individualisierung verloren gegangen ist.

Thomas

 

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Nun, der Papst hat Hoffnungen enttäuscht, …

Nun, der Papst hat Hoffnungen enttäuscht, die Ritter der Illusion sind eines besseren belehrt worden, von diesem konservativen, gar reaktionären Papst sind keine Änderungen, sprich Reformen innerhalb der Kirche zu erwarten. Dabei können Hoffnungen auch nur enttäuscht werden, wenn sie gehegt wurden! Die meisten Menschen in diesem Land haben wohl kaum Hoffnungen mit diesem Besuch verbunden, für diese war es ehr ein buntes Schauspiel aus vergangener Zeit. Ein Historienspiel wie es zu Mittelalterfesten durchaus üblich ist und auf welchen Geschichte oftmals verklärt wird. Aber es gibt auch jene, welche in der Vergangenheit verhaftet sind und Hoffnungen mit diesem Besuch verbunden haben. Nun aber im Ergebnis sich genötigt sehen zum Ungehorsam in der Kirche aufzurufen, letztlich um zu Retten was zu Retten ist, denn nach wie vor laufen den Kirchen hierzulande die Gläubigen weg, selbst wenn diese sich mit Ersatzdrogen befriedigen.

Zu den Veranstaltungen während des Papstbesuches wurden Katholiken aus dem ganzen Land mittels Bussen herangekarrt, ein logistischer Aufwand welcher zumindest eine große Anhängerschar simulieren sollte. Wenn von 100.000 Besuchern in Freiburg die Rede ist, so ist das nicht unbedingt eine große Fangemeinde und wenn dann der Papst noch „eine “Krise des Glaubens” in der westlichen Welt“ feststellt, trägt er durchaus der Realität Rechnung. Ob da die Forderung nach blinden Vertrauen in den Papst und die kirchlichen Institutionen Abhilfe schaffen kann, ist berechtigterweise zu bezweifeln. Leider ist aber diese „Krise des Glaubens“ nicht gleichbedeutend mit Wissen, sondern wie schon geschrieben, oft mit dem Griff zur Ersatzdroge. Dabei geht es eigentlich auch nicht um Glauben im allgemeinem, sondern um Glauben im Besonderen, um religiösen Glauben! Der Papst fordert nicht Vertrauen, sondern blindes Vertrauen und dass wollen ihm selbst immer mehr Gläubige nicht mehr zugestehen.   

Ja, der Papst war zu Besuch in diesem Lande, dabei hat er sich vorwiegend im Osten aufgehalten, einem Landesteil welcher auf Grund seiner Geschichte in einem wesentlich umfassenderem Maße vom christlichem Glauben abgefallen ist, als die ehemals viel zitierten Brüder und Schwestern im Westen. Dazu handelt es sich auch noch um einen Landstrich, welcher von der Reformation geprägt wurde und in dem der Katholizismus seit dieser Zeit ohnehin nur eine Randerscheinung war. Die ausgestreckte Hand, warum auch immer, hat er zurückgewiesen. Hatte sich der Oberhirte aus Rom etwas auf Missionierungspfad begeben? Damit ist er nicht allein, nur die gegenwärtig bestehenden gesellschaftlichen Verhältnisse werden ihm da einen Strich durch die Rechnung machen. Zwar mögen viele Menschen leider nach wie vor der gesellschftlichen Realität fliehen, nur sind die Ziele dieser Flucht heut andere, der Illusion nicht weniger verpflichtet! Das in diesem Zusammenhang die Medien der Religion als Opium für das Volk den Rang abgelaufen haben, ist all zu offensichtliche. Im Grunde handelt es sich heute und um dem Vergleich gerecht zu werden, nicht mehr um natürlich verortete Drogen, sondern um chemische Drogen.

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