Archive für 14.10.2011

Die Stille davor, wovor, vor dem Sturm?

Die Stille davor, wovor, vor dem Sturm?

Interessanter Beitrag, nur bei allen Zehnarien welche möglich sein könnten, sollten die eigentlichen Ursachen der derzeitigen Krisen nicht vergessen werden.

Ja, aufgeschoben ist nicht aufgehoben, Krisen lassen sich nicht so einfach abschütteln, wie die jüngste Vergangenheit zeigt. Da helfen auch keine Milliarden mehr, die Masse des fiktiven Kapitals ist so groß geworden, dass nicht einmal mehr die Möglichkeit besteht das alles jemals in reales Kapital zu verwandeln. In der letzten Finanzkrise wurden weltweit Billionen in die Bankenwirtschaft gepumpt, was letztlich dazu führte das sich weiteres fiktives Kapital bildete und nun nach Wandlung schreit. Nur wann soll es gewandelt werden, die Wertschöpfung der nächsten Jahrzehnte ist schon längst vergeben, ausgegeben ohne dass diese überhaupt schon stattgefunden hat. Und schauen wir uns die Nachrichten an, gelegentlich wird zwar von Unternehmen berichtet, welche Entlassungen durchführen, die Produktion drosseln usw. usf. aber hauptsächlich wird von den Zockern berichtet, nicht von der realen Wertschöpfung mittels Ausbeutung der Ware Arbeitskraft, sondern von der fiktiven Wertschöpfung mittels Spekulation. Die Börsenkurse fallen, bedeutet doch nichts anderes, als das die fiktive Kapitalakkumulation ins Stocken gerät, die reale stockt hingegen schon lange, sie ist den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus entsprechend beständig rückläufig. Marx hatte übrigens im Kapital schon darauf verwiesen, als er vom tendenziellen Fall der Profitrate geschrieben hat. Dieser Prozess hingegen kann nicht durch noch soviel Billionen aufgehalten werden, er führt aber dazu, dass die Billionen immer billiger werden, immer weniger Wert repräsentieren. Inflation so zu sagen, nur wie soll sich eine Inflation heute überhaupt entfalten können, wenn ihr paradoxerweise eine ausgewachsene Deflation gegenübersteht?

Oberflächlich handelt es sich zwar um eine Finanzkrise, der Hintergrund dieser Krise ist aber eine ausgewachsene Wertschöpfungskrise! Für die Bundesrepublik ist es bis jetzt relativ glimpflich abgelaufen, da im Gegensatz zu den meisten anderen Industrienationen hier in einem umfassenderen Maße als dort noch Wertschöpfung stattfindet. Mit der Auslagerung von Industrieproduktion wurde auch die Wertschöpfung gleich mit ausgelagert, wobei der Illusion gefolgt wurde, dass Geldschöpfung diese ersetzen könnte. Letzteres schien anfänglich sogar zu funktionieren, bis dann die erste Blase platzte! Nun ja, so mancher Ökonom wäre wohl besser beraten gewesen, wenn er Marx gelesen und verstanden hätte!

Das einzige Positive was solchen Krisen abzugewinnen ist, sie sorgen für Klarheit und lassen eigentliche Zusammenhänge im rechten Licht erscheinen, welche all zu gern verdeckt und verschleiert werden. Denn bei allen Wechsel- und Rückwirkungen, Werte werden nicht an der Börse geschaffen, sondern in der materiellen Produktion! China ist nicht Exportweltmeister auf Grund seiner enormen Devisenreserven, sondern auf Grund der materiellen Produktion welche in diesem Land stattfindet, ähnliches trifft auch für die BRD zu. Die Bundesrepublik ist nicht Hegemonialmacht in Europa, weil sie über die besseren Spekulanten verfügt, sondern weil in ihr Wertschöpfung noch in einem Maße stattfindet wie in Frankreich, Großbritannien und anderen Staaten schon lange nicht mehr. Dabei ist die Gefahr real in den allgemeinen Strudel mit hinein gerissen zu werden, selbst wenn es gelingt sich länger am Rand festzuhalten als die Anderen! Nun ja, bei allem Geld und Gelddruckerei, irgendwann werden die Schulden so groß sein, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt als bedeutungslos zu werden! Mittels Geld, egal welcher Währung, sind die gegenwärtigen Probleme des Systems Kapitalismus jedenfalls nicht zu lösen! Selbes trifft auch auf Spekulationen über mögliche politische Verfasstheit zu. Das hingegen zu jeden Strohalm gegriffen wird welcher Rettung verspricht, ist durchaus verständlich!  

Es wird geritten das hölzerne Pferd!

Es wird geritten das hölzerne Pferd!

Ja, der Bundestrojaner, die Spitze eines Eisberges, auf welchen die meisten Menschen ansonsten vergnügt und unbedarft rodeln. Es sei in ihrem Interesse Spaß zu haben und um diesen ungestört genießen zu können braucht der Eisberg eben auch eine Spitze. Das dabei im Zeitalter des Internetz auf klassische Methoden der Spionage verzichtet wird, ist hingegen unwahrscheinlich, eher werden diese mit Zuspitzung gesellschaftlicher Widersprüche intensiviert und mittels moderner Medien effektiver nutzbar gemacht. Nun war die Erregung über den Bundestrojaner groß aber nicht zu groß, einige Hintergründe wurden aufgedeckt, ansonsten wieder zur Tagesordnung übergegangen. Die meisten Menschen sehen sich als nicht betroffen, führen sie doch ihrer Meinung nach ein gefälliges Leben und haben sich nichts zu Schulden kommen lassen, welches einen solchen Einsatz rechtfertigen würde. Ja, so neu ist dieses auch nicht, wurde doch nicht erst seit Beginn der Neuzeit gepredigt, wer ein gottgefälliges Leben führt, wird eingehen ins Himmelreich und bleibt von der Strafe Gottes verschont. Kommen dann die Hagelschauer und vernichtete die Ernte, wütete die Pest und ließ Menschen wie Fliegen im Winter sterben, überzog Krieg das Land, so waren dieses Strafen Gottes für die Sünden der nicht gottgefällig Lebenden. Da die gottgefällig Lebenden nun zwar gottgefällig lebten, aber nicht der Gottlosigkeit den entsprechenden Einhalt geboten, wurden sie gleich mitbestraft. So war das damals, der Zorn Gottes traf jeden, egal wie gottgefällig er dem von Gottesgnaden diente, oder auch nicht! Diese Tatsache einmal erkannt, verbunden mit zunehmendem Elend und erlittener Pein, gepaart mit aufklärender Tat, brauchten die Bauern dazu Sensen umzuschmieden und gegen die von Gottesgnaden zu ziehen. Diesem lag auch die Erkenntnis zu Grunde, egal wie gottgefällig sie lebten, die Strafe Gottes war ihnen in jedem Fall gewissen! Heute ist es nicht anders, nur steht ein anderer Gott im Fordergrund, dem Götzen des Mammons ist der Dienst zu leisten!

Hier findet sich ein Beitrag, welcher auf das Thema Bundestrojaner eingeht und mit folgender Aussage endet:     

„Solange nicht endlich eine große Mehrheit der Menschen begreift, dass Bespitzelung, Meinungsdiktatur, Kriege, soziale Ungerechtigkeit, Massenverdummung und Machtarroganz nicht irgendwelche Ausrutscher dieses Systems sind, sondern dessen Wesensmerkmale, solange wird der Eisberg wachsen und wachsen!“

Anmerkung:

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