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Archiv der Kategorie aus Diskussionen
Ursachen, Ursachen und Wirkung!?
25.10.2011 von Tolo.
Ursachen, Ursachen und Wirkung!?
Heute erhielt ich einen Hinweis auf einen Beitrag welcher sich mit den Ereignissen in Nordafrika beschäftigt und dabei vom Ausgang der Wahlen in Tunesien beeinflusst wurde. Dabei ist im Beitrag wie auch in manchem Kommentar die Ansicht zu finden, dass es menschliche Charakterzüge und Eigenschaften verantwortlich für die Taten von Politikern sind. Also ob ein Politiker machen könnte was er wollte, als ob ein einzelner Mensch die Geschicke der Welt steuert und lenkt. Das Fatale an eine solche Logik ist, dass sie von den eigentlichen Ursachen für die gegenwärtigen Kriege und Krisen ablenken. Nun möge das Ergebnis einer Tat, von dessen ursprünglichem Ziel abweicht, was alles andere als unnormal ist, trotzdem oder gerade deswegen ist es wichtig das eigentliche Ziel zu ergründen, genauso wie die Ergebnisse der Tat richtig zu werten. Letztlich geht es um die objektiven Ursachen, welche im System des Kapitals selbst zu finden sind und nur dort. Es sind objektive Gesetzmäßigkeiten welche das Handel von Menschen bestimmt. Und nur wenn diese Gesetzmäßigkeiten erkannt werden, können die eigentlichen Ursachen für Krisen und gegenwärtige Kriege erkannt werden und nur so können die entsprechenden Schlüsse, welche eine Lösung dieser Probleme bewirken können, gezogen werden. Das dem so ist, ist zum Beispiel auch daran zu sehen, dass Politiker kommen und gehen, die Verhältnisse sich aber nur unwesentlich Ändern. Tod dem König, es lebe der König hat zwar in der Geschichte gelegentlich die Lage der rebellierenden Menschen marginal verbessert, aber nicht zu grundlegenden gesellschaftlichen Veränderungen geführt. Zum Beitrag selbst habe ich folgenden Kommentar hinterlassen:
Wo es keine Zukunft gibt, wird die Alternative in der Vergangenheit gesucht! Lieber feudale Verhältnisse, als Marionette imperialistischen Seins, scheinen sich die Menschen dort zu sagen. Eine andere Alternative scheint es nicht zu geben, wurde doch gerade erste in Libyen eine weggebombt.
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Zwei weitere Kommentare …
17.10.2011 von Tolo.
Zwei weitere Kommentare …
Ein Thema wurde gespiegelt, einen Kommentar hatte ich geschrieben und Antwort erhalten. Die Antworten zeugten zwei weitere Kommentare, welche ich in Folge wiedergebe, da das Thema durchaus interessant ist und die Bedeutung über den eigentlichen Gegenstand hinausreicht. Nun hatte ich die Überschrift meines ersten Kommentars mit einem Fragezeichen versehen, sicher nicht ohne Grund, da die eigentlichen Beweggründe nicht immer offensichtlich sind. Dabei zeigt der ursprüngliche Beitrag eine wahrscheinliche Möglichkeit der Entscheidung Chinas im Falle Libyen sich der Stimme zu enthalten auf.
Zweiter Kommentar:
Nun hatte ich nichts von einer jüngeren aufstrebenden USA geschrieben, nur von Bestrebungen den eigenen Einfluss auszubauen und den der USA und ihrer Verbündeten zurückzudrängen. Die Überschrift ist mit Fragezeichen versehen, da ich mir alles anderes als sicher bin. China erhält die verschiedensten Beziehungen zu vielen Staaten, dabei ist die Vorgehensweise sicher nicht mit der der USA zu vergleichen, die Chinesen gehen wesentlich geschickter vor. Das sie dabei zwischen Baum und Borke stehen ist nicht zu übersehen, zum einen regiert eine kommunistische Partei und zum anderen wird die ökonomische Basis entscheidend vom Kapital geprägt. Da soll es sogar einen Zusammenhang geben, zwischen Basis und Überbau.
Nun bin ich auch kein ausgesprochener Chinakenner, aber das hier Macht geteilt wird ist offensichtlich. Andererseits ist der chinesische Weg ein Weg ins Unbekannte mit Ziel, jeder Schritt der gegangen wird, wurde so noch nicht gegangen. Im Gegensatz zu den Hauptländern des Kapitals, wo eigentlich alles schon einmal da gewesen scheint und sich nur auf höherer Stufenleiter wiederholt.
Nicht desto trotz kann ich die Entscheidung Chinas im Fall Libyen nicht nachzuvollziehen, auch mit Veto hätte Libyen gelernt und es wären unter Umständen viele Tote erspart geblieben. Hätte die USA und ihr Verbündeten dann trotzdem Krieg geführt, so wäre die Situation eine andere gewesen und unter Umständen hätte es in den kriegstreibenden Ländern mehr Widerstand gegen diesen Krieg gegeben. Aber so hatte es den Anschein, dass eigentlich keiner gegen diesen Krieg ist und doch etwas dran sein muss an dem was die Medien berichten.
Nun ja, China und wie war es mit dem Verhältnis von ökonomischer und politischer Macht?
Dritter Kommentar:
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Lernen aus Erfahrung oder imperiales Machtgerangel?
10.10.2011 von Tolo.
China Gegengewicht zum Westen in Afrika, sicher, nur um was für ein Gegengewicht handelt es sich? Hier beschäftigt sich ein Beitrag mit möglichen Gründen warum China und Russland sich im Falle der UN-Resolution gegen Libyen nur enthalten haben und kein Veto eingelegt! Dieser Beitrag wurde auf der Seite kritische Massen gespiegelt, wobei ich dort folgenden Kommentar hinterlassen habe:
Lernen aus Erfahrung oder imperiales Machtgerangel?
Nur kostet dieses LERNEN AUS ERFAHRUNG vielen tausend Menschen das Leben! Andererseits haben China und Russland den Westen ins offene Messer laufen lassen. Der Antiamerikanismus in der Region nimmt weiter zu und von diesen sind letztlich auch die Bündnispartner der USA betroffen. Der Westen beraubt sich so selbst seiner Einflussmöglichkeiten nicht nur in dieser Region der Welt.
Trotzdem, eine solche Verhaltensweise ist nicht im Interesse der Völker, hier geht es um Macht, um den Ausbau von Einflussmöglichkeiten auf dem afrikanischen Kontinent und anderswo in der Welt.
Und genau betrachtet, was blieb den Libyen übrig, relativ isoliert, von Embargos gezeichnet mussten Möglichkeiten gefunden werden diesem Teufelskreis zu durchbrechen und so wurde auf die Forderungen der Peiniger eingegangen. Wo waren da China und Russland? Hatte Gaddafi denn viele Möglichkeiten? So näherte man sich dem Westen an, erfüllte gestellte Forderungen in der Hoffnung auf Frieden und weiterer wirtschaftlicher Entwicklung im Land. Der Westen konnte den Schlund aber nicht voll genug bekommen und so wurden immer weitere Forderungen gestellt, in erster Linie nach Privatisierung staatlicher Unternehmen. Als es für den Westen nicht so lief wie gewünscht und Libyen die Forderungen nicht erfüllte, gar einiges vom Geforderten rückgängig machte, kam es zum Krieg! Einen Krieg, welchen das Veto Chinas und Russlands vielleicht nicht verhindert hätte, aber zumindest erschwert.
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Gedanken eines Dritten zum Text:…
26.9.2011 von Tolo.
In der Mailingliste der Freidenker fand sich ein Text zum Papstbesuch, zu diesem Text habe ich folgenden Gedanken hinterlassen:
Gedanken eines Dritten zum Text:
Nun war der Papstbesuch nicht zufällig und wenn wir davon ausgehen das selbst der Zufall gesetzmäßig ist, auch kein Wunder! Dabei ist gerade der katholische Glaube, ein Wunderglaube!
Wirtschaftliche Verquickung mit der Politik ist ohnehin allgemein und so sind politische Entscheidungen nach ihrem ökonomischen Hintergrund zu hinterfragen, weniger nach ihrem religiösen. Gerade auch im Zusammenhang mit Solarprojekten in Afrika.
Und es werden in Afrika Kriege geführt, eine Region dauerhaft destabilisiert usw. usf. Vielleicht ein Grund (die Solarprojekte), dass die Bundesregierung im Krieg gegen Libyen einen Sonderweg eingeschlagen hat, welcher nichts nutzte, da von den Bündnispartnern zugeschlagen wurde. Ja, so unterschiedlich können Interessen sein und die Franzosen setzen ohnehin nach wie vor auf ihren Atomstrom! Solange in dieser Region aber kein Frieden herrscht, solange werden diese „Solarprojekte“ Luftnummern bleiben. Aber vielleicht kann ja mit dieser Luft Strom erzeugt werden? Vielleicht mit Gottes Hilfe, Glaube soll ja bekanntlich Berge versetzen können … letztlich aber nur, wenn er menschliche Tat zeugt!
Nee, der Papst macht nichts zufällig, es ist sein Gott, welcher eingibt was er zu tun und zu sagen hat! Eine besser Ausrede ist kaum zu finden, bestimmt doch das Handeln der Menschen auch sein tun. Aber ob nun Papst oder nicht, letztlich geht es um Produktivkraftentwicklung und solange mit einer Technologie Geld verdient werden kann, wird diese eingesetzt, egal wo auf der Welt. Dabei wäre es unrealistisch anzunehmen, dass Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten und vor allen auch Notwendigkeiten nicht erkennen würden. Gerade auch Unternehmen wie Siemens, also wird das Unternehmen der notwendigen Produktivkraftentwicklung in seinem Interesse Rechnung tragen. Das sich zu diesem Zweck jener politische Kraft bedient wird, welche dem Interessen am besten dienen kann, ist nichts neues. Sollte es eine solche Kraft nicht geben, so würde eine geschaffen werden. Die eigenen Interessen gilt es vertreten zu lassen und die Grünen haben sich im Laufe der Jahre von einer bürgerlichen Partei des Mittelstandes, der Mittelschicht, zu einer Partei entwickelt welche durchaus in der Lage ist die Interessen des Grußkapitals zu vertreten. Wenn die Grünen nun auch noch Unterstützung vom Papst bekommen, so ist das sicher hilfreich, aber nicht unbedingt Notwendig. Ihre Popularität ist in letzter Zeit gestiegen, zu hinterfragen bleibt warum?
Das kurz nach Wahlen kaum noch über eventuelle Wahldebakel gesprochen wird, ist auch alles andere als neu, davon können die Medien viel erfolgreicher ablenken als es einem Papst überhaupt möglich ist. Damit soll die Bedeutung des Pabstbesuches nicht in Frage gestellt werden, nur darauf verwiesen, dass dieser in seiner Bedeutung auch nicht überschätzt werde.
Nun wird der Papst seinen Grund gehabt haben, ein Hauptgrund kann durchaus gewesen sein ein Zeichen zu setzen, seine Schäfchen hierzulande nicht nur zu zählen, sondern ihre Zahl nicht weiter schwinden zu lassen, sie zu motivieren treu beim Kreuze zu bleiben. Dabei sind die Verbindungen der beiden großen christlichen Kirchen zu diesem Staat sehr innig. Es fließen jährlich etliche Milliarden vom Staat zur Kirche und wenn eine Einladung ausgesprochen wird, dann ist auch der Papst Gast und dem Gastgeber obliegt es die Zeche zu zahlen. Manche Gründe können trivial sein, meistens entspringen sie der Trivialität des Geldes. Dass der Papst auch aus diesem Land stammt, möge als werbewirksamer Fakt Berücksichtigung finden. Dem Papst geht es in erste Linie also um eigene Interessen und wo kann für den eigenen Glauben am besten geworben werden, als unter Gläubigen? Materialisten werden dabei immer ihr Fett abbekommen, sie sind nicht bekehrbar, sie sind Missionsresistent, solange sie auf weltanschaulich materialistischer Grundlage unterwegs sind. Sind heute aber selbst viele sich links nennend und gebende nicht einmal, eher neigen sie zum objektiven, gar subjektiven Idealismus, manchmal es selbst nicht einmal erkennend. Das ist aber eine andere Geschichte.
Der Papst kam um zu Missionieren, aber auch um seine Schäfchen beim Kreuz zu halten. Dabei wird es sicher auch Menschen geben welche auf der Suche nach Perspektiven, nach Lösungen für ihre Probleme in den Schoß der Kirche fallen. Allein gibt es heute weitaus mehr Möglichkeiten als diese. Vergessen werden sollte aber auch nicht, selbst wenn sich das System des Kapitals der Kirchen bedient, religiösen Glauben in seinem Interesse nutz, dass die Kräfte des Kapitals aber auf diese Kirchen verzichten können, sie haben eine neue Religion geschaffen. Die Papstkirche ist eine mittelalterliche Erscheinung welche dem feudalen System entspricht, die Reformation hat diese für das Bürgertum in früher Zeit praktikabel gemacht, so dass das Bürgertum seine Interessen mittels dieser Religion kommunizieren konnte. Die weitere Entwicklung der Produktivkräfte ließ die Bedeutung der klassischen Kirche, selbst der reformierten, schwinden, was sich in der Aufklärung spiegelte. Und so benötigte die französische Revolution nicht einmal mehr diese Kirche um ihre Interessen zu kommunizieren, sie schaffte diese sogar ab. Das Napoleon sie wieder einführte hatte durchaus Gründe, ganz wollte das Bürgertum auf dieses Mittel der Macht, auf dieses Instrument des ideologischen Kampfes dann doch nicht verzichten. Nur wird der ideologische Kampf heute nur noch geringfügig mittels kirchlicher Institutionen geführt, die Hauptarbeit leisten die Massenmedien, sie sind das modere Opium für das Volk, die chemische Droge der Gegenwart, welche dem Volk beständig verabreicht wird.
Und das der Papst auch die Interessen der „deutschen Bourgeoisie“ unterstützt ist allein schon dadurch erklärbar, dass diese letztendlich entscheidet was seiner Kirche vom Staat zugeschustert wird. Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe! Dem Kapital ist es dabei egal, mit was sich Menschen von ihren eigentlichen Problemen ablenken lassen, ob durch ihren Glauben an einen christlichen, oder anderen Gott, ob durch ihre Flucht in so genannte soziale Netzwerke, Esoterikkreise, oder Verschwörungstheorien. Wobei Religionen durchaus einen Vorteil haben, auf Grund ihrer Loslösung von irdischen Interessen taugen sie gut um Menschen gegeneinander zu vereinnahmen, sie aufeinander zu hetzen und so selbst Menschen gegen ihre eigenen Interessen agieren zu lassen. Gesellschaftlich Verbündete können so zu Feinde erklärt werden, im Kampf für ihren Gott, gegen den Gott der anderen. Islamismus ist z. B. ein Kampfbegriff, welcher gerade zur Ablenkung von denn eigentlichen gesellschaftlichen Problemen genutzt wird. Einende irdische Probleme werden unter göttlich, himmlische Verborgen! Aber wie schon geschrieben, heute gibt es auch andere und wirkungsvollere Instrumente der Ablenkung von und Vereinnahmung gegen die eigenen Interessen.
So gibt es die verschiedensten Richtungen in welche auf der Suche nach Lösungen für die gegenwärtigen gesellschaftlichen Probleme gegangen wird. Das ‚zurück ins Mittelalter’ eine ist, ist sicher nicht von der Hand zu weisen, wobei es in diesem Zusammenhang um mittelalterliche Strukturierung geht, weniger um eine mittelalterliche Produktivkraftentwicklung. (Am Rande sei daraus verwiesen, dass vieles was heut historisch dem Mittelalter zugeordnet wird, Erscheinungen der beginnenden Neuzeit waren. In diesem Zusammenhang kommt es eben auch darauf an historisch richtig zuzuordnen. Grob geschrieben wird das Mittelalter zeitlich zwischen 500 und 1500 eingeordnet.)
Kurz geschrieben, der Besuch des Papstes sollte in seiner Bedeutung nicht überbewertet werden. Das Menschen unter sich verschlechternden Lebensbedingungen auf die Suche nach Alternativen sind, ist nicht neu, ob sie diese gerade im Mittelalter sehen, kann bezweifelt werden, wobei die Ausnahme die Regel bestätigt. Wichtiger für uns ist eigentlich, dass Menschen Zuflucht suchen und dieses umso mehr, umso weniger praktikable Alternativen erkennbar sind und desto mehr sie auf Grund gepredigten und praktizierten Individualismus vereinsamen. Dabei sind sie durchaus vorhanden, die Alternativen, nur nicht populär! Das mittelalterliche Papsttum ist dabei selbst für die meisten Katholiken keine Alternative, ihr Glaube bietet ihnen aber Zuflucht und Gemeinschaft, eine Zuflucht welche in der realen Welt auch neue Formen angenommen hat und eine Gemeinschaft, wie sei heute oft im Namen der Individualisierung verloren gegangen ist.
Thomas
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Von der Erscheinung zum Wesen!?
16.9.2011 von Tolo.
Von der Erscheinung zum Wesen!
Gegenstand dieses Kommentars ist der erste Kommentar von TomGard zu einem Beitrag auf der Seite Kritische Massen vom 12.September. Im Beitrag selbst wird ein Interview aus der Junge Welt, im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 11.09. vor zehn Jahren und dessen Folgen, gespiegelt. Im gegenständlichen Kommentar wird eine Theorie vertreten, in welcher davon ausgegangen wird, dass der Kapitalismus in den Hauptländern des Kapitals eigentlich nicht mehr existiert. Zwar wird auch nicht geschrieben in was für einem System wir leben, dafür versucht mittels einiger Erscheinungen dieses zu belegen.
TomGard,
das ist doch mal wieder was, heute ist eben alles anders, auch der Kapitalismus! Erscheinungsformen werden genommen, verabsolutiert und als etwas Neues hingestellt. Dabei ist Kriegskapitalismus nichts neues, seit der Kapitalismus sein höchstes Stadium erreicht, sich vom Kapitalismus der freien Konkurrenz zum Monopolkapitalismus entwickelt hat, gehört diese Erscheinungsform dazu. Kriege zur Sicherung von Rohstoffquellen und Absatzmärkten sind dem System von Beginn an eigen, die Besonderheit des Kriegskapitalismus besteht darin, die Kapitalakkumulation mittels Krieg in Gang zu halten. Die zwei Weltkriege stehen genauso dafür, wie die vielen anderen Kriege, welche vom Kapital gegen andere Völker initiiert und geführt wurden. Daraus jetzt eine neue Erscheinung abzuleiten und zu folgern, dass der Kapitalismus nicht mehr existent ist, oder sich in Abwicklung befindet, wird kapitalistischer Entwicklung nicht gerecht und verschleiert die eigentlichen Ursachen der dem Kriegskapitalismus zugrunde liegenden Widersprüche. Dabei ist der Kapitalismus durchaus am Ende, er gehört historisch abgelöst, das hindert ihn aber nicht daran weiter nach Luft zu ringen und alles zu versuchen seinen Tod hinauszuschieben. Faulender und parasitärer Kapitalismus hat Lenin diesen einmal genannt!
Das sich damit auch die Herrschaft des Privateigentums und des Patriarchats aufgehoben hat, wie behauptet, wirft nicht nur die Frage nach den jetzt bestehenden Eigentumsverhältnissen auf, sondern entspricht in keiner Weise der gesellschaftlichen Realität in den Ländern des Kapitals. So hat sich an den dominierenden Eigentumsverhältnissen in der BRD z. B. in den letzten Jahrzehnten nichts geändert, es fanden nicht nur nach Einverleibung der DDR dort regelrechte Privatisierungsorgien statt, sondern es wurde auch in der BRD selbst weiter privatisiert. So wurden Volksvermögen und gesellschaftliche Dienstleistungen privatisiert, Staatsbetriebe an private Investoren verscherbelt. Nein, der Blick in die gesellschaftliche Realität zeigt das Gegenteil, Privateigentum an den Produktionsmitteln ist aus den Auseinandersetzungen der letzten Jahrzehnte gestärkt hervorgegangen und selbst das Patriarchat treibt neue Blüten.
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Von gutwilligen Lesern und funktionärstechnischer Denunziationslust, eine Antwort!
3.9.2011 von Tolo.
Nun habe ich Antwort auf meinen letzten Kommentar erhalten und folgende Antwort darauf geschrieben. Der Gegenständliche Kommentar meiner Antwort ist diesem Link folgend zu finden.
Von gutwilligen Lesern und funktionärstechnischer Denunziationslust, eine Antwort!
Nun TomGard, zwar ward der Rückzug verkündet, die Zeit als zu schade angesehen und trotzdem geht es weiter. Dass die Zeit zu schade ist, ist nebenbei bemerkt oft eine typische Floskel, welche gern gebraucht wird, wenn einen die Argumente ausgehen und somit die Aussagen des Gegenübers auf andere Art und Weise in Frage gestellt werden sollen. Also durch aus eine gebräuchliche Methode der Auseinandersetzung.
Da ich nun kein „gutwilliger Leser“ bin, sonder Diskutant und im Internet in der Regel auch diskutiert wird, um die Mitleser mit einzubinden, aber auch eigene Positionen zu erarbeiten, werde ich diese Gelegenheit entsprechend nutzen. Dabei möchte ich nicht auf das hervorgehobene „Super Un“ eingehen, sonder etwas Aufmerksamkeit der Form widmen, so dem „gutwilligen Leser“. Ich kann auch nicht sagen wie viele Mitleser es außer Sepp gibt, wobei davon ausgegangen werden kann, dass es ein oder zwei schon sein werden und vielleicht sind diese sogar gutwillig.
Apropos, was bedeutet eigentlich die Aussage vom „gutwilligen Leser“ in diesem Zusammenhang? Zum einen dass ich als nicht „gutwilliger Leser“ eingestuft werde, weil ich die Aussagen nicht teile, sondern als Diskussionsgrundlage nehme, sie in Frage stelle, gar dagegen Argumentiere. Da dieses wiederum praktische Tat ist und das die Aussage vom „gutwilligen Leser“ zeugte, ist davon auszugehen, dass ein „gutwilliger Leser“ ein Leser ist, welcher die Aussagen so hinnimmt wie sie gemacht werden, nicht zweifelt, nicht in Frage stellt, nicht argumentiert, ihnen Glauben schenkt! Nur was ist Glaube, zum einen Nichtwissen, wobei er eine Vorstufe zum Wissen sein kann, genauso wie zum Dogma, sich gar zum religiösen Glauben weiterentwickeln, welcher letztlich blindes Vertrauen bedeutet, gar verlangt und jede Kritik ihm gegenüber ausschließt. In diesem Sinne bin ich gern ein „böswilliger Leser“ und der Herr möge uns vor diesen „gutwilligen Lesern“ bewahren, um es mit religiösem Hintergrund zu schreiben. Und da wir nun bei der Religion angekommen sind, kann ich die Gelegenheit nutzen im Text vorzufahren und „der Hauptast (oder Hauptlast?) ist die Anbetung der Macht“, zuwenden. Wenn es der Ast ist, so fällt mir dazu ein passendes chinesisches Sprichwort ein, „säge am Ast auf dem Du sitzt, bevor man Dich an diesem aufhängen kann“, (habe ich jedenfalls mal als chinesisches Sprichwort klassifiziert gelesen)!
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Weitere Kommentare zum ideologischen Kampf mittels Blog.
3.9.2011 von Tolo.
Weitere Kommentare zum ideologischen Kampf mittels Blog.
Nun wird der ideologische Kampf auch dort geführt, wo es ursprünglich um eine Form, eine Möglichkeit dieses Kampfes gegangen ist. Zwei Kommentare hatte ich auf dieser Seite zum Thema schon gespiegelt, weitere sind hinzugekommen. Bevor ich diese hier anhänge, sei darauf verwiesen, dass sie im Zusammenhang mit der entsprechenden Diskussion auf der Seite von Sepp Aigner zu sehen sind. Dabei sind meine Kommentare durchaus nur Fragmente des Nachdenkens über ideologischen Kampf. Für hilfreiche Unterstützung wäre ich dankbar.
Hier nun meine neuern Kommentare/Gedankenfragmente:
Kommentar Vorgestern:
Hallo Sepp,
oben hatte ich F. Engels zitiert, hier das betreffende Zitat noch einmal: „Der große Grundgedanke, dass die Welt nicht als ein Komplex von fertigen Dingen zu fassen ist, sondern als ein Komplex von Prozessen, worin die scheinbar stabilen Dinge nicht minder wie ihre Gedankenabbilder in unserm Kopf, die Begriffe, eine ununterbrochene Veränderung des Werdens und Vergehens durchmachen, in der bei aller scheinbaren Zufälligkeit und trotz aller momentanen Rückläufigkeit schließlich eine fortschreitende Entwicklung sich durchsetzt – dieser große Grundgedanke ist, namentlich seit Hegel, so sehr in das gewöhnliche Bewusstsein übergegangen, dass er in dieser Allgemeinheit wohl kaum noch Widerspruch findet. Aber ihn in der Phrase anerkennen und ihn in der Wirklichkeit im einzelnen auf jedem zur Untersuchung kommenden Gebiet durchzuführen, ist zweierlei. Geht man aber bei der Untersuchung stets von diesem Gesichtspunkt aus, so hört die Forderung endgültiger Lösungen und ewiger Wahrheiten ein für allemal auf; man ist sich der notwendigen Beschränktheit aller gewonnenen Erkenntnis stets bewusst, ihrer Bedingtheit durch die Umstände, unter denen sie gewonnen wurde; aber man lässt sich auch nicht mehr imponieren durch die der noch stets landläufigen alten Metaphysik unüberwindlichen Gegensätze von Wahr und Falsch, Gut und Schlecht, Identisch und Verschieden, Notwendig und Zufällig; man weiß, dass diese Gegensätze nur relative Gültigkeit haben, dass das jetzt für wahr Erkannte seine verborgene, später hervortretende falsche Seite ebensogut hat wie das jetzt als falsch Erkannte seine wahre Seite, kraft deren es früher für wahr gelten konnte; dass das behauptete Notwendige sich aus lauter Zufälligkeiten zusammensetzt und das angeblich Zufällige die Form ist, hinter der die Notwendigkeit sich birgt – und so weiter.“[2]
Heute besteht meines Erachtens ein entscheidendes Problem darin, dass die meisten Menschen in diesem Lande im Denken, in der Erkenntnis hinter Hegel zurückversetzt wurden. Mittels Medien wurden die meisten Gehirne darauf getrimmt in Kategorien von schwarz und weis, gut und böse, Diktatur und Demokratie etc. zu denken. Und dieses wird getan und auch wen Zweifel aufkommen, so wird zwar festgestellt, dass das was geschieht nicht gut ist, nicht gut sein kann, aber da der Gegner der bösen Tat bis jetzt als böse galt, kann es doch vielleicht nicht verkehrt sein, bekämpft gar das Böse das Böse? So simpel diese Logik ist, so falsch ist sie auch, aber leider all zu tief im Bewusstsein vieler Menschen verankert.
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Zum Weltfriedenstag!
1.9.2011 von Tolo.
Zum Weltfriedenstag!
Heute ist der erste September, in der DDR wurde an diesem Tag der Weltfriedenstag begangen und dem Beginn des zweiten Weltkrieges mit all seinen Konsequenzen gedacht. In der BRD wird dieser Tag als Antikriegstag begangen und dass obwohl sich das Land im Krieg befindet.
Ja, seit dem Untergang der DDR werden von deutschem Boden aus Kriege geführt und deutsche Soldaten sind an den verschiedensten Kriegschauplätzen im Einsatz. Die Bestrebungen die Gesellschaft zu militarisieren wurden in den letzten Jahrzehnten intensiviert, es setzte ein gewisser Gewohnheitseffekt ein, welcher unter Umständen sogar zum Versagen der organisierten Friedensbewegung im Zusammenhang mit dem Krieg in Libyen führte.
Krieg ist ein Instrument der Politik, er ist die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln, wobei es ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Politik um der Politikwillen stattfindet. Politik hat immer einen konkreten Hintergrund und wird von der Gesellschaft beherrschenden Interessen dominiert.
Ein empfehlenswerter Beitrag zum Weltfriedenstag, welcher gerade die Situation hierzulande, speziell die Rolle der Bundeswehr, deren Umbau und Aufrüstung behandelt, findet sich hier. Der Beitrag ist überschrieben: „Sage keiner, er habe es nicht gewusst …“ und damit dieses immer weniger sagen können, sei er weiter verbreitet, damit möglichst viel davon erfahren!
Gedanken zum Weltfriedenstag 2011
Mit dem Weltfriedenstag (in den alten Bundesländern als „Antikriegstag“ bezeichnet) wird an den Beginn des Zweiten Weltkrieges am 1. September 1939 erinnert. Dieser Blick zurück ist für immer mit der Schlussfolgerung verknüpft: Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus. Diese Auffassung wurde in der DDR erfolgreich verwirklichte Staatsdoktrin. Das Ende der DDR war auch das Ende der längsten deutschen Friedensperiode im 20. Jahrhundert.
Der Sieg der Konterrevolution ermöglicht es dem deutschen Imperialismus, Kriege wieder als Mittel bundesdeutscher Außen- und Sicherheitspolitik zu führen. Ohne Grundgesetzänderung erfuhr der Begriff „Landesverteidigung“ einen generellen Bedeutungswandel: Seit 2001 wird die BRD angeblich am Hindukusch verteidigt.
Innerhalb eines Jahrzehnts ist die Libyen-Aggression nach Jugoslawien und Afghanistan der dritte Krieg, an dem die BRD als NATO-Mitglied beteiligt ist. Die Vorbereitung des Angriffs-krieges der USA gegen den Irak unterstützte die BRD mit „allen Anstrengungen“, wie es Verteidigungsminister Struck bezeichnete. Noch in der Phase der Kriegsvorbereitung übernahmen bis zu 4 200 Bundeswehrsoldaten die Bewachung von US-Liegenschaften. Damit wurde die Verlegung von 30 000 Soldaten der US-Landstreitkräfte aus der BRD in den Irak abgedeckt.
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Ein Blog, eine zeitgemäße Plattform für politische Auseinandersetzung!
31.8.2011 von Tolo.
Vorgestern hatte ich hier auf ein Diskussion verwiesen, den Sinn des Bloggens betreffend, in der Zwischenzeit wurden weiter Kommentare zum Thema geschrieben, welche verschiedne Erfahrungen widerspiegeln. Dieses nahm ich zum Anlass gestern folgenden weiteren Kommentar zu schreiben:
Hallo Sepp & Mitleser,
sind ja nicht uninteressant die verschiednen Meinungen, entsprechen sie doch konkreten Erfahrungen. Trotzdem gilt nach wie vor, wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still, nur warum will der starke Arm nicht? Mangelt es am Bewusstsein dieser Stärke? Gibt es keine erkennbare Notwendigkeit diese Stärke zu zeigen? Weis Mensch nicht wo er steht und hegt die Hoffnung zu „größeren“ berufen zu sein und ohnehin geht es einen ja noch gut, am besten nicht daran rühren, wird eh schlechter? Geht es im Verständnis nur Bergab und mit Widerstand würde dieser Prozess sich nur beschleunigen, ohnehin ist Verkündetherweise praktizierte Politik alternativlos?! Sind die Menschen hierzulande hirngewaschen, mit Persil zum klaren Gedanken, so klar, dass er eines jeden Inhaltes beraubt wurde und nur das Schillern der Seifenblasen übrig bleibt?
In meinem ersten Kommentar hatte ich zwei Zitate von F. Engels angebracht, die dort enthaltenen Aussagen haben nichts an ihrer Gültigkeit verloren. Unsere Aufgabe ist es dabei zu erkennen, zu ergründen, zu erfassen, zu vermitteln, aufzuklären! Der dargestellten Verklärtheit gesellschaftlichen Sein, die entsprechende Aufklärung entgegenzusetzen!
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Über den Sinn medialen Kampfes!
29.8.2011 von Tolo.
Der mediale Kampf ist unmittelbarer Ausdruck des ideologischen Kampfes, welcher eine der drei Grundformen des Klassenkampfes ist. Gerade in diesem Zusammenhang gilt es nicht nur zu klären, was unter Ideologie zu verstehen ist, sondern auch andere Begrifflichkeiten sind ihres Inhalts nach zu sondieren. Dieses ist allein schon aus dem Grund wichtig, damit es nicht zu Unstimmigkeiten und somit zu ungewollten Missverständnissen kommt.
Auf seiner Seite stellt Sepp Aigner die Frage, nach dem Sinn des „Bloggen gegen die Mainstream-Lügen“. Dabei können durchaus schon berechtigte Zweifel aufkommen, wenn die gegenwärtigen Ergebnisse betrachtet werden und speziell der Einfluss auf praktische politische Tat. Nun ist der Zweifel aber eine entscheidende Kraft die Treibt, in der Regel in Richtung Erkenntnisgewinn. Es ist auch gut diese Frage aufzuwerfen, Menschen sollten ihr Tun immer hinterfragen, letztlich kann so die Tat Ablehnung, aber auch Bestätigung finden. In diesem Fall eher Bestätigung, da gerade die jüngste Vergangenheit gezeigt hat, wie notwendig es ist, sich mit den Aussagen in den Medien auseinanderzusetzen, diese zu hinterfragen und auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ergänzend dazu ist es zwingend notwendig Informationsquellen zu erschließen, welche weitgehend unabhängig von den Meinungsmachemedien agieren. Dieses ist gegenwärtig besonders im Zusammenhang mit Libyen zu sehen, wo selbst Jagd auf kritische Journalisten gemacht wird und ansonsten nur Meldungen verbreitet werden, welche die Lage in Libyen verzehrt, entstellt, verkehrt wiedergeben. Schwerpunkte werden Verschoben, Schuld und Schuldige vom vorgegebnen Standpunkt aus klar definiert, ohne Berücksichtigung der ursächlichen Begebenheiten. Dabei findet sich in jeder Nachricht zumindest ein Funken Wahrheit, welchen es zu entdecken und herauszuarbeiten gilt.
Letztlich handelt es sich um einen Kampf, in welchen der Gegner hochgerüstet ist und es schwer ist „Geländegewinne“ zu erzielen. Entscheidend in diesem Kampf ist der Grad des politischen Bewusstseins und der Standpunkt der Akteure, ist das Engagement vieler Einzelner und die wachsende Fähigkeit sich zu vernetzen. Dabei besteht eine Aufgabe gerade auch darin Aufklärend zu wirken und sich auch mit Meinungsfreiheit auseinanderzusetzen und herauszuarbeiten, dass Meinungsfreiheit auch die Freiheit der Lüge beinhaltet, von welcher die Meinungsmachemedien reichlich gebrauch machen.
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