Archiv der Kategorie Begriffe

Pazifismus

Pazifismus: bürgerliche bzw. kleinbürgerliche Strömung und Ideologie u. a. in kapitalistischen Ländern, die unter der Losung des Friedens um jeden Preis gegen alle Arten von Kriege auftreten. Der Pazifismus lässt den Klassencharakter des Krieges unberücksichtigt und lehnt auch den gerechten Krieg – den revolutionären Krieg der fortschrittlichen Klassen wie auch den nationalen Befreiungskrieg – ab. Er führt den Kampf um Frieden nicht als Kampf gegen die sozialen und politischen Ursachen der Kriege in der antagonistischen Klassengesellschaft, namentlich im Imperialismus.

In der Forderung nach Sicherung des Friedens und Verhinderung eines in der Gegenwart die Existenz der Menschheit bedrohenden Krieges berührten sich der Pazifismus und die Politik der sozialistischen Staaten sowie der internationalen kommunistischen und Arbeiterbewegung und der anderen um den Frieden kämpfenden Bewegungen und sozialen Kräfte der Gegenwart. Die reaktionärsten Kreise des internationalen Monopolkapitals sehen in den pazifistischen Losungen eine wachsende Gefahr für die Verwirklichung ihrer aggressiven Politik. Deshalb versucht die imperialistische Ideologie und Politik, den Pazifismus mit Hilfe des Antikommunismus zurückzudrängen. Im Sozialismus war die Sicherung des Friedens das oberste Gebot; wobei der sichere militärische Schutz der sozialistischen Gesellschaft der beste Garant gegen die imperialistische Politik der Hochrüstung und Kriegsgefahr war.


Angelehnt an: Kleines politische Wörterbuch, Dietz Verlag, Berlin 1986, Seite 729

Patriotismus

Nun wird des öfteren der Begriff Patriotismus gebraucht, jüngst auch wieder im Zusammenhang mit der Fußballweltmeisterschaft. Nur was ist Patriotismus und ist er überhaupt noch zeitgemäß? Dabei ist oft zu beobachten, dass Erscheinungen des Nationalismus als Patriotismus ausgegeben werden.

„Patriotismus: Liebe zur Heimat, Liebe zum Vaterland; gesellschaftliche-historische Erscheinung, die sich in Abhängigkeit von der Entwickelung des Vaterlandes als dem jeweils gegebenen politischen, kulturellen und sozialen Milieu des Lebens und des Kampfes eines Volkes herausbildet. „Der Patriotismus ist eins der tiefsten Gefühle, das durch die jahrhunderte- und jahrtausendelange getrennte Existenz der verschiedenen Vaterländer eingewurzelt ist.“ (Lenin, Bd. 28, Seite 182) Träger des Patriotismus sind in allen Epochen die Volksmassen. Sie sind am meisten am Schicksal des Vaterlandes interessiert. In ihrer revolutionären Periode ist auch die Bourgeoisie patriotisch. Sobald sie jedoch das Vaterland ihren Profitinteressen unterworfen hat, enthüllt sie ihre nationalistische Einstellung (siehe Nationalismus). Die Arbeiterklasse ist als einzige konsequent revolutionäre Klasse auch die am meisten patriotische Klasse der Gesellschaft. Ihre Stellung zum Vaterland wird von den grundlegenden Interessen des Befreiungskampfes der Arbeiterklasse um die Beseitigung jeglicher Ausbeutung bestimmt. Der Patriotismus bildet mit dem proletarischen Internationalismus eine untrennbare Einheit; dadurch wird sein Abgleiten in den Nationalismus verhindert. Unter den Bedingungen der sozialistischen Nation ist der Patriotismus eine Ausdrucksform des sozialistischen Nationalbewusstseins.

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Politik

Politik: „das Verhältnis zwischen den Klassen“ (Lenin, Bd. 32, S. 231) in Bezug auf die politische Macht, auf den Staat; sie ist das Wechselverhältnis zwischen allen Klassen und Schichten einer Gesellschaft, zwischen den Staaten und Nationen. Die Politik ist eine historische Erscheinung. Sie entsteht mit dem Privateigentum an Produktionsmitteln. Sie ist der „konzentrierte Ausdruck der Ökonomik“ (Lenin, Bd. 32 S. 15), ihre Verallgemeinerung und Vollendung, d. h., in ihr finden die grundlegenden Klasseninteressen ihren Niederschlag. Die Politik durchdringt alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Der Inhalt der Politik nach innen und außen wird durch die Interessen der jeweils herrschenden Klasse bzw. eines Klassenbündnisses bestimmt. Es ist zwischen den Interessen und Beziehungen der Klassen und ihrer Parteien innerhalb eines Staates (Bereich der Innenpolitik) sowie den Interessen und Beziehungen zu anderen Staaten (Bereich der Außenpolitik) zu unterscheiden.

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Nationalismus

Nationalismus: bürgerliche Ideologie und Politik im Bereich der nationalen und internationalen Beziehungen, welche die nationalen Klasseninteressen der Bourgeoisie, vor allem ihr Streben nach einem nationalen Markt, nach einem eigenen Nationalstaat und nach Unterdrückung und Ausbeutung der eigenen und anderer Nationen ausdrückt. Der Nationalismus gibt die beschränkten nationalen Interessen der Bourgeoisie als allgemeines Interesse der Nation aus, sie werden als höchster Wert proklamiert. Der Nationalismus ist immer mit der Überschätzung und Überbewertung der eigenen Nation, mit der Geringschätzung und Missachtung anderer Nationen verbunden und sät Misstrauen und Feindschaft zwischen den Nationen. Die soziale Funktion des Nationalismus besteht darin, die Klasseninteressen der Bourgeoisie mit den Interessen der ganzen Nation zu identifizieren, die Arbeiterklasse und alle Werktätigen mittels der nationalistischen Ideologie und Psychologie den Klasseninteresse der Bourgeoisie zu unterwerfen und sie zur Durchsetzung bürgerlicher Ziele im Namen der Nation zu mobilisieren. Der Nationalismus soll die internationale Solidarität der Arbeiterklasse untergraben und ihren internationalen Zusammenschluss zum Kampf gegen das Kapital verhindern. Nationalismus entsteht im Zusammenhang mit der Herausbildung der kapitalistischen Nationen.

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Nation

Nation: Struktur- und Entwicklungsform der Gesellschaft in der kapitalistischen und kommunistischen Gesellschaftsformation. Die Nation entsteht gesetzmäßig mit der Herausbildung der ökonomischen Gesellschaftsformation des Kapitalismus als Produkt ökonomischer, hierauf beruhend auch sozialpolitischer, kultureller und ideologischer Entwicklungsprozesse und historischer Klassenkämpfe zwischen den von der progressiven Bourgeoisie geführten Volksmassen und dem Feudaladel. Die Funktion der Nation im gesellschaftlichen Entwicklungsprozess besteht darin, durch den Zusammenschluss großer Menschengruppen mittels nationaler Beziehungen eine Form des Zusammenwirkens der Menschen zu schaffen, in deren Rahmen sich Produktivkräfte und Produktionsverhältnisse, Kultur, Wissenschaft und Technik in wachsendem Maße entfalten können. Die Nation ist ein wichtiges Element der Struktur der kapitalistischen Gesellschaftsformation; diese entwickelt sich konkret-historisch immer in der Form einer bestimmten kapitalistischen Nation. Nach dem Sieg der sozialistischen Revolution bleibt die Nation ein wichtiges Element der Struktur der kommunistischen Gesellschaftsformation: Die sozialistische Gesellschaft als erste Phase dieser Gesellschaftsformation entwickelt sich konkret-historisch immer in der Form einer bestimmten sozialistischen Nation. Als Entwicklungsform der Gesellschaft ist die Nation eine bedeutende geschichtliche Kraft, die den gesellschaftlichen Fortschritt beschleunigt.

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Zionismus

Zionismus: die chauvinistische Ideologie, das weit verzweigte Organisationssystem und die rassistische, expansionistische politische Praxis der jüdischen Bourgeoisie, die einen Teil des internationalen Monopolkapitals bildet. Die Anfänge des Zionismus reichen in das 19. Jahrhundert zurück. Der Begriff Zionismus ist von dem Namen „Zion“ abgeleitet, mit dem sich in der jüdischen Diaspora als kleinbürgerliche Reaktion auf den Antisemitismus Zukunfts- und Erlösungserwartungen verknüpften. Durch den Wiener Journalisten T. Herzel wurde der Zionismus zum politischen Programm erhoben. Der Zionismus entwickelte die reaktionäre Konzeption von der jüdischen Gemeinschaft, die die Klassenfrage ignoriert, um das jüdische Proletariat vom revolutionären Klassenkampf abzulenken, und die Lösung der sog. Judenfrage – wie auf dem I. Zionistenkongress im Aug. 1897 in Basel programmatisch formuliert – in der Schaffung eines jüdischen Nationalstaates auf dem arabischen Territorium von Palästina sah.

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Revisionismus

Revisionismus: Strömung des Opportunismus in der Arbeiterbewegung, deren Besonderheit darin  besteht, dass sie ein ganzes System der Revision des Marxismus (später des Marxismus-Leninismus) zur theoretischen Begründung der opportunistischen Politik entwickelt sowie die Errungenschaften des Sozialismus entstellt und negiert. Der Revisionismus fordert die Korrektur der theoretischen und politischen Grundlagen des Marxismus-Leninismus mit dem Ziel, den revolutionären Inhalt der wissenschaftlichen Weltanschauung der Arbeiterklasse zu beseitigen und durch bürgerliche Theorien zu ersetzen. Der Revisionismus ist eine internationale Erscheinung, die sich beim Übergang des Kapitalismus der freien Konkurrenz zum Monopolkapitalismus in der Arbeiterbewegung herausbildet. Er ist die opportunistische Reaktion bestimmter kleinbürgerlich beeinflusster Schichten in der Arbeiterbewegung, insbesondere der vom Imperialismus korrumpierten, privilegierten Teile der Arbeiterklasse – der Arbeiteraristokratie und -bürokratie -, auf die Verschärfung des Klassenkampfes und die neuen Bedingungen des Kampfes um den Sozialismus in der Epoche des Imperialismus.

Seinem Klassencharakter nach ist er das Produkt des Einflusses der bürgerlichen Ideologie auf die Arbeiterklasse und die Arbeiterbewegung. Der Siegeszug des Marxismus in der internationalen Arbeiterbewegung zwang seine Gegner in der Arbeiterbewegung, sich marxistisch zu maskieren, um die Ideen des Marxismus zu bekämpfen. Zum „Stammvater“ des Revisionismus wurde der deutsche Sozialdemokrat E. Bernstein, der alle grundlegenden Prinzipien und Thesen des Marxismus unter dem Vorwand seiner Ergänzung und Weiterentwicklung revidieren.

Die marxistische Weltanschauung wurde durch den Neukantianismus und den Empiriokritizismus, die revolutionäre Dialektik durch einen flachen Evolutionismus ersetzt. Der Revisionismus leugnet die von K. Marx und F. Engels nachgewiesenen Gesetzmäßigkeiten der kapitalistischen Entwicklung. Die Entstehung von Monopolen schwäche den Grundwiederspruch zwischen Kapital und Arbeit ab und führe zu einer Milderung der Klassengegensätze. An die Stelle der revolutionären Beseitigung der kapitalistischen Ausbeuterordnung müsse die evolutionäre Durchdringung des Kapitalismus durch den Sozialismus, das friedliche Hineinwachsen in den Sozialismus, treten.

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„Endlösung der Judenfrage“

„Endlösung der Judenfrage“: faschistischer Tarnbegriff für die systematische Ermordung von Mill. Jüdischer Menschen aus ganz Europa. Der Begriff taucht zuerst auf einer Konferenz bei Hermann Göring am 12. Nov. 1938 nach der sog. Kristallnacht auf. Göring kündigte die Endlösung der Judenfrage im geplanten Krieg an. Adolf Hitler sprach am 30. Jan. 1939 darüber vor dem Reichstag. Die „Endlösung der Judenfrage“ war Bestandteil der faschistischen-imperialistischen Kriegsziele (Neuordnung Europas, Germanisierungspolitik); sie hatte ideologische und ökonomische Ursache (Antisemitismus, Arisierung der deutschen Wirtschaft). Die „Endlösung der Judenfrage“ wurde juristisch durch die Nürnberger Gesetze (15. Sep. 1935 vom Naziparteitag in Nürnberg verkündet) u. a. Maßnahmen, die die jüdischen Bürger sämtlicher Rechte beraubt und ihre Lebensbereiche immer mehr einschränkten, und propagandistisch durch antisemitische Hetze vorbereitet (Judenverfolgung).

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Totalitarismus

Totalitarismus: in den 20er Jahren entstandene, an Platons Staatslehre anknüpfende Kennzeichnung der faschistischen Staatsauffassung und später der faschistischen Diktaturen in Italien und Deutschland. Diese Diktaturen wurden als totalitäre Staaten bezeichnet, die mit Hilfe eines spezifischen Machtmechanismus die totale Gleichschaltung und Beherrschung des gesamten gesellschaftlichen und persönlichen Lebens ihrer Bürger herbeiführen. Die Schwäche dieser Anschauung bestand darin, dass sie auf eine exakte Wesensbestimmung des Faschismus an der Macht als offene Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen und aggressiven Teile des Finanzkapitals verzichtete.

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Materialismus

Materialismus: die dem Idealismus entgegengesetzte Grundrichtung der Philosophie. Der Materialismus umfasst alle Weltanschauungen und philosophische Auffassungen, die das Primat der Materie gegenüber dem Bewusstsein anerkennen und das Bewusstsein als Sekundäres, von der Materie Abgeleitetes auffassen (Grundfrage der Philosophie). Materialismus bedeutet, die Natur und die Gesellschaft so aufzufassen, wie sie wirklich sind; die Tatsachen in ihrem eigenen, gesetzmäßigen und in keinem erdachten Zusammenhang zu untersuchen. Der Materialismus besitzt ausgeprägt antispekulativen, atheistischen und erkenntnisoptimistischen Charakter. Der konsequente Materialismus ist der dialektisch und historische Materialismus, in dem der Materialismus mit der Dialektik zu einer untrennbaren organischen Einheit verbunden ist, der nicht nur die Natur, sondern auch die Gesellschaft, das Denken eingeschlossen, dialektisch-materialistisch begreift und somit vollendeter Materialismus ist.

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