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Archiv der Kategorie Begriffe
Existenzialismus, Existenzphilosophie:
20.11.2011 von Tolo.
Existenzialismus, Existenzphilosophie: subjektiv-idealistische, irrationalistische Strömung der bürgerlichen Gegenwartsphilosophie, die das Krisenerlebnis kleinbürgerlicher Intellektueller im Imperialismus reflektiert; Angst, Einsamkeit, Schuld und Scheitern seien Grundelemente der menschlichen Existenz; Vertreter: K. Jaspers, M Heidegger, J. P. Sartre, G. Marcel.
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Subjektivismus
20.11.2011 von Tolo.
Subjektivismus (lat.): theoretische Auffassung und praktische Haltung, die das Subjekt und seine Erkenntnistätigkeit oder soziale Aktivität verabsolutiert. Da Subjektivismus die objektive Realität und das System ihrer Gesetzmäßigkeiten nicht beachtet oder ignoriert, ist Subjektivismus oftmals mit Idealismus verbunden.
- Vom Standpunkt des erkenntnistheoretischen Subjektivismus ist menschliche Erkenntnis ausschließlich auf das menschliche Subjekt zurückzuführen. Die letzte Konsequenz daraus ist der Solipsismus, der jegliche Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten leugnet.
- Als Orientierung ethischer und anderer Werttheorien geht der Subjektivismus davon aus, dass das abstrakt aufgefasste menschliche Subjekt Ausgangspunkt und Ziel des sozialen Handelns und Kriterium aller Werte ist. Damit gibt er der Lage des Individuums in der bürgerlichen Gesellschaft Ausdruck.
- Als Bestandteil von Gesellschaftstheorien überhöht der Subjektivismus die Rolle des subjektiven Faktors voluntaristisch, indem er davon ausgeht, dass einzelne Menschen oder Gruppen gesellschaftliche Ereignisse und Geschichtsprozesse subjektiv-willkürlich gestallten können. Dieser Haltung entsprechen die meisten idealistischen Gesellschaftstheorien.
In den Naturwissenschaften und technischen Wissenschaften ist der Subjektivismus in seiner erkenntnistheoretischen Form kaum praktikabel, wohl aber wirkt er sich auf Betrachtungs- und Handlungsweisen bürgerlicher Wissenschaftler in Gestalt von Werttheorien und Soziallehren aus. Von daher beeinträchtigt er die gesellschaftliche Wirksamkeit wissenschaftlichen Forschens und Erkennens und hemmt die wissenschaftliche Erkenntnis selbst.
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Reform:
14.7.2011 von Tolo.
Reform: Maßnahme zur evolutionären Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse, Lebensbereiche und Einrichtungen, durch die deren Qualität, Klasseninhalt und Klassenfunktion nicht grundsätzlich geändert wird. Reform in der kapitalistischen Gesellschaft können die Existenzbedingungen und die Rechte der Werktätigen in gewissen Grenzen verbessern, aber sie führen nicht zur Veränderung der sozialen Qualität des Kapitalismus, d. h. zur Beseitigung der Ausbeutung und Klassenunterdrückung. Dies kann nur durch die sozialistische Revolution erreicht werden. Die Beschränkung des Kampfes der Arbeiterklasse auf Reform ist Reformismus und bedeutet den Verzicht auf die Verwirklichung der historischen Mission der Arbeiterklasse, die Ausbeutung und Klassenherrschaft zu überwinden und den Sozialismus und Kommunismus zu errichten.
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Determinismus
7.4.2011 von Tolo.
Determinismus: philosophische Lehre vom objektiven Zusammenhang und von der wechselseitigen Bedingtheit aller Erscheinungen, Prozesse usw. der Natur, der Gesellschaft und des Denkens auf der Grundlage objektiver Gesetze. Im engeren Sinne: Lehre vom allgemeinen kausalen Zusammenhang aller Dinge und Erscheinungen der objektiven Realität. Die entgegengesetzte Auffassung, der Indeterminismus, bestreitet den kausalen Zusammenhang der Erscheinungen entweder ganz oder teilweise und leugnet die Existenz objektiver Gesetze.
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Internationaler Frauentag:
8.3.2011 von Tolo.
Internationaler Frauentag: traditioneller Kampf- und Ehrentag, der jährlich am 8.März von den fortschrittlichen Frauen aller Länder begangen wird. Die II. Internationale Sozialistische Frauenkonferenz in Kopenhagen (Aug. 1910) beschloss auf Antrag von C. Zetkin u. a., jährlich einen Kampftag der Frauen zu veranstalten. Er sollte in erster Linie der Agitation für das Frauenwahlrecht dienen und internationalen Charakter tragen. Dieser Beschluss war ein Sieg der revolutionären Kräfte und ein wichtiger Schritt zum internationalen Zusammenschluss und zur festen Einbeziehung der proletarischen und fortschrittlichen Frauen in den Befreiungskampf der Arbeiterklasse.
Von Jahr zu Jahr wuchs die Bedeutung des Internationalen Frauentages für die Durchsetzung der vollen Gleichberechtigung der Frau. Die Gleichberechtigung der Frau ist nur in einem sozialistischen Staat möglich. In der DDR z. B. wurde ihre Durchsetzung durch entsprechende Beschlüsse und Gesetze besonders gefördert. Nach 1945 hat die Internationale Demokratische Frauenförderation, gestützt auf die sozialistischen Länder, dem Internationalen Frauentag großen Auftrieb gegeben. Die Bedeutung des Internationalen Frauentages, ist mit dem Verschwinden des Sozialismus in Europa zurückgegangen. Er gewinnt, auf Grund der sich in der Gesellschaft zuspitzenden Widersprüche, sowie fortschreitender Ungleichbehandlung von Frauen in der Gesellschaft, gegenwärtig wieder an Bedeutung.
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Volk
15.2.2011 von Tolo.
Volk: 1. im Sinne von Volksmassen Begriff des historischen Materialismus, der die arbeitenden Klassen und Schichten sowie alle auf Grund ihrer objektiven historischen Stellung und Rolle fortschrittlich handelnden Kräfte einer gegebenen Gesellschaft umfasst. 2. im umgangssprachlichen Sinn Bezeichnung für die Gesamtbevölkerung eines Landes oder einer Nation.
Aus: Kleines politisches Wörterbuch, sechste Auflage, Dietz Verlag Berlin 1986, Seiten 1012.
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Volksmassen
15.2.2011 von Tolo.
Volksmassen: Begriff des historischen Materialismus, der mit dem Begriff Persönlichkeit in enger Wechselbeziehung steht. Er umfasst die progressiven werktätigen Klassen und sozialen Schichten einer gegebenen Gesellschaft, die durch ihre Stellung in der Produktion des materiellen Lebens sowie durch ihre politischen Aktionen die gesellschaftliche Entwicklung vorantreiben. Mit der Entwicklung der Produktionsweise und der politischen Machtverhältnisse verändert sich die soziale Zusammensetzung der Volksmassen. Den bestimmenden Kern bilden jedoch stets die Produzenten materieller Güter, vor allem jene Klasse, die mit den fortgeschrittensten Produktivkräften verbunden ist. Unter bestimmten historischen Bedingungen gehören auch nichtwerktätige Klassen oder soziale Schichten zu den Volksmassen (z. B. die nationale Bourgeoisie oder Zeile der Bourgeoisie, sofern sie an der progressiven Bewegung der Gesellschaft teilnehmen).
D. h., zu den Volksmassen gehört die Mehrheit der Bevölkerung eines Landes. In der antagonistischen Klassengesellschaft steht diese im Gegensatz zur herrschenden Ausbeuterklasse oder dem reaktionären Teil der Ausbeuterklasse. Die Volksmassen sind Schöpfer und Hauptkraft der Geschichte, weil durch ihre Produktionstätigkeit die Gesellschaft mit allen notwendigen Existenzmitteln versorgt wird und damit zugleich die materiellen Bedingungen für die Entwicklung der Gesellschaft erzeugt werden. Die Volksmassen sind durch ihre schöpferisch-produktive und revolutionäre Tätigkeit die entscheidenden Akteure des gesellschaftlichen Fortschritts. Ohne ihren Klassenkampf ist die Entwicklung der Gesellschaft, sind vor allem soziale Revolutionen undenkbar. Die aktive und schöpferische Rolle der Volksmassen tritt besonders in revolutionären Perioden, in denen der Konflikt zwischen Produktivkräften und Produktionsverhältnissen eine revolutionäre Veränderung der Gesellschaftsordnung verlangt, in der sozialen und nationalen Befreiungsbewegung hervor. Die große Bedeutung der Volksmassen, die Kraft ihrer geschichtlichen Aktion nimmt zu. Indem sie höherentwickelte Produktivkräfte schaffen und anwenden, entwickeln sie sich selbst, entfalten sie in jeder neuen Gesellschaftsformation neue Qualitäten.
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Kultur:
25.1.2011 von Tolo.
Kultur: Entwicklung der Menschen und ihrer Lebensweise in der Geschichte, im Prozess ihrer Arbeit zur Aneignung und Umgestaltung der Natur und ihrer Tätigkeit zur Entwicklung und Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Die dadurch entstehenden materiellen und ideellen Lebensbedingungen der Individuen, ihre historische Qualität sowie die sozialen Bedingungen ihrer Nutzung entscheiden über die historisch konkreten und sozial bestimmten Möglichkeiten und Formen der Persönlichkeitsentwicklung der Individuen und ihrer Lebensweise. Zugleich entsteht durch die >>vergegenständlichte Wesenskräfte des Menschen<< (Marx, MEW, Ergänzungsband 1. S. 543) in materiellen und geistigen Leistungen, sozialen Erfahrungen, kulturellen Traditionen und subjektiven Fähigkeiten die Möglichkeit einer ständigen Höherentwicklung der Gesellschaft und der Menschen, es vollzieht sich ein universalgeschichtlicher Prozess der >>Entwicklung der menschlichen Herrschaft über die Naturkräfte, die der sogenannten Natur sowohl, wie seiner eigenen Natur<< (Marx, Grundrisse, S. 387).
Zur Kultur einer Gesellschaft gehören die Gesamtheit der objektiven und subjektiven Ergebnisse menschlicher Tätigkeit, in denen sich die Entwicklung der Menschen ausdrückt; das jeweils historisch-konkrete Ensemble der Lebensbedingungen der Individuen, das die tatsächlich genutzten Ergebnisse menschlicher Tätigkeit und deren Weiterentwicklung umfasst; die Art und Weise, wie und mit welchen Ergebnissen die Individuen an der Produktion, der Verteilung, dem Austausch und der Nutzung des gesellschaftlichen Reichtums teilnehmen; die sich in der praktischen und geistigen Lebenstätigkeit herausbildenden sozial determinierten Bedürfnisse, Fähigkeiten, Genüsse und Produktivkräfte der Individuen; die Formen des sozialen Verkehrs und der geistigen Kommunikation in der Gesellschaft (einschließlich der dafür ausgebildeten Instrumentarien, Techniken und Zeichen); die die sozialen Beziehungen und das persönliche Verhalten der Individuen regelnden Erfahrungen, Gewohnheiten, Normen, Rechtsvorschriften, Traditionen und Wertorientierungen; die Bräuche, Kulte und Riten in der jeweiligen Lebensweise, die Formen der Geselligkeit, des Spiels und der Unterhaltung; die ideologischen Interpretationen und Reflexionen des Verhältnisses der Menschen zur Natur und seiner gesellschaftlichen Stellung und Perspektive in Kunst und Weltanschauung und deren Einwirkungen auf die gesellschaftlichen Verhältnisse und individuellen Verhaltensweisen; die Organisationen und Institutionen des Überbaus, die von historischen Gesellschaften, ethnischen bzw. lokalen Gemeinschaften, sozialen Klassen und Schichten geschaffen werden, um kulturelle Ziele zu verwirklichen (Bildungs- und Erziehungseinrichtungen, Kommunikationsmittel, Kultstätten, künstlerische Einrichtungen, religiöse Institutionen, wissenschaftliche Lehr- und Forschungsstätten, Organisationsformen von Geselligkeit, Unterhaltung, Erholung und Vergnügen).
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Widerspruch
10.1.2011 von Tolo.
Widerspruch: Beziehung zwischen Erscheinungen der objektiven Realität bzw. des Denkens, die sich ausschließlich und – im Falle des dialektischen Widerspruchs – zugleich bedingen. Man unterscheidet den logischen und den dialektischen Widerspruch. Der logische Widerspruch tritt nur im Denken auf; er ist eine Kontradiktion, d. h. eine Konjunktion, die aus einer Aussage und deren Negat besteht. Dialektische Widersprüche existieren in der objektiven Realität; sie können in dialektischen Widerspruch des Denkens widergespiegelt werden. Der Satz vom ausgeschlossenen Widerspruch – bereits von Aristoteles formuliert – fordert die Vermeidung logischer Widersprüche im Denken; er ist ein wichtiges Hilfsmittel des wissenschaftlichen Erkennens. Eine Theorie, die logische Widersprüche enthält, gewährleistet keine zutreffende Erfassung des von ihr abgebildeten Gegenstandes. Daher ist an wissenschaftliche Theorien die Forderung der (logischen) Widerspruchsfreiheit zu stellen.
Wörterbuch „Philosophie und Naturwissenschaften“ Dietz Verlag Berlin 1982, Seite 1004
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Münchener Abkommen:
27.11.2010 von Tolo.
Münchener Abkommen: am 29. Sept. 1938 in München von Artur Neville Chamberlain, Edouard Daladier, Adolf Hitler und Benito Mussolini unterzeichneter Vertrag, der Deutschland zur Okkupation tschechoslowakischer Grenzgebiete in Böhmen und Mähren, des sogenannten Sudetengebietes, in der Zeit vom 1. – 10. Oktober 1938 ermächtigte. Im Zusammenhang mit dem Münchener Abkommen erpresste die reaktionäre polnische Regierung die am 1. Oktober 1938 erfolgte Abtrennung des Teschener Gebietes und zweier kleinerer Grenzstreifen in der Slowakei. Der Wiener Schiedsspruch vom 2. November 1938 ermöglichte Horthy-Ungarn die Okkupation der Südslowakei. Insgesamt verlor die Tschechoslowakei ein Gebiet von 40929 km² mit 5.017.356 Einwohnern – davon 1,25 Millionen Tschechen und Slowaken-, 33 Prozent aller Betriebe, viele strategische Verbindungen sowie den gesamten Grenzbefestigungsgürtel und wurde damit von Hitlerdeutschland völlig abhängig. Unter dem erpresserischen Druck Hitlers verrieten die Westmächte im Zuge ihrer „Befriedungspolitik“ den tschechoslowakischen Verbündeten, um die faschistische Aggression gegen die UdSSR zu lenken. Die Westmächte lehnten jede verbindliche Garantie der Grenzen der Tschechoslowakei ab. Allein die Regierung der UdSSR stand zu ihren Bündnisverpflichtungen und mobilisierte Teile ihrer Armee für den Bündnisfall. Doch die reaktionäre tschechische Regierung fürchtete einen Krieg an der Seite der UdSSR, lehnte das Hilfsangebot ab und nahm das Münchener Diktat unter Verfassungsbruch an.
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