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Archiv der Kategorie Gefunden im Netz
Fragment zum Krieg in Libyen!
24.10.2011 von Tolo.
Das Ende eines Krieges wurde verkündet, die NATO fliegt weiter Luftangriffe und ein Land ist tief gespalten!
„Tiefe Risse“ ist ein Kommentar zur Situation in Libyen in der Jungen Welt überschrieben, welcher die Situation sehr gut schildert und einen Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gibt. Heute wurde ich hier auf einen weiteren sehr interessanten Beitrag aufmerksam, welcher sich mit der Geschichte des Grauens beschäftigt. Erschreckend wie viele Tote abendländische Kultur im Laufe ihres Seins schon produziert hat. Das begann im Mittelalter, setzte sich über die beginnende Neuzeit bis in die Gegenwart fort. Einzig eine relative Atempause war den Menschen vergönnt, als das sozialistische Lager imperialen Bestrebungen etwas Einhalt gebieten konnte.
Aber noch einmal zurück zum Thema Libyen, denn obwohl der Frieden verkündet wurde, oder besser der Sieg, hat die NATO weitere Luftangriffe gegen das Land geflogen, leider ist nicht zu erfahren, was und wer angegriffen wurde.
Übrigens findet sich hier ein interessanter Bericht über die Geschichte Libyens, welcher durchaus zum Nachdenken anregt, aber auch veranschaulicht welches Interesse die NATO-Staaten an diesem Land haben. Interessant dabei ist die Lernfähigkeit welche an den Tag gelegt wurde, sich verändernden Bedingungen zu entsprechen. Wege welche sich als nicht günstig erwiesen hatten wurden aufgegeben und neue in Angriff genommen. Was für eine sich entwickelnde Gesellschaft eigentlich normal sein sollte, jedenfalls wenn Bestrebungen bestehen im Interesse des Volkes zu agieren. Im Beitrag selbst finden Wechselwirkungen von alten, traditionellen Strukturen und neuen Strukturen leider keine Berücksichtigung. Dabei spielen gerade auch hergebrachte Stammesstrukturen eine Rolle, welche sicher Einfluss auf die neu entstandenen basisdemokratischen Strukturen hatten. Was gegenwärtig aber keine Rolle mehr spielt, da das libysche System von der NATO zerbombt wurde und es nach den jüngsten Ereignissen wieder zu einer Marionettenregierung kommen wird, wie sie vor 1969 Bestand hatte. In wie fern und wie lange sich die Libyer dieses gefallen lassen werden, wenn überhaupt ist eine andere Frage.
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Mutassim Gaddafis Rede
18.10.2011 von Tolo.
Mutassim Gaddafis Rede an die Welt.
Nun ist es nicht neu im Krieg gegen das libysche Volk das die Meinungsmachemedien den Tod eines Sohnes Gaddafis verkünden. Und es ist auch nicht neu, dass sich der Todgesagte zeigt oder zumindest zu Wort meldet. Durch ein E-Mail wurde ich auf einen Beitrag mit der Überschrift: „Libyen: Mutassim Gaddafis Rede an die Welt. Aufruf zur globalen Revolution!“ aufmerksam und da diese Rede wohl kaum nennenswerte Beachtung in den Meinungsmachemedien finden wird, sei hier darauf verwiesen. Auch mit dem Ansinnen, dass sie dadurch gebührende Verbreitung findet.
In diesem Zusammenhang sollte auch beachtet werden, dass dieser Krieg den Libyern bis jetzt über 60000 Tote gekostet hat, in der Mehrzahl alles Menschen, welche angeblich geschützt werden sollten. In Libyen wird ein Krieg geführt, welcher sich einreiht in eine Reihe weiterer Kriege auf drei Kontinenten. Dabei dauert die Eroberung dieses Landes nach wie vor an und wie oft wurden in diesem Krieg schon Siege verkündet, welche anschließend widerrufen werden mussten? Das libysche Volk weiß worum es kämpft, heute sind es nicht mehr nur die verloren gegangenen Errungenschaften, sonder es geht schlichtweg ums Überleben, wenn berücksichtigt wird, mit welcher Brutalität die NATO geführten Truppen gegen die Bevölkerung vorgehen. (Hier findet sich ein Fotovergleich von einer zerstörten Stadt während des Vietnamkrieges der USA und eines Straßenzuges in der libyschen Stadt Sirte.)
Dabei geht es nicht nur um Libyen, es geht um alle Menschen, es geht um unsere Welt, es geht um einen Krieg, welcher gegenwärtig in vielen Ländern geführt und beständig ausgeweitet wird. Es geht um einen neuen Weltkrieg, welcher in seiner Art und Weise und Ausdehnung der Produktivkraftentwicklung unserer Zeit entspricht. Die allgemeine Krise des Kapitals führt dazu, dass in einem immer größeren Umfang Produktivkräfte in Destruktivkräfte verwandelt werden und ihre verheerende Wirkung entfalten. Von den gegenwärtigen Kriegen sind alle Menschen auf diesen Planten betroffen, egal wie weit sie von den jeweiligen Kriegsschauplätzen entfernt leben. Dabei hat die Vergangenheit ausreichend bewiesen, dass Kriege auch immer an ihren Ausgangsort zurückkehren.
Hier der Text der Rede Mutassim Gaddafis:
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Zwei weitere Kommentare …
17.10.2011 von Tolo.
Zwei weitere Kommentare …
Ein Thema wurde gespiegelt, einen Kommentar hatte ich geschrieben und Antwort erhalten. Die Antworten zeugten zwei weitere Kommentare, welche ich in Folge wiedergebe, da das Thema durchaus interessant ist und die Bedeutung über den eigentlichen Gegenstand hinausreicht. Nun hatte ich die Überschrift meines ersten Kommentars mit einem Fragezeichen versehen, sicher nicht ohne Grund, da die eigentlichen Beweggründe nicht immer offensichtlich sind. Dabei zeigt der ursprüngliche Beitrag eine wahrscheinliche Möglichkeit der Entscheidung Chinas im Falle Libyen sich der Stimme zu enthalten auf.
Zweiter Kommentar:
Nun hatte ich nichts von einer jüngeren aufstrebenden USA geschrieben, nur von Bestrebungen den eigenen Einfluss auszubauen und den der USA und ihrer Verbündeten zurückzudrängen. Die Überschrift ist mit Fragezeichen versehen, da ich mir alles anderes als sicher bin. China erhält die verschiedensten Beziehungen zu vielen Staaten, dabei ist die Vorgehensweise sicher nicht mit der der USA zu vergleichen, die Chinesen gehen wesentlich geschickter vor. Das sie dabei zwischen Baum und Borke stehen ist nicht zu übersehen, zum einen regiert eine kommunistische Partei und zum anderen wird die ökonomische Basis entscheidend vom Kapital geprägt. Da soll es sogar einen Zusammenhang geben, zwischen Basis und Überbau.
Nun bin ich auch kein ausgesprochener Chinakenner, aber das hier Macht geteilt wird ist offensichtlich. Andererseits ist der chinesische Weg ein Weg ins Unbekannte mit Ziel, jeder Schritt der gegangen wird, wurde so noch nicht gegangen. Im Gegensatz zu den Hauptländern des Kapitals, wo eigentlich alles schon einmal da gewesen scheint und sich nur auf höherer Stufenleiter wiederholt.
Nicht desto trotz kann ich die Entscheidung Chinas im Fall Libyen nicht nachzuvollziehen, auch mit Veto hätte Libyen gelernt und es wären unter Umständen viele Tote erspart geblieben. Hätte die USA und ihr Verbündeten dann trotzdem Krieg geführt, so wäre die Situation eine andere gewesen und unter Umständen hätte es in den kriegstreibenden Ländern mehr Widerstand gegen diesen Krieg gegeben. Aber so hatte es den Anschein, dass eigentlich keiner gegen diesen Krieg ist und doch etwas dran sein muss an dem was die Medien berichten.
Nun ja, China und wie war es mit dem Verhältnis von ökonomischer und politischer Macht?
Dritter Kommentar:
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„Wir bitten Sie um Solidarität in Ihrem eigenen Interesse!“
16.10.2011 von Tolo.
„Wir bitten Sie um Solidarität in Ihrem eigenen Interesse!“
Theodorakis ruft zum Widerstand auf
An die empörten Bürger Griechenlands und Europas Wir begrüßen die Zehntausenden, sogar Hunderttausenden von Bürgern, vor allem junge Menschen, die sich auf den Plätzen aller großen Städte versammelt haben, um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen im Gedenken an das Memorandum (Rahmenvereinbarung zwischen der griechischen Regierung, EU, IWF und der EZB, seit Mai 2010 unterzeichnet und dann regelmäßig erneuert), und den Abschied der Regierung der Schande und aller politischen Mitarbeiter zu fordern, die dem öffentlichen Wohl dienen sollten und denen es gelungen ist, Griechenland zu zerstören, zu plündern und zu versklaven. Anstatt ins Parlament gehören diese Leute alle ins Gefängnis. Wir begrüßen die erste Generalversammlungen, die in den Zentren unserer Städte stattfinden, und die direkte Demokratie, die die neuartige Bewegung der Jugend zu entdecken sucht. Wir begrüßen die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, welche Demonstrationen, Streiks und Besetzungen begonnen haben, um einen Staat zu verteidigen, der, statt einer Auflösung im Rahmen des IWF, eine Verbesserung und eine radikale Reform verzweifelt benötigt. Durch ihre Proteste verteidigen die Arbeiter der Hellenic Postbank, der National Elektrizitäts-Regie und der Gesellschaft der öffentlichen Lotterie- und Sport-Wetten, das Erbe des griechischen Volkes, das die ausländischen Banken, mittels ihrer Marionetten-Regierung in Athen, zu plündern gedenken. Der beispielhafte Pazifismus dieser Demonstrationen hat gezeigt, dass, wenn Polizei und Provokateure keinen Befehl erhalten einzugreifen, Blut nicht fließt. Wir appellieren an die griechische Polizei nicht die Instrumente der dunklen Kräfte zu werden, die auf alle Fälle versuchen wollen, zu einem gewissen Moment die Jugendlichen und Arbeiter blutig zu unterdrücken. Ihr Platz, ihre Pflicht und ihr Interesse ist es, an der Seite des griechischen Volkes, der Proteste und der friedlichen Forderungen, an der Seite Griechenlands zu stehen, und nicht an der jener dunklen Kräfte, die ihre Politik der jetzigen Regierung diktieren. Ein Jahr nach der Abstimmung über das Memorandum, scheint alles dessen Scheitern zu beweisen.
Nach dieser Erfahrung ist nicht mehr die geringste Illusion gestattet. Der Weg, den die Regierung eingeschlagen hat und auch weiterhin einschlägt, unter der Aufsicht von Banken und ausländischen Unternehmen, von Goldman Sachs und seinen Mitarbeitern in Europa, führt Griechenland in die Katastrophe. Es ist unerlässlich, dass dies sofort aufhört, es ist unerlässlich, dass sie das Land sofort verlassen. Tag für Tag offenbaren ihre Praktiken wie gefährlich sie für dieses Land sind. Es ist erstaunlich, dass der Generalstaatsanwalt noch nicht gegen den Minister für Wirtschaft und Finanzen, nach dessen jüngsten Aussagen über die drohende Insolvenz und das Fehlen von Haushaltsmitteln, eingegriffen hat. Warum hat er nicht eingegriffen in Reaktion auf die Äußerungen des Präsidenten des Bundesverbandes der Arbeitgeber der Industrie und der griechische EU-Kommissarin Mari Damanaki über ein Verlassen des Euro? Warum hat er nicht gegen den Massenterrorismus eingegriffen, mit dem eine bankrotte Regierung unter dem Diktat der Troika [EU - IWF - EZB], wieder einmal versucht, das griechische Volk zu erpressen? Durch ihren Katastrophismus, ihre tragische Anspielungen und alles was sie erfinden und quasseln um die Griechen aufzuschrecken, ist es ihnen gelungen, unser Land in der Welt zu demütigen und es tatsächlich an den Rand des Bankrotts zu bringen. Wenn ein Geschäftsmann in der gleichen Weise spräche, wie dies der Premierminister und seine Minister tun, wenn sie von Griechenland reden, würde er sich sofort wegen schwerer Unterschlagung hinter Gittern wieder finden.
Wir wenden uns auch an die europäischen Völker. Unser Kampf ist nicht nur der Griechenlands, es strebt ein freieres, unabhängigeres und demokratischeres Europa an. Glauben Sie Ihren Regierungen nicht, wenn sie behaupten, dass euer Geld dazu dient, Griechenland zu helfen. Glauben Sie nicht die groben und absurden Lügen der kompromittierten Zeitungen, die Sie überzeugen wollen, dass das Problem von der so genannten Faulheit der Griechen herkommt, währenddem, nach den Daten des Europäischen Statistischen Instituts, diese mehr arbeiten als alle anderen Europäer! Die Arbeiter sind nicht verantwortlich für die Krise; der Finanzkapitalismus und die Politiker in ihrem Boot, sie sind es, die sie verursacht haben und sie ausnutzen. Ihre Programme “Rettung von Griechenland” helfen nur den ausländischen Banken, und gerade denjenigen, die mittels Politikern und Regierungen in ihrem Sold, das politische Modell aufgezwungen haben, das zur aktuellen Krise geführt hat.
Es gibt keine Alternative zu einer radikalen Umstrukturierung der Schulden, nicht nur in Griechenland, sondern in ganz Europa. Es ist undenkbar, dass Banken und Kapitaleigner, die die Verantwortung für die gegenwärtige Krise tragen, nicht einen Cent zahlen, um den Schaden den sie angerichtet haben, gutzumachen. Es darf nicht sein, dass Banker sein, der einzige sichere Beruf auf der Welt ist!
Es gibt keine andere Lösung als das aktuelle europäische Wirtschaftsmodell zu ersetzen, das entwickelt wurde, um Schulden zu erzeugen, und zu einer Politik der Ankurbelung der Nachfrage und der Entwicklung zurückzukehren, zu einem Protektionismus, der mit einer drastischen Kontrolle der Finanzen versehen ist. Wenn die Staaten sich nicht auf den Märkten durchsetzen, so schlucken diese sie auf, zusammen mit der Demokratie und den Errungenschaften der europäischen Zivilisation.
Die Demokratie wurde in Athen geboren, als Solon die Schulden der Armen gegenüber den Reichen stornierte. Man darf heute nicht zulassen, dass die Banken die europäischen Demokratien zerstören, um riesige Summen aus ihnen herauszupressen, die sie selbst als Schulden generiert haben. Wie kann man vorschlagen, dass ein ehemaliger Mitarbeiter von Goldman Sachs die Europäische Zentralbank führen soll? Welche Art von Regierungen, welche Art von Politikern haben wir in Europa? Wir bitten Sie nicht, unseren Kampf aus Solidarität zu unterstützen, nicht, weil unser Land die Wiege von Platon und Aristoteles, Perikles und Protagoras, der Konzepte von Demokratie, Freiheit und Europa war. Wir bitten Sie nicht um eine besondere Behandlung, weil wir als Land eine der schlimmsten Katastrophen in Europa in den 1940er Jahren erlitten haben und wir vorbildlich gekämpft haben, dass der Faschismus sich nicht auf dem Kontinent etabliert hat.
Wir bitten Sie, es in Ihrem eigenen Interesse zu tun. Wenn Sie heute die Opferung der griechischen, irischen, portugiesischen und spanischen Gesellschaft auf dem Altar der Schulden und die Banken zulassen, wird bald die Reihe an Ihnen sein. Sie werden nicht auf den Ruinen der europäischen Gesellschaften gedeihen. Unsererseits sind wir spät dran, aber wir sind aufgewacht. Lasst uns zusammen ein neues Europa bauen; ein demokratisches, wohlhabendes, friedliches, das seiner Geschichte, seinen Kämpfen und seines Geistes würdig ist. Widerstehen Sie dem Totalitarismus der Märkte, die drohen, Europa zu zerschlagen und in eine Drittwelt zu verwandeln, die die europäischen Nationen gegeneinander aufwiegeln und unsern Kontinent zerstören, indem sie die Rückkehr des Faschismus fördern.
Deutsche Übersetzung: Guy Wagner
Mikis Homepage (auf deutsch): http://de.mikis-theodorakis.net/
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Die Stille davor, wovor, vor dem Sturm?
14.10.2011 von Tolo.
Die Stille davor, wovor, vor dem Sturm?
Interessanter Beitrag, nur bei allen Zehnarien welche möglich sein könnten, sollten die eigentlichen Ursachen der derzeitigen Krisen nicht vergessen werden.
Ja, aufgeschoben ist nicht aufgehoben, Krisen lassen sich nicht so einfach abschütteln, wie die jüngste Vergangenheit zeigt. Da helfen auch keine Milliarden mehr, die Masse des fiktiven Kapitals ist so groß geworden, dass nicht einmal mehr die Möglichkeit besteht das alles jemals in reales Kapital zu verwandeln. In der letzten Finanzkrise wurden weltweit Billionen in die Bankenwirtschaft gepumpt, was letztlich dazu führte das sich weiteres fiktives Kapital bildete und nun nach Wandlung schreit. Nur wann soll es gewandelt werden, die Wertschöpfung der nächsten Jahrzehnte ist schon längst vergeben, ausgegeben ohne dass diese überhaupt schon stattgefunden hat. Und schauen wir uns die Nachrichten an, gelegentlich wird zwar von Unternehmen berichtet, welche Entlassungen durchführen, die Produktion drosseln usw. usf. aber hauptsächlich wird von den Zockern berichtet, nicht von der realen Wertschöpfung mittels Ausbeutung der Ware Arbeitskraft, sondern von der fiktiven Wertschöpfung mittels Spekulation. Die Börsenkurse fallen, bedeutet doch nichts anderes, als das die fiktive Kapitalakkumulation ins Stocken gerät, die reale stockt hingegen schon lange, sie ist den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus entsprechend beständig rückläufig. Marx hatte übrigens im Kapital schon darauf verwiesen, als er vom tendenziellen Fall der Profitrate geschrieben hat. Dieser Prozess hingegen kann nicht durch noch soviel Billionen aufgehalten werden, er führt aber dazu, dass die Billionen immer billiger werden, immer weniger Wert repräsentieren. Inflation so zu sagen, nur wie soll sich eine Inflation heute überhaupt entfalten können, wenn ihr paradoxerweise eine ausgewachsene Deflation gegenübersteht?
Oberflächlich handelt es sich zwar um eine Finanzkrise, der Hintergrund dieser Krise ist aber eine ausgewachsene Wertschöpfungskrise! Für die Bundesrepublik ist es bis jetzt relativ glimpflich abgelaufen, da im Gegensatz zu den meisten anderen Industrienationen hier in einem umfassenderen Maße als dort noch Wertschöpfung stattfindet. Mit der Auslagerung von Industrieproduktion wurde auch die Wertschöpfung gleich mit ausgelagert, wobei der Illusion gefolgt wurde, dass Geldschöpfung diese ersetzen könnte. Letzteres schien anfänglich sogar zu funktionieren, bis dann die erste Blase platzte! Nun ja, so mancher Ökonom wäre wohl besser beraten gewesen, wenn er Marx gelesen und verstanden hätte!
Das einzige Positive was solchen Krisen abzugewinnen ist, sie sorgen für Klarheit und lassen eigentliche Zusammenhänge im rechten Licht erscheinen, welche all zu gern verdeckt und verschleiert werden. Denn bei allen Wechsel- und Rückwirkungen, Werte werden nicht an der Börse geschaffen, sondern in der materiellen Produktion! China ist nicht Exportweltmeister auf Grund seiner enormen Devisenreserven, sondern auf Grund der materiellen Produktion welche in diesem Land stattfindet, ähnliches trifft auch für die BRD zu. Die Bundesrepublik ist nicht Hegemonialmacht in Europa, weil sie über die besseren Spekulanten verfügt, sondern weil in ihr Wertschöpfung noch in einem Maße stattfindet wie in Frankreich, Großbritannien und anderen Staaten schon lange nicht mehr. Dabei ist die Gefahr real in den allgemeinen Strudel mit hinein gerissen zu werden, selbst wenn es gelingt sich länger am Rand festzuhalten als die Anderen! Nun ja, bei allem Geld und Gelddruckerei, irgendwann werden die Schulden so groß sein, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt als bedeutungslos zu werden! Mittels Geld, egal welcher Währung, sind die gegenwärtigen Probleme des Systems Kapitalismus jedenfalls nicht zu lösen! Selbes trifft auch auf Spekulationen über mögliche politische Verfasstheit zu. Das hingegen zu jeden Strohalm gegriffen wird welcher Rettung verspricht, ist durchaus verständlich!
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Es wird geritten das hölzerne Pferd!
14.10.2011 von Tolo.
Es wird geritten das hölzerne Pferd!
Ja, der Bundestrojaner, die Spitze eines Eisberges, auf welchen die meisten Menschen ansonsten vergnügt und unbedarft rodeln. Es sei in ihrem Interesse Spaß zu haben und um diesen ungestört genießen zu können braucht der Eisberg eben auch eine Spitze. Das dabei im Zeitalter des Internetz auf klassische Methoden der Spionage verzichtet wird, ist hingegen unwahrscheinlich, eher werden diese mit Zuspitzung gesellschaftlicher Widersprüche intensiviert und mittels moderner Medien effektiver nutzbar gemacht. Nun war die Erregung über den Bundestrojaner groß aber nicht zu groß, einige Hintergründe wurden aufgedeckt, ansonsten wieder zur Tagesordnung übergegangen. Die meisten Menschen sehen sich als nicht betroffen, führen sie doch ihrer Meinung nach ein gefälliges Leben und haben sich nichts zu Schulden kommen lassen, welches einen solchen Einsatz rechtfertigen würde. Ja, so neu ist dieses auch nicht, wurde doch nicht erst seit Beginn der Neuzeit gepredigt, wer ein gottgefälliges Leben führt, wird eingehen ins Himmelreich und bleibt von der Strafe Gottes verschont. Kommen dann die Hagelschauer und vernichtete die Ernte, wütete die Pest und ließ Menschen wie Fliegen im Winter sterben, überzog Krieg das Land, so waren dieses Strafen Gottes für die Sünden der nicht gottgefällig Lebenden. Da die gottgefällig Lebenden nun zwar gottgefällig lebten, aber nicht der Gottlosigkeit den entsprechenden Einhalt geboten, wurden sie gleich mitbestraft. So war das damals, der Zorn Gottes traf jeden, egal wie gottgefällig er dem von Gottesgnaden diente, oder auch nicht! Diese Tatsache einmal erkannt, verbunden mit zunehmendem Elend und erlittener Pein, gepaart mit aufklärender Tat, brauchten die Bauern dazu Sensen umzuschmieden und gegen die von Gottesgnaden zu ziehen. Diesem lag auch die Erkenntnis zu Grunde, egal wie gottgefällig sie lebten, die Strafe Gottes war ihnen in jedem Fall gewissen! Heute ist es nicht anders, nur steht ein anderer Gott im Fordergrund, dem Götzen des Mammons ist der Dienst zu leisten!
Hier findet sich ein Beitrag, welcher auf das Thema Bundestrojaner eingeht und mit folgender Aussage endet:
„Solange nicht endlich eine große Mehrheit der Menschen begreift, dass Bespitzelung, Meinungsdiktatur, Kriege, soziale Ungerechtigkeit, Massenverdummung und Machtarroganz nicht irgendwelche Ausrutscher dieses Systems sind, sondern dessen Wesensmerkmale, solange wird der Eisberg wachsen und wachsen!“
Anmerkung:
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Lernen aus Erfahrung oder imperiales Machtgerangel?
10.10.2011 von Tolo.
China Gegengewicht zum Westen in Afrika, sicher, nur um was für ein Gegengewicht handelt es sich? Hier beschäftigt sich ein Beitrag mit möglichen Gründen warum China und Russland sich im Falle der UN-Resolution gegen Libyen nur enthalten haben und kein Veto eingelegt! Dieser Beitrag wurde auf der Seite kritische Massen gespiegelt, wobei ich dort folgenden Kommentar hinterlassen habe:
Lernen aus Erfahrung oder imperiales Machtgerangel?
Nur kostet dieses LERNEN AUS ERFAHRUNG vielen tausend Menschen das Leben! Andererseits haben China und Russland den Westen ins offene Messer laufen lassen. Der Antiamerikanismus in der Region nimmt weiter zu und von diesen sind letztlich auch die Bündnispartner der USA betroffen. Der Westen beraubt sich so selbst seiner Einflussmöglichkeiten nicht nur in dieser Region der Welt.
Trotzdem, eine solche Verhaltensweise ist nicht im Interesse der Völker, hier geht es um Macht, um den Ausbau von Einflussmöglichkeiten auf dem afrikanischen Kontinent und anderswo in der Welt.
Und genau betrachtet, was blieb den Libyen übrig, relativ isoliert, von Embargos gezeichnet mussten Möglichkeiten gefunden werden diesem Teufelskreis zu durchbrechen und so wurde auf die Forderungen der Peiniger eingegangen. Wo waren da China und Russland? Hatte Gaddafi denn viele Möglichkeiten? So näherte man sich dem Westen an, erfüllte gestellte Forderungen in der Hoffnung auf Frieden und weiterer wirtschaftlicher Entwicklung im Land. Der Westen konnte den Schlund aber nicht voll genug bekommen und so wurden immer weitere Forderungen gestellt, in erster Linie nach Privatisierung staatlicher Unternehmen. Als es für den Westen nicht so lief wie gewünscht und Libyen die Forderungen nicht erfüllte, gar einiges vom Geforderten rückgängig machte, kam es zum Krieg! Einen Krieg, welchen das Veto Chinas und Russlands vielleicht nicht verhindert hätte, aber zumindest erschwert.
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Zum Tod einer Ikone kapitalistischen Seins!
8.10.2011 von Tolo.
Zum Tod einer Ikone kapitalistischen Seins!
Nun ist es schon etwas her, dass eine Ikone kapitalistischen Seins das Zeitliche gesegnet hat und in die ewigen Jaggründe eingegangen ist. Die Medien waren voll der Nachrufe und der Erinnerungen an die „Großtaten“ dieses Mannes. War doch sein Weg so untypisch, dass er taugt Illusionen zu erhalten, welche die meisten Menschen längst aufgegeben haben. Zwar wurde er nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, dafür baute er ein weltumspannendes Unternehmen aus einer Garage heraus auf. Da dieses nun nicht das einzige Beispiel einer solchen Tat ist, wird es gern gebraucht um Menschen die Illusion zu geben, dass es nur einer Garage und einiger guter Ideen bedarf um einen weltweit agierenden Konzern aufzubauen. Sollten wir uns etwas trotz aller anderen Behauptungen, Einschätzungen in einer Zeit des Garagenkapitalismus befinden?
Sepp Aigner spiegelt auf seiner Seite eine aufschlussreichen Text unter dem Titel: „Steve Jobs - Tod eines Ausbeuters“.
Zum Text gibt es einen Meinungsaustausch, welcher als Gegenstand indirekt Klassenkampf hat. Nicht uninteressant, gerade auch in einer Zeit wo im ideologischen Kampf nicht nur auf das Instrument der Illusion zurückgegriffen wird, sondern auch entstellt, verklärt, verdreht wird. Folgende Anmerkung hatte ich gestern zum Beitrag hinterlassen:
Anmerkung:
Eine Ikone kapitalistischen Seins ist gestorben und so wird sein Bild hochgehalten, nicht zu vergessen woher dieser Märtyrer des Kapitals kam, nämlich aus der Garage! In Zeiten des Autos zog die Legende vom Tellerwäscher zum Millionär nicht mehr, sie war verbraucht und so musste die Garage herhalten, ein Raum außerhalb der Wohnung, in welchen sich genügend Platz findet Weltkonzerne entstehen zu lassen. Dabei ist es unabhängig davon wie Kapitalismus funktioniert, wichtig ist die potenzielle Möglichkeit welche vorgeblich einen jeden geboten wird, wenn er nur die richtigen Ideen und eine Garage hat! Dann noch etwas Geduld, so entstehen weltumspannende Imperien! Diesem Mann nachzueifern sollte das Ziel eines jeden jungen Menschen sein, so die Intention! Also ab in die Garage und tüfteln, weg von der Straße, wo ohnehin nur Gefahren lauern und es unter Umständen Beulen gibt, wenn für die eigenen Rechte gekämpft wird!
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Weiterführende Gedanken zu einem Text.
29.9.2011 von Tolo.
Weiterführende Gedanken zu einem Text.
Nun hatte ich hier einige Gedanken zu einem Text nieder geschrieben und eine Antwort erhalten. Diese Antwort regte mich zu folgende Gedanken an. Die Antwort selbst werde ich dem Text anhängen. Ursprünglich hatte ich nicht vor einen so langen Text zu schreiben, aber es folgte ein Gedanke den anderen, dabei sollte anfänglich nur die Aussage kritisiert werden, dass die katholische Kirche im Mittelalter nur Mittel der Macht war und kein Eigenleben führte. Gerade im Zusammenhang mit dem gewesenen Papstbesuch sicher nicht uninteressant ein solches Thema aufzunehmen. Durch die Medien wurde der Besuch ja hochgejubelt, Proteste wenn überhaupt nur am Rande erwähnt, dass es diese gegeben hat. Dabei gab es allein in Berlin eine Protestveranstaltung von 15.000 Menschen, die größte in einem solchen Zusammenhang bis jetzt überhaupt. Hier nun meine Gedanken:
Hallo Witold,
nun hast Du durchaus Recht, wenn Du darauf verweist das die katholische Kirche ihren Ursprung in der Antike hat. Ihre Entwicklung hingegen nahm sie unter feudalen Bedingungen! Oder richtiger, der Katholizismus ist die den feudalen Verhältnissen entsprechende Hülle für den christlichen Glauben. Die antike Form hingegen hat sich im oströmischen, byzantinischen Reich in Form der orthodoxen Kirche erhalten. Das byzantinische Reich war die letzte antike Staatsstruktur und Religion ist nach wie vor ein gesellschaftliches Produkt. In der Regel entspricht sie den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen und wenn sie diesen nicht entspringt, so passt sie sich an, oder hört auf zu existieren.
Religion ist immer ein Mittel der Machtausübung, ein Mittel der Politik, dieses trifft besonders auf die katholische Kirche zu, welche von den sich entwickelnden feudalen Verhältnissen geprägt wurde. Sie möge zwar in der Antike gezeugt worden sein, ist jedoch ein Kind des Feudalismus. Nach Zusammenbruch des weströmischen Reiches und in Folge der Völkerwanderung im 5 Jahrhundert bildete sich auf ehemals römischem Gebiet eine frühfeudale Gesellschaft heraus. Die Franken gewannen an Einfluss und um 500 hatte Chlodwig sein Reich ausgedehnt und seine Macht gefestigt. In diesem Zusammenhang wurden Teile der ehemals römischen Verwaltung übernommen, wobei innerhalb dieser Machtstrukturen örtliche Bischöfe eine Rolle spielten. Chlodwig trat um 500 zum Christentum über und lies sich taufen. Er setzte den entscheidenden Einfluss des Königs auf die Einsetzung von Bischöfen durch und versuchte eine einheitliche Kirchenstruktur für das Frankenreich zu schaffen. Die Machtverhältnisse waren klar und Chlodwig trat Pragmatischerweise zum Christentum über und verband somit die hergebrachte Verwaltung mit den mitgebrachten Strukturen. Grafen und Bischöfe wurden zu Verwaltern königlicher Güter, die Lehen wurden auf Zeit vergeben. Entscheidende Grundlage für die Investitur war das Eigenkirchenrecht, die Grundherren ließen Kirchen auf eignen Grund errichten und sicherten sich somit auch den Einfluss auf die Verwaltung durch die Einsetzung von Bischöfen, Äbten etc. letztlich wurden damit königliche Eigentumsrechte gesichert. Die Kirchenfürsten nahmen aber auch durchaus eigenen Interessen war, wobei die Verschmelzung von Staat und Kirche auf Grund mitgebrachter Arbeitsteilung anfänglich zum Aufbau und Erhalt feudaler Macht durchaus zwingend war. Im ausgehenden Mittelalter änderte sich das, immer mehr schwand das Bildungsmonopol der Kirche und die weltliche Macht war nicht mehr unbedingt auf die Kirche angewiesen. Und so ging es auch im Investiturstreit um Eigentumsrechte, wobei dieser in einem Kompromiss endete und dem Kaiser zumindest noch ein Vetorecht zubilligte. Das Konkordat welches Heinrich V. mit dem Papst 1122 tauschte besiegelte die geistige Ehe mit der Kirche und das priesterliche Hirtentum, sozusagen der erste Staatskirchenvertrag. Die Kirche nutzte in diesem Zusammenhang die Schwäche des Kaisers, um ihre angestammten Rechte trotz schwindenden Einflusses auf die weltliche Macht zu sichern. Also war die Kirche vordem durchaus schon Eigensubjekt, nur hatte sie sich im ausgehenden Mittelalter auf Grund des immer schwächer werdenden Kaisertums ihre materielle Machtbasis sichern können.
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Die arabische Welt befindet sich im Wandel, …
27.9.2011 von Tolo.
Die arabische Welt befindet sich im Wandel, dass wird wohl kaum einer bestreiten, anders sieht es mit Lageeinschätzungen aus, da scheiden sich durchaus die Geister, je nach dem in wessen Interesse beurteilt und geurteilt wird.
In der Jungen Welt findet sich heute ein Beitrag zum Thema, in welchen auf die Situation in den verschiedensten arabischen Staaten eingegangen wird. Dabei ist einiges zu erfahren, was in den Meinungsmachemedien nicht, oder nur am Rande zu lesen ist.
Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, wie von westlicher Seite mit Bewegungen in den einzelnen Ländern umgegangen wird. Da reicht die Bandbreite von Unterstützung der Niederschlagung von Protestbewegungen, bis hin zum Krieg gegen bestehende Regierungen zur angeblichen Unterstützung solcher Bewegungen, wie in Libyen geschehen und für Syrien in Vorbereitung.
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