Archiv der Kategorie Historisches

Libyen, Vergangenheit, Gegenwart und zurück?

Libyen, Vergangenheit, Gegenwart und zurück?

Libyen, ein Thema, eines unter vielen und gelegentlich ein vergessenes, obwohl hoch aktuell. Und wenn in den „Meinungsfreiheitsmedien“ darüber geschrieben wird, dann triefen die Beiträge vor Hetze gegen die Verteidiger der Errungenschaften des libyschen Volkes. Dabei ist der Frust über die mäßigen Erfolge der Interventionstruppen zur Unterstützung der „Aufständischen“ deutlich zu spüren. Hatte man doch schon zu Beginn des Bürgerkrieges orakelt, dass Gaddafi am Ende sei und nur noch über eine Handvoll treuer Anhänger verfügt. Optimistisch wurde damals von ca. 100 ausgegangen.

Und nun? Die „Aufständischen“ standen vor ihrer verdienten Niederlage und so sahen sich die USA, Frankreich und Großbritannien genötigt, direkt in den Bürgerkrieg einzugreifen. Sie instrumentalisierten die UNO in ihrem Interesse und eine Flugverbotzone wurde ausgerufen. Diese bot nicht nur die Möglichkeit, den libyschen Luftraum zu überwachen und libysche Flugzeuge am Boden zu halten, sondern auch direkt in die Kämpfe einzugreifen sowie libysche Städte zu bombardieren. Im Laufe der Zeit stellte sich aber heraus, dass selbst diese Maßnahmen den Krieg zu Gunsten der „Aufständischen“ nicht - wie gewünscht - beenden konnten. Also werden weitere Maßnahmen ersonnen.  Die Maschine der „humanitären“ Hilfe wird in Gang gesetzt, die es nun auch den Deutschen,  trotz früherer Bekenntnisse, sich an diesem Krieg nicht direkt beteiligen zu wollen, ein Eingreifen ermöglicht. Dass das deutsche Volk darauf vorbereitet werden muss, versteht sich von selbst. Immerhin lehnt eine deutliche Mehrheit zumindest den Afghanistaneinsatz ab.

So wird wieder verschärft die Propagandakeule geschwungen und von den verschiedensten Greueltaten berichtet. Wer aber solche begeht, ist dem Ziel des Krieges geschuldet. Über die tatsächlichen Täter berichtet die Hofberichterstattung nicht oder verrät sie nur in einer Randnotiz. Mehr ist im Internet zu erfahren, zum Beispiel in diesem Beitrag, welcher sich mit den Hintergründen des Krieges, sowie mit den führenden Personen des Aufstandes und ihren Biographien beschäftigt. Dass dabei Stammesunterschiede eine Rolle spielen, ist nur eine Wahrheit. Eine andere ist, dass die führenden Personen extra zum Aufstand nach Libyen gekommen sind und ihre gut dotierten Tätigkeiten in den USA dafür anscheinend an den Nagel gehängt haben.

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Autorenlesung „HANDWERK UNTERM HAKENKREUZ“

Buchdeckel

Im Rahmen des 11. Quedlinburger Bücherfrühlings findet am 13.Aprill eine Autorenlesung im Antiquariat „Die Büchercouch“ statt:

Mittwoch, 13. April 2011, 18:00 Uhr – Autorenlesung „HANDWERK UNTERM HAKENKREUZ“ von und mit Witold Fischer Antiquariat „Die Büchercouch“, Steinweg 75, 06484 Quedlinburg
Das Handwerk als ältester nicht-agrarischer Wirtschaftszweig des Menschen durchlebte in seiner Geschichte umfangreiche Wandlungen. Wie es sich definiert und welche Rolle es im ökonomischen Gesamtgeschehen einnimmt, wurde in der Literatur bisher eher am Rande behandelt. In der Zeit von 1933 bis 1945  kulminierten einige Entwicklungen, die bis heute Nachwirkungen haben. Andere Erscheinungen sind dagegen verschwunden. Weshalb Handwerker fast ein halbes Jahrhundert lang um Zwangsinnung und Befähigungsnachweis rangen, wird aus den Ausführungen deutlich werden. Zugleich wird sichtbar, weshalb die NS-Demagogie unter dieser Schicht vor 1933 verfangen konnte, weshalb sich aber ab etwa 1936 Handwerker zunehmend in Opposition zum Faschismus fanden.
Eintritt frei

Vereinigungsparteitag von KPD und SPD vor 65 Jahren!

Vereinigungsparteitag vor 65 Jahren!

Dieses Jahr jährt sich die Vereinigung von KPD und SPD zur SED zum 65-mal. Es war eine entschiedene Konsequenz der Arbeiterparteien, im Ergebnis des zweiten Weltkriegs. Hier findet sich ein sehr interessanter Beitrag zum Thema, welches in der Gegenwart wieder an Aktualität gewinnt. Der Autor ist nicht nur Zeitzeuge, welcher als junger Mensch, Ende 1945 aus Kriegsgefangenschaft, in seine Heimatstadt Dresden zurückgekehrt war, sondern auch aktiv mitwirkender. Wie viele andere, stellte auch er sich damals die Frage, wie es weiter gehen sollte. „Mit der Gründung der SED, auf dem Vereinigungsparteitag von KPD und SPD, am 21/22.04.1946, wurden grundlegende Lehren aus der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung gezogen.“ Im Text selbst spiegeln sich aber nicht nur die Anfänge, sondern auch der Fortgang dieser Bewegung, bis in die Gegenwart hinein.   

Eine anregende, historische Betrachtung(sweise)!

Eine anregende, historische Betrachtung(sweise)!

In der Mailingliste der Freidenker wurde die Frage aufgeworfen, was ein Kommunist ist. Da diese Frage einen Adressaten hatte, gab es auch eine Antwort, welche wiederum Anlas gegeben hat zu weiteren Reaktionen. Ich selbst hatte einen Beitrag geschrieben und in der Liste, wie auch im eigenen Blog veröffentlicht. Die Diskussion an sich nahm einen interessanten Verlauf, wobei ich die einzelnen Beiträge gespeichert habe und sie gesondert zum Gegenstand einer Betrachtung machen möchte.

Der Jüngste Beitrag in der Diskussion stammt von Witold Fischer, welcher zwar weniger mit der Frage selbst zu tun hat, aber einige historische Zusammenhänge aufzeigt. Dabei ist das aufgegriffene Thema sicher nicht umfassend dargestellt, bietet jedoch genügend Anregung weiter zu diskutieren. Die komplexe Betrachtungsweise historischer Zusammenhänge, lässt verschiedene Ereignisse in einem anderen Licht erscheinen und taugt dazu Geschichte im progressiv, dialektisch, materialistischen  Sinne aufzuarbeiten. Mit Zustimmung des Autors, hier besagter Text:  

Hallo, Hannelore!

Was mir immer wieder aufstößt, und zwar nicht nur bei Dir, ist die Methodik der Geschichtsbetrachtung, die sich darin äußert zu vermuten, “dass Stalin nicht leichtfertig mit Tito” gebrochen habe. Viele “Lischen Müller” denken sich nämlich, Stalin (und Tito und jeder beliebige Führer, Generalsekretär, Vorsitzender,…) sei so etwas wie Gott, legten fest und dann würde ihr wie auch immer beschaffnetter Anhang, scheinbar willenlos, die Befehle ausführen.
Nehmen wir Goßweiler: Hinsichtlich des Faschismus geht er sozialgeschichtlich heran und beschreibt den “Röhm-Putsch” nicht etwa als Eifersüchtelei zwischen Homosexuellen oder privaten Rachefeldzug mit Untreue und Verrat, sondern als Auseinandersetzung zwischen zwei großen Fraktionen des deutschen Finanzkapitals. Wenn es um die UdSSR geht, gibt es plötzlich keine Fraktionen, sondern nur noch Verrat und Revisionismus sowie Verrat und Revisionismus.
Wer schon einmal eine auch nur kleine Organisation, zum Beispiel den DFV-Landesverband Thüringen, geführt hat, weiß jedoch, wie eingeengt der Entscheidungsspielraum eines Vorsitzenden ist, wie viele sich überlagernde und widersprechende Interessen er berücksichtigen muß und daß Politik also nicht von Personen, sondern von Strukturen gemacht wird. Im Falle der sowjetischen Situation war der zentrale Gegensatz innerhalb des Staatsapparates meines Erachtens  nach der zwischen (Roter) Armee und Geheimdienst (NKVD). Hans-Günter Eschke hatte mir dermaleinst zu einer entscheidenden Erkenntnis hinsichtlich der Behandlung geheimdienstlicher Materie verholfen: Geheimhaltung sei immer ein Zeichen von Schwäche.

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