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Archiv der Kategorie International
Zwei weitere Kommentare …
17.10.2011 von Tolo.
Zwei weitere Kommentare …
Ein Thema wurde gespiegelt, einen Kommentar hatte ich geschrieben und Antwort erhalten. Die Antworten zeugten zwei weitere Kommentare, welche ich in Folge wiedergebe, da das Thema durchaus interessant ist und die Bedeutung über den eigentlichen Gegenstand hinausreicht. Nun hatte ich die Überschrift meines ersten Kommentars mit einem Fragezeichen versehen, sicher nicht ohne Grund, da die eigentlichen Beweggründe nicht immer offensichtlich sind. Dabei zeigt der ursprüngliche Beitrag eine wahrscheinliche Möglichkeit der Entscheidung Chinas im Falle Libyen sich der Stimme zu enthalten auf.
Zweiter Kommentar:
Nun hatte ich nichts von einer jüngeren aufstrebenden USA geschrieben, nur von Bestrebungen den eigenen Einfluss auszubauen und den der USA und ihrer Verbündeten zurückzudrängen. Die Überschrift ist mit Fragezeichen versehen, da ich mir alles anderes als sicher bin. China erhält die verschiedensten Beziehungen zu vielen Staaten, dabei ist die Vorgehensweise sicher nicht mit der der USA zu vergleichen, die Chinesen gehen wesentlich geschickter vor. Das sie dabei zwischen Baum und Borke stehen ist nicht zu übersehen, zum einen regiert eine kommunistische Partei und zum anderen wird die ökonomische Basis entscheidend vom Kapital geprägt. Da soll es sogar einen Zusammenhang geben, zwischen Basis und Überbau.
Nun bin ich auch kein ausgesprochener Chinakenner, aber das hier Macht geteilt wird ist offensichtlich. Andererseits ist der chinesische Weg ein Weg ins Unbekannte mit Ziel, jeder Schritt der gegangen wird, wurde so noch nicht gegangen. Im Gegensatz zu den Hauptländern des Kapitals, wo eigentlich alles schon einmal da gewesen scheint und sich nur auf höherer Stufenleiter wiederholt.
Nicht desto trotz kann ich die Entscheidung Chinas im Fall Libyen nicht nachzuvollziehen, auch mit Veto hätte Libyen gelernt und es wären unter Umständen viele Tote erspart geblieben. Hätte die USA und ihr Verbündeten dann trotzdem Krieg geführt, so wäre die Situation eine andere gewesen und unter Umständen hätte es in den kriegstreibenden Ländern mehr Widerstand gegen diesen Krieg gegeben. Aber so hatte es den Anschein, dass eigentlich keiner gegen diesen Krieg ist und doch etwas dran sein muss an dem was die Medien berichten.
Nun ja, China und wie war es mit dem Verhältnis von ökonomischer und politischer Macht?
Dritter Kommentar:
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„Wir bitten Sie um Solidarität in Ihrem eigenen Interesse!“
16.10.2011 von Tolo.
„Wir bitten Sie um Solidarität in Ihrem eigenen Interesse!“
Theodorakis ruft zum Widerstand auf
An die empörten Bürger Griechenlands und Europas Wir begrüßen die Zehntausenden, sogar Hunderttausenden von Bürgern, vor allem junge Menschen, die sich auf den Plätzen aller großen Städte versammelt haben, um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen im Gedenken an das Memorandum (Rahmenvereinbarung zwischen der griechischen Regierung, EU, IWF und der EZB, seit Mai 2010 unterzeichnet und dann regelmäßig erneuert), und den Abschied der Regierung der Schande und aller politischen Mitarbeiter zu fordern, die dem öffentlichen Wohl dienen sollten und denen es gelungen ist, Griechenland zu zerstören, zu plündern und zu versklaven. Anstatt ins Parlament gehören diese Leute alle ins Gefängnis. Wir begrüßen die erste Generalversammlungen, die in den Zentren unserer Städte stattfinden, und die direkte Demokratie, die die neuartige Bewegung der Jugend zu entdecken sucht. Wir begrüßen die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, welche Demonstrationen, Streiks und Besetzungen begonnen haben, um einen Staat zu verteidigen, der, statt einer Auflösung im Rahmen des IWF, eine Verbesserung und eine radikale Reform verzweifelt benötigt. Durch ihre Proteste verteidigen die Arbeiter der Hellenic Postbank, der National Elektrizitäts-Regie und der Gesellschaft der öffentlichen Lotterie- und Sport-Wetten, das Erbe des griechischen Volkes, das die ausländischen Banken, mittels ihrer Marionetten-Regierung in Athen, zu plündern gedenken. Der beispielhafte Pazifismus dieser Demonstrationen hat gezeigt, dass, wenn Polizei und Provokateure keinen Befehl erhalten einzugreifen, Blut nicht fließt. Wir appellieren an die griechische Polizei nicht die Instrumente der dunklen Kräfte zu werden, die auf alle Fälle versuchen wollen, zu einem gewissen Moment die Jugendlichen und Arbeiter blutig zu unterdrücken. Ihr Platz, ihre Pflicht und ihr Interesse ist es, an der Seite des griechischen Volkes, der Proteste und der friedlichen Forderungen, an der Seite Griechenlands zu stehen, und nicht an der jener dunklen Kräfte, die ihre Politik der jetzigen Regierung diktieren. Ein Jahr nach der Abstimmung über das Memorandum, scheint alles dessen Scheitern zu beweisen.
Nach dieser Erfahrung ist nicht mehr die geringste Illusion gestattet. Der Weg, den die Regierung eingeschlagen hat und auch weiterhin einschlägt, unter der Aufsicht von Banken und ausländischen Unternehmen, von Goldman Sachs und seinen Mitarbeitern in Europa, führt Griechenland in die Katastrophe. Es ist unerlässlich, dass dies sofort aufhört, es ist unerlässlich, dass sie das Land sofort verlassen. Tag für Tag offenbaren ihre Praktiken wie gefährlich sie für dieses Land sind. Es ist erstaunlich, dass der Generalstaatsanwalt noch nicht gegen den Minister für Wirtschaft und Finanzen, nach dessen jüngsten Aussagen über die drohende Insolvenz und das Fehlen von Haushaltsmitteln, eingegriffen hat. Warum hat er nicht eingegriffen in Reaktion auf die Äußerungen des Präsidenten des Bundesverbandes der Arbeitgeber der Industrie und der griechische EU-Kommissarin Mari Damanaki über ein Verlassen des Euro? Warum hat er nicht gegen den Massenterrorismus eingegriffen, mit dem eine bankrotte Regierung unter dem Diktat der Troika [EU - IWF - EZB], wieder einmal versucht, das griechische Volk zu erpressen? Durch ihren Katastrophismus, ihre tragische Anspielungen und alles was sie erfinden und quasseln um die Griechen aufzuschrecken, ist es ihnen gelungen, unser Land in der Welt zu demütigen und es tatsächlich an den Rand des Bankrotts zu bringen. Wenn ein Geschäftsmann in der gleichen Weise spräche, wie dies der Premierminister und seine Minister tun, wenn sie von Griechenland reden, würde er sich sofort wegen schwerer Unterschlagung hinter Gittern wieder finden.
Wir wenden uns auch an die europäischen Völker. Unser Kampf ist nicht nur der Griechenlands, es strebt ein freieres, unabhängigeres und demokratischeres Europa an. Glauben Sie Ihren Regierungen nicht, wenn sie behaupten, dass euer Geld dazu dient, Griechenland zu helfen. Glauben Sie nicht die groben und absurden Lügen der kompromittierten Zeitungen, die Sie überzeugen wollen, dass das Problem von der so genannten Faulheit der Griechen herkommt, währenddem, nach den Daten des Europäischen Statistischen Instituts, diese mehr arbeiten als alle anderen Europäer! Die Arbeiter sind nicht verantwortlich für die Krise; der Finanzkapitalismus und die Politiker in ihrem Boot, sie sind es, die sie verursacht haben und sie ausnutzen. Ihre Programme “Rettung von Griechenland” helfen nur den ausländischen Banken, und gerade denjenigen, die mittels Politikern und Regierungen in ihrem Sold, das politische Modell aufgezwungen haben, das zur aktuellen Krise geführt hat.
Es gibt keine Alternative zu einer radikalen Umstrukturierung der Schulden, nicht nur in Griechenland, sondern in ganz Europa. Es ist undenkbar, dass Banken und Kapitaleigner, die die Verantwortung für die gegenwärtige Krise tragen, nicht einen Cent zahlen, um den Schaden den sie angerichtet haben, gutzumachen. Es darf nicht sein, dass Banker sein, der einzige sichere Beruf auf der Welt ist!
Es gibt keine andere Lösung als das aktuelle europäische Wirtschaftsmodell zu ersetzen, das entwickelt wurde, um Schulden zu erzeugen, und zu einer Politik der Ankurbelung der Nachfrage und der Entwicklung zurückzukehren, zu einem Protektionismus, der mit einer drastischen Kontrolle der Finanzen versehen ist. Wenn die Staaten sich nicht auf den Märkten durchsetzen, so schlucken diese sie auf, zusammen mit der Demokratie und den Errungenschaften der europäischen Zivilisation.
Die Demokratie wurde in Athen geboren, als Solon die Schulden der Armen gegenüber den Reichen stornierte. Man darf heute nicht zulassen, dass die Banken die europäischen Demokratien zerstören, um riesige Summen aus ihnen herauszupressen, die sie selbst als Schulden generiert haben. Wie kann man vorschlagen, dass ein ehemaliger Mitarbeiter von Goldman Sachs die Europäische Zentralbank führen soll? Welche Art von Regierungen, welche Art von Politikern haben wir in Europa? Wir bitten Sie nicht, unseren Kampf aus Solidarität zu unterstützen, nicht, weil unser Land die Wiege von Platon und Aristoteles, Perikles und Protagoras, der Konzepte von Demokratie, Freiheit und Europa war. Wir bitten Sie nicht um eine besondere Behandlung, weil wir als Land eine der schlimmsten Katastrophen in Europa in den 1940er Jahren erlitten haben und wir vorbildlich gekämpft haben, dass der Faschismus sich nicht auf dem Kontinent etabliert hat.
Wir bitten Sie, es in Ihrem eigenen Interesse zu tun. Wenn Sie heute die Opferung der griechischen, irischen, portugiesischen und spanischen Gesellschaft auf dem Altar der Schulden und die Banken zulassen, wird bald die Reihe an Ihnen sein. Sie werden nicht auf den Ruinen der europäischen Gesellschaften gedeihen. Unsererseits sind wir spät dran, aber wir sind aufgewacht. Lasst uns zusammen ein neues Europa bauen; ein demokratisches, wohlhabendes, friedliches, das seiner Geschichte, seinen Kämpfen und seines Geistes würdig ist. Widerstehen Sie dem Totalitarismus der Märkte, die drohen, Europa zu zerschlagen und in eine Drittwelt zu verwandeln, die die europäischen Nationen gegeneinander aufwiegeln und unsern Kontinent zerstören, indem sie die Rückkehr des Faschismus fördern.
Deutsche Übersetzung: Guy Wagner
Mikis Homepage (auf deutsch): http://de.mikis-theodorakis.net/
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Die Stille davor, wovor, vor dem Sturm?
14.10.2011 von Tolo.
Die Stille davor, wovor, vor dem Sturm?
Interessanter Beitrag, nur bei allen Zehnarien welche möglich sein könnten, sollten die eigentlichen Ursachen der derzeitigen Krisen nicht vergessen werden.
Ja, aufgeschoben ist nicht aufgehoben, Krisen lassen sich nicht so einfach abschütteln, wie die jüngste Vergangenheit zeigt. Da helfen auch keine Milliarden mehr, die Masse des fiktiven Kapitals ist so groß geworden, dass nicht einmal mehr die Möglichkeit besteht das alles jemals in reales Kapital zu verwandeln. In der letzten Finanzkrise wurden weltweit Billionen in die Bankenwirtschaft gepumpt, was letztlich dazu führte das sich weiteres fiktives Kapital bildete und nun nach Wandlung schreit. Nur wann soll es gewandelt werden, die Wertschöpfung der nächsten Jahrzehnte ist schon längst vergeben, ausgegeben ohne dass diese überhaupt schon stattgefunden hat. Und schauen wir uns die Nachrichten an, gelegentlich wird zwar von Unternehmen berichtet, welche Entlassungen durchführen, die Produktion drosseln usw. usf. aber hauptsächlich wird von den Zockern berichtet, nicht von der realen Wertschöpfung mittels Ausbeutung der Ware Arbeitskraft, sondern von der fiktiven Wertschöpfung mittels Spekulation. Die Börsenkurse fallen, bedeutet doch nichts anderes, als das die fiktive Kapitalakkumulation ins Stocken gerät, die reale stockt hingegen schon lange, sie ist den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus entsprechend beständig rückläufig. Marx hatte übrigens im Kapital schon darauf verwiesen, als er vom tendenziellen Fall der Profitrate geschrieben hat. Dieser Prozess hingegen kann nicht durch noch soviel Billionen aufgehalten werden, er führt aber dazu, dass die Billionen immer billiger werden, immer weniger Wert repräsentieren. Inflation so zu sagen, nur wie soll sich eine Inflation heute überhaupt entfalten können, wenn ihr paradoxerweise eine ausgewachsene Deflation gegenübersteht?
Oberflächlich handelt es sich zwar um eine Finanzkrise, der Hintergrund dieser Krise ist aber eine ausgewachsene Wertschöpfungskrise! Für die Bundesrepublik ist es bis jetzt relativ glimpflich abgelaufen, da im Gegensatz zu den meisten anderen Industrienationen hier in einem umfassenderen Maße als dort noch Wertschöpfung stattfindet. Mit der Auslagerung von Industrieproduktion wurde auch die Wertschöpfung gleich mit ausgelagert, wobei der Illusion gefolgt wurde, dass Geldschöpfung diese ersetzen könnte. Letzteres schien anfänglich sogar zu funktionieren, bis dann die erste Blase platzte! Nun ja, so mancher Ökonom wäre wohl besser beraten gewesen, wenn er Marx gelesen und verstanden hätte!
Das einzige Positive was solchen Krisen abzugewinnen ist, sie sorgen für Klarheit und lassen eigentliche Zusammenhänge im rechten Licht erscheinen, welche all zu gern verdeckt und verschleiert werden. Denn bei allen Wechsel- und Rückwirkungen, Werte werden nicht an der Börse geschaffen, sondern in der materiellen Produktion! China ist nicht Exportweltmeister auf Grund seiner enormen Devisenreserven, sondern auf Grund der materiellen Produktion welche in diesem Land stattfindet, ähnliches trifft auch für die BRD zu. Die Bundesrepublik ist nicht Hegemonialmacht in Europa, weil sie über die besseren Spekulanten verfügt, sondern weil in ihr Wertschöpfung noch in einem Maße stattfindet wie in Frankreich, Großbritannien und anderen Staaten schon lange nicht mehr. Dabei ist die Gefahr real in den allgemeinen Strudel mit hinein gerissen zu werden, selbst wenn es gelingt sich länger am Rand festzuhalten als die Anderen! Nun ja, bei allem Geld und Gelddruckerei, irgendwann werden die Schulden so groß sein, dass ihnen nichts anderes übrig bleibt als bedeutungslos zu werden! Mittels Geld, egal welcher Währung, sind die gegenwärtigen Probleme des Systems Kapitalismus jedenfalls nicht zu lösen! Selbes trifft auch auf Spekulationen über mögliche politische Verfasstheit zu. Das hingegen zu jeden Strohalm gegriffen wird welcher Rettung verspricht, ist durchaus verständlich!
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Lernen aus Erfahrung oder imperiales Machtgerangel?
10.10.2011 von Tolo.
China Gegengewicht zum Westen in Afrika, sicher, nur um was für ein Gegengewicht handelt es sich? Hier beschäftigt sich ein Beitrag mit möglichen Gründen warum China und Russland sich im Falle der UN-Resolution gegen Libyen nur enthalten haben und kein Veto eingelegt! Dieser Beitrag wurde auf der Seite kritische Massen gespiegelt, wobei ich dort folgenden Kommentar hinterlassen habe:
Lernen aus Erfahrung oder imperiales Machtgerangel?
Nur kostet dieses LERNEN AUS ERFAHRUNG vielen tausend Menschen das Leben! Andererseits haben China und Russland den Westen ins offene Messer laufen lassen. Der Antiamerikanismus in der Region nimmt weiter zu und von diesen sind letztlich auch die Bündnispartner der USA betroffen. Der Westen beraubt sich so selbst seiner Einflussmöglichkeiten nicht nur in dieser Region der Welt.
Trotzdem, eine solche Verhaltensweise ist nicht im Interesse der Völker, hier geht es um Macht, um den Ausbau von Einflussmöglichkeiten auf dem afrikanischen Kontinent und anderswo in der Welt.
Und genau betrachtet, was blieb den Libyen übrig, relativ isoliert, von Embargos gezeichnet mussten Möglichkeiten gefunden werden diesem Teufelskreis zu durchbrechen und so wurde auf die Forderungen der Peiniger eingegangen. Wo waren da China und Russland? Hatte Gaddafi denn viele Möglichkeiten? So näherte man sich dem Westen an, erfüllte gestellte Forderungen in der Hoffnung auf Frieden und weiterer wirtschaftlicher Entwicklung im Land. Der Westen konnte den Schlund aber nicht voll genug bekommen und so wurden immer weitere Forderungen gestellt, in erster Linie nach Privatisierung staatlicher Unternehmen. Als es für den Westen nicht so lief wie gewünscht und Libyen die Forderungen nicht erfüllte, gar einiges vom Geforderten rückgängig machte, kam es zum Krieg! Einen Krieg, welchen das Veto Chinas und Russlands vielleicht nicht verhindert hätte, aber zumindest erschwert.
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Zum Tod einer Ikone kapitalistischen Seins!
8.10.2011 von Tolo.
Zum Tod einer Ikone kapitalistischen Seins!
Nun ist es schon etwas her, dass eine Ikone kapitalistischen Seins das Zeitliche gesegnet hat und in die ewigen Jaggründe eingegangen ist. Die Medien waren voll der Nachrufe und der Erinnerungen an die „Großtaten“ dieses Mannes. War doch sein Weg so untypisch, dass er taugt Illusionen zu erhalten, welche die meisten Menschen längst aufgegeben haben. Zwar wurde er nicht vom Tellerwäscher zum Millionär, dafür baute er ein weltumspannendes Unternehmen aus einer Garage heraus auf. Da dieses nun nicht das einzige Beispiel einer solchen Tat ist, wird es gern gebraucht um Menschen die Illusion zu geben, dass es nur einer Garage und einiger guter Ideen bedarf um einen weltweit agierenden Konzern aufzubauen. Sollten wir uns etwas trotz aller anderen Behauptungen, Einschätzungen in einer Zeit des Garagenkapitalismus befinden?
Sepp Aigner spiegelt auf seiner Seite eine aufschlussreichen Text unter dem Titel: „Steve Jobs - Tod eines Ausbeuters“.
Zum Text gibt es einen Meinungsaustausch, welcher als Gegenstand indirekt Klassenkampf hat. Nicht uninteressant, gerade auch in einer Zeit wo im ideologischen Kampf nicht nur auf das Instrument der Illusion zurückgegriffen wird, sondern auch entstellt, verklärt, verdreht wird. Folgende Anmerkung hatte ich gestern zum Beitrag hinterlassen:
Anmerkung:
Eine Ikone kapitalistischen Seins ist gestorben und so wird sein Bild hochgehalten, nicht zu vergessen woher dieser Märtyrer des Kapitals kam, nämlich aus der Garage! In Zeiten des Autos zog die Legende vom Tellerwäscher zum Millionär nicht mehr, sie war verbraucht und so musste die Garage herhalten, ein Raum außerhalb der Wohnung, in welchen sich genügend Platz findet Weltkonzerne entstehen zu lassen. Dabei ist es unabhängig davon wie Kapitalismus funktioniert, wichtig ist die potenzielle Möglichkeit welche vorgeblich einen jeden geboten wird, wenn er nur die richtigen Ideen und eine Garage hat! Dann noch etwas Geduld, so entstehen weltumspannende Imperien! Diesem Mann nachzueifern sollte das Ziel eines jeden jungen Menschen sein, so die Intention! Also ab in die Garage und tüfteln, weg von der Straße, wo ohnehin nur Gefahren lauern und es unter Umständen Beulen gibt, wenn für die eigenen Rechte gekämpft wird!
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Gedanken eines Dritten zum Text:…
26.9.2011 von Tolo.
In der Mailingliste der Freidenker fand sich ein Text zum Papstbesuch, zu diesem Text habe ich folgenden Gedanken hinterlassen:
Gedanken eines Dritten zum Text:
Nun war der Papstbesuch nicht zufällig und wenn wir davon ausgehen das selbst der Zufall gesetzmäßig ist, auch kein Wunder! Dabei ist gerade der katholische Glaube, ein Wunderglaube!
Wirtschaftliche Verquickung mit der Politik ist ohnehin allgemein und so sind politische Entscheidungen nach ihrem ökonomischen Hintergrund zu hinterfragen, weniger nach ihrem religiösen. Gerade auch im Zusammenhang mit Solarprojekten in Afrika.
Und es werden in Afrika Kriege geführt, eine Region dauerhaft destabilisiert usw. usf. Vielleicht ein Grund (die Solarprojekte), dass die Bundesregierung im Krieg gegen Libyen einen Sonderweg eingeschlagen hat, welcher nichts nutzte, da von den Bündnispartnern zugeschlagen wurde. Ja, so unterschiedlich können Interessen sein und die Franzosen setzen ohnehin nach wie vor auf ihren Atomstrom! Solange in dieser Region aber kein Frieden herrscht, solange werden diese „Solarprojekte“ Luftnummern bleiben. Aber vielleicht kann ja mit dieser Luft Strom erzeugt werden? Vielleicht mit Gottes Hilfe, Glaube soll ja bekanntlich Berge versetzen können … letztlich aber nur, wenn er menschliche Tat zeugt!
Nee, der Papst macht nichts zufällig, es ist sein Gott, welcher eingibt was er zu tun und zu sagen hat! Eine besser Ausrede ist kaum zu finden, bestimmt doch das Handeln der Menschen auch sein tun. Aber ob nun Papst oder nicht, letztlich geht es um Produktivkraftentwicklung und solange mit einer Technologie Geld verdient werden kann, wird diese eingesetzt, egal wo auf der Welt. Dabei wäre es unrealistisch anzunehmen, dass Unternehmen Entwicklungsmöglichkeiten und vor allen auch Notwendigkeiten nicht erkennen würden. Gerade auch Unternehmen wie Siemens, also wird das Unternehmen der notwendigen Produktivkraftentwicklung in seinem Interesse Rechnung tragen. Das sich zu diesem Zweck jener politische Kraft bedient wird, welche dem Interessen am besten dienen kann, ist nichts neues. Sollte es eine solche Kraft nicht geben, so würde eine geschaffen werden. Die eigenen Interessen gilt es vertreten zu lassen und die Grünen haben sich im Laufe der Jahre von einer bürgerlichen Partei des Mittelstandes, der Mittelschicht, zu einer Partei entwickelt welche durchaus in der Lage ist die Interessen des Grußkapitals zu vertreten. Wenn die Grünen nun auch noch Unterstützung vom Papst bekommen, so ist das sicher hilfreich, aber nicht unbedingt Notwendig. Ihre Popularität ist in letzter Zeit gestiegen, zu hinterfragen bleibt warum?
Das kurz nach Wahlen kaum noch über eventuelle Wahldebakel gesprochen wird, ist auch alles andere als neu, davon können die Medien viel erfolgreicher ablenken als es einem Papst überhaupt möglich ist. Damit soll die Bedeutung des Pabstbesuches nicht in Frage gestellt werden, nur darauf verwiesen, dass dieser in seiner Bedeutung auch nicht überschätzt werde.
Nun wird der Papst seinen Grund gehabt haben, ein Hauptgrund kann durchaus gewesen sein ein Zeichen zu setzen, seine Schäfchen hierzulande nicht nur zu zählen, sondern ihre Zahl nicht weiter schwinden zu lassen, sie zu motivieren treu beim Kreuze zu bleiben. Dabei sind die Verbindungen der beiden großen christlichen Kirchen zu diesem Staat sehr innig. Es fließen jährlich etliche Milliarden vom Staat zur Kirche und wenn eine Einladung ausgesprochen wird, dann ist auch der Papst Gast und dem Gastgeber obliegt es die Zeche zu zahlen. Manche Gründe können trivial sein, meistens entspringen sie der Trivialität des Geldes. Dass der Papst auch aus diesem Land stammt, möge als werbewirksamer Fakt Berücksichtigung finden. Dem Papst geht es in erste Linie also um eigene Interessen und wo kann für den eigenen Glauben am besten geworben werden, als unter Gläubigen? Materialisten werden dabei immer ihr Fett abbekommen, sie sind nicht bekehrbar, sie sind Missionsresistent, solange sie auf weltanschaulich materialistischer Grundlage unterwegs sind. Sind heute aber selbst viele sich links nennend und gebende nicht einmal, eher neigen sie zum objektiven, gar subjektiven Idealismus, manchmal es selbst nicht einmal erkennend. Das ist aber eine andere Geschichte.
Der Papst kam um zu Missionieren, aber auch um seine Schäfchen beim Kreuz zu halten. Dabei wird es sicher auch Menschen geben welche auf der Suche nach Perspektiven, nach Lösungen für ihre Probleme in den Schoß der Kirche fallen. Allein gibt es heute weitaus mehr Möglichkeiten als diese. Vergessen werden sollte aber auch nicht, selbst wenn sich das System des Kapitals der Kirchen bedient, religiösen Glauben in seinem Interesse nutz, dass die Kräfte des Kapitals aber auf diese Kirchen verzichten können, sie haben eine neue Religion geschaffen. Die Papstkirche ist eine mittelalterliche Erscheinung welche dem feudalen System entspricht, die Reformation hat diese für das Bürgertum in früher Zeit praktikabel gemacht, so dass das Bürgertum seine Interessen mittels dieser Religion kommunizieren konnte. Die weitere Entwicklung der Produktivkräfte ließ die Bedeutung der klassischen Kirche, selbst der reformierten, schwinden, was sich in der Aufklärung spiegelte. Und so benötigte die französische Revolution nicht einmal mehr diese Kirche um ihre Interessen zu kommunizieren, sie schaffte diese sogar ab. Das Napoleon sie wieder einführte hatte durchaus Gründe, ganz wollte das Bürgertum auf dieses Mittel der Macht, auf dieses Instrument des ideologischen Kampfes dann doch nicht verzichten. Nur wird der ideologische Kampf heute nur noch geringfügig mittels kirchlicher Institutionen geführt, die Hauptarbeit leisten die Massenmedien, sie sind das modere Opium für das Volk, die chemische Droge der Gegenwart, welche dem Volk beständig verabreicht wird.
Und das der Papst auch die Interessen der „deutschen Bourgeoisie“ unterstützt ist allein schon dadurch erklärbar, dass diese letztendlich entscheidet was seiner Kirche vom Staat zugeschustert wird. Wessen Brot ich esse, dessen Lied ich singe! Dem Kapital ist es dabei egal, mit was sich Menschen von ihren eigentlichen Problemen ablenken lassen, ob durch ihren Glauben an einen christlichen, oder anderen Gott, ob durch ihre Flucht in so genannte soziale Netzwerke, Esoterikkreise, oder Verschwörungstheorien. Wobei Religionen durchaus einen Vorteil haben, auf Grund ihrer Loslösung von irdischen Interessen taugen sie gut um Menschen gegeneinander zu vereinnahmen, sie aufeinander zu hetzen und so selbst Menschen gegen ihre eigenen Interessen agieren zu lassen. Gesellschaftlich Verbündete können so zu Feinde erklärt werden, im Kampf für ihren Gott, gegen den Gott der anderen. Islamismus ist z. B. ein Kampfbegriff, welcher gerade zur Ablenkung von denn eigentlichen gesellschaftlichen Problemen genutzt wird. Einende irdische Probleme werden unter göttlich, himmlische Verborgen! Aber wie schon geschrieben, heute gibt es auch andere und wirkungsvollere Instrumente der Ablenkung von und Vereinnahmung gegen die eigenen Interessen.
So gibt es die verschiedensten Richtungen in welche auf der Suche nach Lösungen für die gegenwärtigen gesellschaftlichen Probleme gegangen wird. Das ‚zurück ins Mittelalter’ eine ist, ist sicher nicht von der Hand zu weisen, wobei es in diesem Zusammenhang um mittelalterliche Strukturierung geht, weniger um eine mittelalterliche Produktivkraftentwicklung. (Am Rande sei daraus verwiesen, dass vieles was heut historisch dem Mittelalter zugeordnet wird, Erscheinungen der beginnenden Neuzeit waren. In diesem Zusammenhang kommt es eben auch darauf an historisch richtig zuzuordnen. Grob geschrieben wird das Mittelalter zeitlich zwischen 500 und 1500 eingeordnet.)
Kurz geschrieben, der Besuch des Papstes sollte in seiner Bedeutung nicht überbewertet werden. Das Menschen unter sich verschlechternden Lebensbedingungen auf die Suche nach Alternativen sind, ist nicht neu, ob sie diese gerade im Mittelalter sehen, kann bezweifelt werden, wobei die Ausnahme die Regel bestätigt. Wichtiger für uns ist eigentlich, dass Menschen Zuflucht suchen und dieses umso mehr, umso weniger praktikable Alternativen erkennbar sind und desto mehr sie auf Grund gepredigten und praktizierten Individualismus vereinsamen. Dabei sind sie durchaus vorhanden, die Alternativen, nur nicht populär! Das mittelalterliche Papsttum ist dabei selbst für die meisten Katholiken keine Alternative, ihr Glaube bietet ihnen aber Zuflucht und Gemeinschaft, eine Zuflucht welche in der realen Welt auch neue Formen angenommen hat und eine Gemeinschaft, wie sei heute oft im Namen der Individualisierung verloren gegangen ist.
Thomas
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Eklat vor der UN, oder nur unverträgliche Wahrheit?
23.9.2011 von Tolo.
Eklat vor der UN, oder nur unverträgliche Wahrheit?
Die UNO, im Ergebnis des zweiten Weltkriegs entstanden um die Interessen der Völker zu wahren, entsprach sie über viel Jahrzehnte diesem Anliegen. Seit dem Untergang der sozialistischen Staatengemeinschaft ist es den USA und ihrer Vasallen in Europa und anderswo auf der Erde gelungen die UNO in ein Instrument zur Durchsetzung ihrer Interessen zu machen. Was in Vorbereitung des Irakkrieges noch nicht so recht gelingen wollte, hat vor kurzen in Libyen hervorragend geklappt, es gab ein UN Mandat zum führen dieses Krieges. Zwar nicht im praktizierten Umfang, doch die Tür wurde geöffnet. Das sich in diesem Fall China und Russland zurückgehalten haben, von ihrem Vetorecht nicht gebrauch machten und sich nur der Stimme enthielten, zeigt wie sich die Welt zu ungunsten der Menschen verändert hat.
Gegenwärtig tagt die UN wieder und so manche Rede wird gehalten, dabei findet sich heute in der Onlineausgabe der FAZ ein Beitrag, welcher die Rede des iranischen Präsidenten zum Gegenstand hat. Gar von einem Eklat ist die Rede, doch wenn sich etwas genauer mit dem Text beschäftigt wird, jedenfalls mit den Ausschnitten welche im Beitrag erwähnt werden, kann eigentlich von einem Eklat nicht die Rede sein. Zwar sind die Schlüsse aus den Aussagen religiös verklärt, aber ansonsten nicht von der Hand zu weisen. Bewusst wurde aber die Aussage „Ahmadineschad: Holocaust ist Ausrede“ gewählt, wird damit an die ihm einst unterstellte „Holocaustleugnung“ angeknüpft. Und so kommt es, dass ausgesprochene Wahrheiten in der westlich dominierten UN als Eklat gelten, denn stimmt es nicht, dass der Westen für die meisten gegenwärtigen Kriege, die damit verbundenen Morde, Vertreibungen, Unterdrückung und Armut verantwortlich ist? Libyen ist in diesem Zusammenhang das jüngste Beispiel, wo unvermindert weiter gekämpft wird, wo NATO-Bomber nach wie vor ihre todbringende Last über libysche Städte entladen. Ob nun die USA die Anschläge vom 11. September vor 10 Jahren selbst initiiert hat, sei dahingestellt, zu verantworten hat sie sie in jedem Fall. Andererseits sind solche kriegsauslösenden Ereignisse nicht neu, gedacht sei an die Begründung des Überfalls auf Polen durch deutsche Truppen 1939! Wenn solche Tatsachen heute vor der UN genannt werden, dann wird es als „wettern gegen den Westen“ bezeichnet und ein Teil der Zuhörer sieht sich genötigt den Saal zu verlassen. Wobei einer den Saal nicht zu verlassen brauchte, denn „Außenminister Guido Westerwelle (FDP) war zu der Rede gar nicht erst erschienen.“ Was für ein Außenminister, nur will man es ihm verdenken, hat er das Amt doch nur noch auf Abruf inne, im Abgesang der FDP hierzulande.
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Zum Besuch eines ehemaligen Großinquisitors in der Bundesrepublik!
20.9.2011 von Tolo.
Zum Besuch eines ehemaligen Großinquisitors in der Bundesrepublik!
Zum Papstbesuch in der BRD.
Der Besuch eines alten Mannes in der BRD steht bevor, der Papst kommt nach Deutschland und die Medien sind voll der Erwartungen und Lobhudeleien. Karten werden verkauft, in Berlin soll er sein Unwesen treiben, gar vor dem Bundestag. Im Fernsehen gibt es Berichte, Kirchengeschichte wird von vorn bis hinten durchgehächelt, nicht ohne sie entsprechend positiv zu verklären.
Selbst der Papst, welcher in den 1930 Jahren offen mit den faschistischen Regimen in Europa kollaborierte wird reingewaschen, ja ihm sogar gegenteiliges unterstellt.
Drei interessante Beiträge zum Papstbesuch finden sich auf der Seite der Freidenker, wovon der umfassendste und die jüngere Geschichte intensiv beleuchtende mit „Der deutsche Papst ist der bisher reaktionärste in der Geschichte der Neuzeit“ überschrieben ist.
Im insgesamt sehr informativ und anschaulichem Text heißt es unter anderem: „Der deutsche Papst setzt die reaktionäre Gegenoffensive seines Vorgängers nicht einfach nur fort, er verstärkt sie noch. Seine Attacken stellen auf ein Rollback gegen die Aufklärung und die irdische Emanzipation des Menschen ab. Von seiner eindeutigen Positionierung zeugen neben der Seligsprechung der Kreuzritter Francos und der Rehabilitierung der Piusbrüder seine Ausfälle gegen Protestanten und Moslems. Er vertritt den Alleinvertretungsanspruch der katholischen Kirche und fordert kategorisch, sie als die allein selig machende anzuerkennen. Sie soll auch heute die entscheidende geistliche Basis der Gesellschaft und des Staates bilden. Einen Staat ohne Christentum nennt Ratzinger in einem seiner Standardwerke „Werte in Zeiten des Umbruchs“ „eine Räuberbande“. Das gerät schon in die Nähe der „Schurkenstaaten“ von Ex-Präsident Bush und seiner „Achse des Bösen“. Damit passt die klerikale zur imperialistischen Offensive.“
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Von der Erscheinung zum Wesen!?
16.9.2011 von Tolo.
Von der Erscheinung zum Wesen!
Gegenstand dieses Kommentars ist der erste Kommentar von TomGard zu einem Beitrag auf der Seite Kritische Massen vom 12.September. Im Beitrag selbst wird ein Interview aus der Junge Welt, im Zusammenhang mit den Ereignissen vom 11.09. vor zehn Jahren und dessen Folgen, gespiegelt. Im gegenständlichen Kommentar wird eine Theorie vertreten, in welcher davon ausgegangen wird, dass der Kapitalismus in den Hauptländern des Kapitals eigentlich nicht mehr existiert. Zwar wird auch nicht geschrieben in was für einem System wir leben, dafür versucht mittels einiger Erscheinungen dieses zu belegen.
TomGard,
das ist doch mal wieder was, heute ist eben alles anders, auch der Kapitalismus! Erscheinungsformen werden genommen, verabsolutiert und als etwas Neues hingestellt. Dabei ist Kriegskapitalismus nichts neues, seit der Kapitalismus sein höchstes Stadium erreicht, sich vom Kapitalismus der freien Konkurrenz zum Monopolkapitalismus entwickelt hat, gehört diese Erscheinungsform dazu. Kriege zur Sicherung von Rohstoffquellen und Absatzmärkten sind dem System von Beginn an eigen, die Besonderheit des Kriegskapitalismus besteht darin, die Kapitalakkumulation mittels Krieg in Gang zu halten. Die zwei Weltkriege stehen genauso dafür, wie die vielen anderen Kriege, welche vom Kapital gegen andere Völker initiiert und geführt wurden. Daraus jetzt eine neue Erscheinung abzuleiten und zu folgern, dass der Kapitalismus nicht mehr existent ist, oder sich in Abwicklung befindet, wird kapitalistischer Entwicklung nicht gerecht und verschleiert die eigentlichen Ursachen der dem Kriegskapitalismus zugrunde liegenden Widersprüche. Dabei ist der Kapitalismus durchaus am Ende, er gehört historisch abgelöst, das hindert ihn aber nicht daran weiter nach Luft zu ringen und alles zu versuchen seinen Tod hinauszuschieben. Faulender und parasitärer Kapitalismus hat Lenin diesen einmal genannt!
Das sich damit auch die Herrschaft des Privateigentums und des Patriarchats aufgehoben hat, wie behauptet, wirft nicht nur die Frage nach den jetzt bestehenden Eigentumsverhältnissen auf, sondern entspricht in keiner Weise der gesellschaftlichen Realität in den Ländern des Kapitals. So hat sich an den dominierenden Eigentumsverhältnissen in der BRD z. B. in den letzten Jahrzehnten nichts geändert, es fanden nicht nur nach Einverleibung der DDR dort regelrechte Privatisierungsorgien statt, sondern es wurde auch in der BRD selbst weiter privatisiert. So wurden Volksvermögen und gesellschaftliche Dienstleistungen privatisiert, Staatsbetriebe an private Investoren verscherbelt. Nein, der Blick in die gesellschaftliche Realität zeigt das Gegenteil, Privateigentum an den Produktionsmitteln ist aus den Auseinandersetzungen der letzten Jahrzehnte gestärkt hervorgegangen und selbst das Patriarchat treibt neue Blüten.
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Gedanken zum 11. September!
11.9.2011 von Tolo.
Gedanken zum 11. September!
Heute ist der 11. September, ein Sonntag, die Sonne scheint und hierzulande findet der Tag des offenen Denkmals statt. Ein Tag, an dem mittels historischen Gutes Spuren menschlichen Seins nachvollzogen werden könnten.
Aber es ist auch ein Tag in der jüngeren Geschichte, welcher seit 10 Jahren im imperialen Interesse instrumentalisiert wird! Dabei geistern hauptsächlich die Ereignisse in New Jork, an jenem Tag vor 10 Jahren, durch die Medien. Riesiger Fackeln gleich rauchten damals zwei Türme ihrem Ende entgegen, nachdem zwei Flugzeuge in sie gerast waren, und nahmen viele der sich dort befindenden Menschen mit in den Tod.
Sicher ein Verbrechen, welches an jenem Tag in New York geschehen und US-amerikanischer Politik seit diesem Tag als Vorwand für die verschiedensten Kriege in der Welt dient. Aber nicht nur aus diesem Grund ist die Frage nach der Verantwortung für diese Tat zu stellen, sondern auch in bezug auf die Tat selbst. Schnell waren Schuldige zur Hand und der internationale Terrorismus wurde verantwortlich gemacht. Warum aber gerade der internationale Terrorismus, wo selbst die Täter klar benannt werden und in der Regel oft Menschen als Terroristen bezeichnet werden, welche keine imperialen Interessen haben, sondern deren Interessen eher national beschränkt und in der Regel erklärte Feinde US-amerikanischer Politik gegen ihre Völker sind? Welches im Zuge US-amerikanischen imperialen Treibens in der Welt wenig verwunderlich ist.
Nun gibt es in diesem Zusammenhang die verschiedensten Verschwörungstheorien. Viel wird spekuliert, oft mit dem Ziel, den Beweis zu erbringen, dass die Drahtzieher dieser Tat Institutionen US-amerikanischer Politik waren. Dabei ist es eigentlich egal, wer genau hinter dieser Tat steckt, wer genau sie begangen hat. … Zu verantworten hat sie in jedem Fall die Politik der USA und die Interessen welche hinter dieser stehen. Letztlich sollte sich auch nicht der Frage verschlossen werden, wer eigentlich Nutzen aus dieser Tat ziehen konnte? So konnte der Welt ein erklärter, angeblich weltweit operierender Feind präsentiert werden, welcher es zum anderen ermöglichte, selbst weltweit Kriege anzuzetteln. Und dafür hat die praktische US-amerikanische Politik seit dem 11.09.2001 beständig den Beweis erbracht. Die US-Politik hat sich ein Instrument geschaffen, mit dem alles und jedes, was gegen die Interessen der US-Politik agiert, mit militärischen Mitteln „diszipliniert“ werden kann. In Folge der Ereignisse vom 11.09.2001 in New York sind Millionen Menschen weltweit US-amerikanischer Politik zum Opfer gefallen. Das heutige Gedenken an dieses Ereignis, ohne Berücksichtigung der internationalen Folgen, der Folgen für die Menschheit, dient letztlich nur der Aufrechterhaltung eines als permanent vorgegebenen Kriegsgrundes. Nicht der Schrecken gegenwärtiger Kriege soll ins Bewusstsein der Menschen gelangen und Widerstand erzeugen, sonder diese vergangene Tat, begangen in einem Zentrum der Macht des Kapitals, instrumentalisiert in dessen Interesse, zur Rechtfertigung der Kriegspolitik der USA.
Gedenken wir der Opfer des 11.09.2001, als der ersten Opfer eines Krieges, welcher seitdem beständig an Schärfe und Ausdehnung zunimmt und in erster Linie von den USA als Sperrspitze der imperialen Mächte geführt wird. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass dieser Krieg nicht dem Terrorismus gilt, sondern selbst höchste Form des Staatsterrorismus ist und sich gegen die verschiedensten Völker dieser Welt wendet.
Gedacht sei an diesem Tag aber auch an den 11. September 1973, als eine demokratisch gewählte Regierung in Chile unter entscheidender Mitwirkung US-amerikanischer Politik weggeputscht wurde. Die Opferzahlen dieses Putsches und der darauf folgenden Diktatur sind um ein vielfaches höher als die des Anschlages vor 10 Jahren in New York. Nun gilt es nicht Tote aufzuwiegen, der Hintergrund beider Taten ist aber derselben politischen Ausrichtung und der dahinter stehenden Interessen geschuldet.
Gedacht sei der Opfer des 11. September und aller anderen Opfer imperialer Politik, besonders in deren Fortsetzung mit kriegerischen Mitteln.
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